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f+h fördern und heben 7-8/2017

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Die dritte Dimension

Die dritte Dimension erschlossen Drohne vereinfacht Prozesse im BLG-Logistikzentrum Emmerich BLG Logistics hat Ende des vergangenen Jahres ein interdisziplinäres Innovationsteam gegründet, das die zentrale Koordination für interne und externe Innovationsthemen übernimmt. Ein bereits erfolgreich abgeschlossenes Projekt ist der Einsatz der Drohnen-Technologie im Logistikzentrum in Emmerich. Für diese Lösung wurde der Logistikdienstleister kürzlich mit dem elogistics Tool Award 2017 ausgezeichnet. Die F+H-Redaktion hat sich vor Ort umgesehen und vom Nutzwert der Lösung ein Bild gemacht. Die Digitalisierung verändert nachhaltig die Arbeitswelt und eröffnet auch in der Logistik neue Lösungen. Das stellt die Akteure in der Wertschöpfungskette jedoch gleichzeitig vor Herausforderungen. Logistikdienstleister sehen sich z. B. mit einer steigenden Komplexität der Prozesse sowie einem hohen Individualisierungs- und Spezialisierungsgrad konfrontiert. Vor allem bezogen auf Digitalisierung und Innovationen ist die Auswahl der geeigneten Technologien zeitaufwendig und kostenintensiv. Vielfach muss ein strukturiertes Innovationsmanagement mit einem systematischen und proaktiv gesteuerten Prozess erst noch implementiert werden. Vor diesem Hintergrund hat BLG Logistics Ende 2016 ein interdisziplinäres Innovationsteam ins Leben gerufen, das Innovationsideen begleitet (vor, während und nach dem Projekt) sowie 01 Die Mitglieder des Projektteams beim Gedankenaustausch im Logistikzentrum Emmerich 12 f+h 7-8/2017

TITEL I INTRALOGISTIK der Themenfindung und Ideengenerierung zusammen mit den BLG-Fachbereichen dient. Darüber hinaus bewerten die Teammitglieder die Ansätze und erstellen eine Pipeline. Da in der digitalen Welt die Umsetzungsgeschwindigkeit vielfach entscheidend ist, stehen dem Innovationsteam nur 100 Tage von der Idee bis zu deren Umsetzung zur Verfügung. „Damit wollen wir die Potenziale einer Technologie so schnell wie möglich im Betriebsalltag testen“, umschreibt Arno Ziegler, Leiter Betriebe West der BLG Handelslogistik GmbH & Co. KG, den Grund für die straffe Zeitvorgabe. 02 Ein Höhen-Anfahrschutz sowie ein Drahtschutz vor den Propellern erhöht die Sicherheit beim Einsatz der Drohne 03 Winfried Bauer (l.), Chefredakteur f+h, versucht sich unter dem kritischen Blick von BLG-Drohnen-Pilot Pascal Israel, an der Steuerung des Fluggeräts Inventur im Vorbeiflug Das erste 100-Tage-Projekt hat seine Praxistauglichkeit mittlerweile bewiesen. Im Logistikzentrum in Emmerich laufen verschiedene Prozesse unter Zuhilfenahme der Drohnen-Technologie ab (Bild 01 und 02). Als einen Anwendungsfall haben die Projektmitglieder die unterjährige Inventur identifiziert. Begründet ist dies laut Sebastian Biskup, Manager Operations der BLG Die Einbeziehung der Mitarbeiter und Gremien vom ersten Tag an war einer der Schlüsselfaktoren auf dem erfolgreich zurückgelegten Weg des Drohnen-Projekts Arno Ziegler, Leiter Betriebe West der BLG Handelslogistik GmbH & Co. KG Handelslogistik GmbH & Co. KG, vor allem in der Organisation des 80 000 m² großen Distributionszentrums als Blocklager. Im Distributionszentrum werden Kopierer und Drucker aller Größen und Leistungsklassen von Konica Minolta inklusive Zusatz- und Anbaugeräte sowie Verbrauchsmaterialien und Zubehör wie Bedienungsanleitungen, Handbücher und Kabel gelagert, konsolidiert, kommissioniert, bei Bedarf wertsteigernd aufbereitet und verzollt. Das individuelle Produkt, das stets an den Bedürfnissen des Endkunden ausgerichtet ist, steht bei Konica Minolta im Vordergrund. Daher ist die Verpackung größtenteils nicht standardisiert, sondern individualisiert. Aus dem Lager werden der europäische Markt, aber auch Länder Afrikas oder Russland bedient. Um die unterjährige Inventur durchzuführen, musste BLG Logistics in der Vergangenheit zwei Mitarbeiter abstellen: Einen Gabelstaplerfahrer und einen Mitarbeiter, der die eigentlichen Aufgaben in Sachen Inventur durchführte. Mithilfe einer vom Gabelstapler aufgenommenen Arbeitsbühne hat der Staplerfahrer seinem Kollegen die dritte Dimension erschlossen. Nur so ließen sich im Blocklager nicht vom Hallenboden aus einsehbare Bereiche erfassen. „Ein zeitaufwendiger Ablauf“, erinnert sich Ziegler an die noch gar nicht so lange zurückliegende Zeit vor dem Einsatz der unbemannten Flugobjekte. „Allerdings können wir aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht auf diese physische Art der Inven- tur verzichten. Eine über unser Lagerverwaltungssystem durchgeführte Inventur reicht nicht aus.“ Mithilfe der Drohnen-Technologie lässt sich die Inventur nun schnell und flexibel von einem Mitarbeiter ohne sonstige Hilfsmittel erledigen. Auch das Arbeiten in der Höhe gehört der Vergangenheit an. Als weitere Anwendungen nennt Biskup die Überprüfung von Komponenten der Brandschutzanlage und die wöchentliche Regalkontrolle. Aber auch im Außenbereich des Logistikzentrums kann das Flugobjekt zum Einsatz kommen, z. B. bei der Inspektion des Hallendachs. Diese Aufgabe ist mit der Drohne innerhalb von zehn Minuten bewerkstelligt. Der Weg zur Drohne Doch bevor das unbemannte Flugobjekt (Bild 02) eingesetzt werden konnte, fand deren Abstimmung auf die Anwendung statt. Dies geschah im Rahmen des 100-Ta- Das passende Regal für jede Anwendung LagerTechnik Hahn & Groh GmbH Werner-Forßmann-Str. 40 · 21423 Winsen Tel.: 04171/69068-0 · Fax: 04171/69068-8 info@lagertechnik-hamburg.de www.lagertechnik-hamburg.de Hahn+Groh.indd 1 25.01.2017 12:00:35 f+h 7-8/2017 13

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