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f+h fördern und heben 7/2016

f+h fördern und heben 7/2016

FLURFÖRDERZEUGE I

FLURFÖRDERZEUGE I STAPLERTEST 04 Trotz der schlichten Bauweise dennoch Blick für Details: Die Neigezylinder des Hubmasts sind ordentlich unter Stoffhüllen verborgen 05 Die mechanischen Hebel für die Mastbedienung sind in einem richtigen gegenseitigen Abstand angeordnet und sorgen für eine präzise Bedienung der Gabel 06 Keine Hindernisse auf der Bodenplatte. Die herkömmliche Anordnung (v. l. n. r.) der Pedale für Inching, Bremse und Beschleunigung ist berechenbar Quelle: Andersom Testing/f+h Zum Teststapler Abmessungen und technische Daten Länge bis zur Vorderseite des Gabelrückens Gerätebreite (mit Standardbereifung) Masthöhe (eingezogen) Rahmenhöhe Gabeln (L × B × T) Radstand Bodenfreiheit Überhang Vorderachse bis zur Vorderseite des Gabelrückens Überhang Rückseite Arbeitsgangbreite Maximal zulässige Traglast des Teststaplers (gemäß Lastendiagramm) Lastschwerpunkt Maximale Hubhöhe Hubhöhe bei maximaler Traglast Freihub 2 600 mm 1 100 mm 2 210 mm 2 140 mm 1 140 ×120× 40 mm 1 650 mm 135 mm 470 mm 480 mm 4 150 mm 2 400 kg 500 mm 4 800 mm 3 000 mm 150 mm Neigungswinkel Hubmast vorwärts/rückwärts 6°/6° Geschwindigkeiten Hubgeschwindigkeit mit einer Last von 1 300 kg/ohne Last Senkgeschwindigkeit mit einer Last von 1 300 kg/ohne Last Fahrgeschwindigkeit mit einer Last von 1 300 kg rückwärts Fahrgeschwindigkeit ohne Last vorwärts/rückwärts Antriebstechnik Fahrmotor Hersteller/Typ 55,8/58,5 cm/s 41,4/39,7 cm/s 20,4/20,4 km/h 20,83/20,83 km/h Nissan/4024 Leistung 38 kW bei 2 400 min -1 Stabilität Eigengewicht/Prozentsatz Hinterachse 3 765 kg/58,57 % Gewicht bei max. Last/Prozentsatz Hinterachse 6 265 kg/11,73 % Reifen Maß vorne 7.00-12 Maß hinten 6.00-9 Hersteller QJ Advance Solid Super Lug (Alle Angaben basieren auf Recherchen und Messungen des Testteams und können Abweichungen zu den Herstellerangaben aufweisen) digkeiten entsprechen dem Mittelwert in dieser Gerätelasse. Auch wenn der Stapler in China gebaut wird, ist der Fahrersitz gut und verdient durchaus das Prädikat europäisch – wie sollte es auch anders sein, stammt der Fahrersitz doch aus dem Hause Grammer. Auf dem MSG65 Platz genommen, können wir unsere Arbeit komfortabel verrichten. Zudem ist das Platzangebot auf der Bodenplatte besonders großzügig (Bild 06). Mit 450 mm befindet sich der Ein-/Ausstieg in einer angenehmen Höhe (Bild 07). Die Trittstufe ist groß genug und mit einer guten rutschhemmenden Beschichtung versehen. Die Lenksäule ist stufenlos verstellbar, obgleich das Lenkrad an sich etwas kleiner sein könnte. Ferner macht die Kabine auf uns einen robusten, aber funktionellen Eindruck. Das Armaturenbrett, die Lichtschalter, die Handbremse: Alles funktioniert ordnungsgemäß, ist aber nicht als modern zu bezeichnen. Platz für Arbeitsutensilien ist jedoch kaum vorhanden. Reifen machen den Unterschied Das Fahren und Arbeiten mit dem Utilev verläuft problemlos. Der Autogasmotor versieht ruhig und geschmeidig seinen Dienst. Wir fahren mit und ohne Last problemlos schneller, als die Spezifikation angibt, und Wertung + Bauweise + Bedienung + Geringer Kraftstoffverbrauch – Standardmäßige Reifenwahl – Ablageflächen – Position des Auspuffs 18 f+h 7-8/2016

STAPLERTEST I FLURFÖRDERZEUGE erreichen mehr als 20 km/h. Der „Sprint“ aus dem Stillstand heraus liegt weit über dem Durchschnitt in dieser Geräteklasse. Mit Last und bei höheren Geschwindigkeiten machen sich allerdings die standard mäßig montierten Reifen (Bild 08) aus chinesischer Produktion negativ bemerkbar. Zwar bieten die „Schuhe“ des Flurförderzeugs eine ausreichende Tragfähigkeit, verleihen dem Stapler aber in bestimmten Situationen allerdings ein etwas unruhiges Verhalten. Wer dagegen das Fahrzeug straff an der Kandare halten möchte, sollte vorzugsweise eine europäische Qualitätsmarke wählen. Das Bremsen verläuft erwartungsgemäß und entspricht dem Verhalten wie wir es von Trommelbremsen her kennen. Das Bremspedal zeigt sich berechenbar und bietet, ohne dass wir allzu großen Druck ausüben, eine ausreichende Bremsleistung. Die Stabilität des Staplers beim Bremsen und in Kurven ist überaus ordentlich. Aufgrund der soliden Motorhaube aus Stahl fühlen wir uns auch auf dem Fahrersitz wohl. Ein schwammiges Fahrverhalten kommt nicht vor; jedenfalls nicht hervorgerufen durch unzureichende Werkstoffsteifigkeiten. Das Schwimmen des Staplers rührt also tatsächlich von den Reifen her. Während der Verbrauchs- und Leistungsmessung verzeichnen wir schlichtweg gute Werte. Der Utilev UT25P liegt bezüglich der Produktivität etwas unter dem Durchschnitt in dieser Geräteklasse. Gerechterweise müssen wir jedoch konstatieren: Die Witterung machte uns an Tag des Tests einen Strich durch die Rechnung – es regnete zeitweise (wie so oft in diesem Sommer). Der Bodenbelag auf der Teststrecke war teilweise feucht und die Betonplatten boten daher nicht den richtigen Gripp. Der Kraftstoffverbrauch liegt unter dem Durchschnitt der Umgeschlagene Paletten in 8 Stunden Utilev UT25P 326 Durchschnittswert aller von uns getesteten 2,5-Tonnen-Treibgasstapler 336 bisher von uns getesteten und vergleichbaren Geräte, sodass man mit einem vollen Gastank etwa eine halbe Stunde länger als durchschnittlich fahren kann. Testfazit Unser erstes Date mit dem Utilev stimmt uns positiv. Der Stapler tut, was er tun muss, ist einfach aufgebaut und lässt sich einfach bedienen. Die Leistungen sind in Ordnung und der Verbrauch ist sogar als günstig zu bezeichnen. Verbesserungswürdig sind auf alle Fälle die Reifen. Auch mehr Ablageflächen stünden dem Flurförderzeug gut zu Gesicht ebenso ein Handgriff am hinteren Dachpfosten, um das Rückwärtsfahren angenehmer zu machen. Außerdem sollte das Endrohr des Auspuffs nicht rechts, sondern links auf dem Gegengewicht platziert werden (damit man nicht direkt darauf schaut). Text und Fotos: Theo Egberts, Andersom Testing Grafiken: VFV, Sonja Schirmer 07 Die Trittstufe befindet sich mit 450 mm in einer angenehmen Höhe und bietet ausreichend Platz und Sicherheit 08 Die sollten schleunigst ausgetauscht werden (Ihre Fahrer werden es Ihnen danken): Die Reifen aus chinesischer Produktion genügen nicht unseren Ansprüchen f+h 7-8/2016 19

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