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f+h fördern und heben 7-8/2019

f+h fördern und heben 7-8/2019

VON ASCHERSLEBEN IN DIE

VON ASCHERSLEBEN IN DIE WELT – UND DAS SEIT MEHR ALS 100 JAHREN MEILENSTEINE DER RULMECA-GERMANY-GESCHICHTE Gründung als Maschinenfabrik und Eisengießerei Produktion von Maschinen zur Herstellung von Stahldrahtseilen Herstellung der ersten Trommelmotoren und Tragrollen in Aschersleben 1850 1905 1956 40 f+h 2019/07-08 www.foerdern-und-heben.de

MENSCHEN UND MÄRKTE Eher beschaulich geht es zu in Aschersleben – einer Stadt mit 28 000 Einwohnern am Nordostrand des Harzes. Davon kann auf dem Werksgelände von Rulmeca keine Rede sein. Hier herrscht reges Treiben; und damit dies auch so bleibt, investiert der Hersteller von Tragrollen und Trommelmotoren in den Standort. 01 Andreas Flies (r. im Bild), Sales Manager Unit Handling Rulmeca Germany, im Gespräch mit f+h-Chefredakteur Winfried Bauer Aschersleben liegt zwischen dem Harz und der Magde burger Börde, in einer schmalen Flussniederung der Eine. Als eine von wenigen Städten Deutschlands besitzt Aschersleben eine gut erhaltene Stadtbefestigungsanlage und eine weitgehend intakte Innenstadt aus dem Mittelalter. Ganz so weit reichen die Wurzeln der Rulmeca Germany GmbH nicht zurück. Aber immerhin bis ins Jahr 1850. Damals suchte Gustav Wetzel einen geeigneten Flecken Erde, wo er seine Geschäftsidee umsetzen kann. Fündig wurde Wetzel in Aschersleben, wo er eine Maschinenfabrik und Eisengießerei gründete. Am Anfang brachte die Herstellung von Armaturen für die regionalen Kaliwerke großen Absatz, doch mit der Zeit gewann die mechanische Bearbeitung von Metall immer mehr an Bedeutung. Nach der Neuerrichtung eines größeren Werkstattgebäudes in der Georgstraße im Jahre 1905, startete noch im gleichen Jahr die Produktion von Maschinen zur Herstellung von Stahldrahtseilen. Darüber hinaus stieg man in das Auslandsgeschäft ein. Exportschlager waren Verschließmaschinen für den Bergbau, mit denen der Betrieb im Laufe der Zeit in Russland überzeugen konnte. Doch trotz allem Geschäftssinn hinterließen die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise Ende der 20er-Jahren ihre Spuren. Vor dem Hintergrund fand 1932 die Umwandlung in die Wetzel GmbH Aschersleben, Eisen- und Metallgießerei statt. Eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte konnte die Firma glücklicherweise halbwegs unbeschadet überstehen. Bereits im Jahre 1946 florierte der Export an u. a. Schnellverseilmaschinen und Spulmaschinen wieder derart, dass man in drei Schichten produzierte musste. Nur so ließen sich akzeptable Lieferzeiten sicherstellen. 02 Tobias Badtke (l. im Bild), Geschäftsführer Rulmeca Germany, nimmt zusammen mit Dr. Stefan Hansch (Bildmitte), Geschäftsführer von Emco, und Matthias May, Leiter des Amts für Wirtschaftsförderung der Stadt Aschersleben, die neuen Fertigungszentren zur Bearbeitung von Komponenten für Trommelmotoren in Betrieb Teil des Kombinats für Tagebau-Ausrüstungen, Krane und Förderanlagen (Takraf) Gesamtproduktion bis 1989: Mehr als eine Million Trommelmotore Übernahme durch die Interroll-Gruppe Übernahme durch die Rulmeca-Gruppe 1964 1989 1991 2003 www.foerdern-und-heben.de f+h 2019/07-08 41

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