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f+h fördern und heben 7-8/2019

f+h fördern und heben 7-8/2019

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Die Geschäftsbeziehungen mit der russischen Bergbauindustrie brachte die Firmenleitung auf die Idee, sich mit weiteren Ausrüstungsgegenständen für diese Industrie zu befassen. Als Ergebnis der Bemühungen fand 1956 die Präsentation der ersten in Aschersleben hergestellten Trommelmotoren statt. Bereits ein Jahr darauf startete dann die Produktion von Bandrollen und Girlandentragrollen für Schüttgut. „Der Schüttgutbereich ist bis heute Teil unserer DNA“, so Tobias Badtke, Managing Director der Rulmeca Germany GmbH, und nennt im Gespräch mit der Redaktion f+h eine beeindruckende Zahl. „Bis Herbst 1989 verließen mehr als eine Million Trommelmotoren die Werkshallen.“ Wie bereits die Zeit nach dem 2. Weltkrieg hat das Unternehmen, seinerzeit als VEB Förder- und Antriebstechnik Aschersleben (FAA) firmierend und Teil des ostdeutschen Kombinats für Tagebau-Ausrüstungen, Krane und Förderanlagen (Takraf), auch die Zeit der Wende schadlos überstanden. Nach Zugehörigkeit zur Interroll- Gruppe wird das Unternehmen 2003 Teil der Rulmeca-Gruppe und geht fortan als Rulmeca FAA GmbH an den Start. Dass der neue Eigentümer, ein inhabergeführter Firmenverbund mit Stammsitz in Italien und weltweit ca. 1 100 Mitarbeitern, einen langfristigen Plan mit dem neuen Gruppenmitglied verfolgt, zeigt sich an den Investitionen in die ISO-EN-9001-Zertifizierung und eine neue Fertigungshalle. Aus der Rulmeca FAA GmbH und Precismeca Montan, einem weiteren Unternehmen der Rulmeca-Gruppe mit Sitz in Leipzig, wird im Jahre 2009 die Rulmeca Germany GmbH. Heute produziert das Unternehmen am Standort in Sachsen­ Anhalt auf einer Werksfläche von mehr als 60 000 m² mit mehr als 200 Mitarbeitern ein breit gefächertes Angebot an Bandrollen, Tragrollen, Trommelmotoren sowie Bandtrommeln und weitere Komponenten für die Schüttgutindustrie. Zwischenzeitlich ist Rulmeca aber auch im Stückgutbereich zu einer festen Größe geworden. „Im Jahr 2013 haben wir unser Portfolio um Antriebe und Tragrollen für den Stückgutbereich ergänzt“, so Andreas Flies. Als potenzielle Abnehmer für diese Produkte hat der Sales Manager Unit Handling der Rulmeca Germany GmbH Systemintegratoren ins Auge gefasst. Und dass diese Überlegung aufgeht, zeigen die Umsatzzahlen: „Mittlerweile entfällt auf das Stückgutsegment etwa 15 Prozent unseres Jahresumsatzes; Tendenz steigend.“ 03 In einem eigenen Testfeld werden die Trommelmotore auf Herz und Nieren geprüft SCHON FRÜH DIE WEICHEN GESTELLT INVESTITIONEN IN ENERGIEEFFIZIENTE FERTIGUNG Ein Erfolgsgeheimnis dafür liegt sicherlich im Sachverstand begründet, mit dem das Team ans Werk geht. So werden z. B. die Wicklungen und die Mäntel für die Trommelmotore selbst hergestellt. Aber auch spezifische Komponenten, z. B. Wellenzapfen sind keine Zulieferteile. Um die Kapazitäten für diese Bauteile zu erweitern, hat Rulmeca Germany vor kurzem drei neue Hyperturn-Fertigungszentren der Emco Group offiziell in Betrieb genommen. Badtke: „Mithilfe der 1,5-Millionen-Euro-Investition schaffen wir die Voraussetzungen für die Verdoppelung der Fertigungskapazität für spezifische Komponenten. Zugleich nutzen wir die Gelegenheit zur Prozessoptimierung. Unsere Berechnungen haben ergeben, dass sich mithilfe der Maßnahmen die Auftragsdurchlaufzeiten um zirka 30 Prozent reduzieren lassen.“ Aber auch die Umwelt profitiere von der Investition: Die neuen Fertigungszentren würden sich durch einen geringen Energieverbrauch auszeichnen. Entsprechend habe das Land Sachsen-Anhalt und die Europäische Union das Projekt unterstützt. „Im Rahmen des Förderprogramms Sachsen-Anhalt Energie können wir uns über einen Zuschuss aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung in Höhe von 500 000 Euro freuen.“ Winfried Bauer Fotos: Rulmeca, f+h, Karte auf S. 41: Stepmap, 123map. Daten: Openstreetmap, Lizenz: ODbL 1.0 www.rulmeca.de Verschmelzung mit Precismeca Montan, Leipzig Zusammenlegung der Standorte in Aschersleben Inbetriebnahme weiterer Fertigungszentren 2009 2017 2019 42 f+h 2019/07-08 www.foerdern-und-heben.de

MENSCHEN UND MÄRKTE F+H IST TEIL DER KAMPAGNE „LOGISTIKHELDEN“ Die Initiative „Die Wirtschaftsmacher“ hat sich zum Ziel gesetzt, das Image der Logistik in der Gesellschaft zu verbessern. An der Initiative, beteiligen sich rund 90 Unternehmen, logistiknahe Verbände und Vereine. Auch unsere Zeitschrift f+h gehört seit kurzem zu den Unterstützern und engagiert sich im Rahmen der Kampagne „Logistikhelden“. Deutschlandweit werben authentische Testimonials – Logistiker aus verschiedenen Berufen und Altersgruppen – mit ihrem eigenen Beispiel für die vielfältigen Berufe und Perspektiven in der Logistik. Primäres Ziel der „Logistikhelden”-Kampagne ist es, Logistik in der Öffentlichkeit sichtbarer zu machen und Menschen für eine Berufslaufbahn in der Logistik zu begeistern und so dem Fachkräftemangel in der Logistik entgegenzuwirken. Zu den Unterstützern der Initiative gehören Konzerne wie Airbus, BMW, DB Cargo oder VW, Handelsunternehmen wie Edeka oder Globus, Logistikdienstleister wie BLG, Duvenbeck oder Seifert Logistics, Softwareunternehmen wie PSI und Siemens Digital Logistics. Weitere Partner sind das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), aber auch Verbände und Netzwerke wie die Air Cargo Community Frankfurt, die Bundesvereinigung Logistik e. V. (BVL), der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK), der Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV), das Deutsche Verkehrsforum, die Initiative Logistikimmobilien (Logix), das Stückgutnetzwerk System Alliance sowie der Verband der Automobilindustrie (VDA). Die Initiative ist offen für zusätzliche Unterstützer. www.die-wirtschaftsmacher.de 24 Jahre Logistik-Journalismus 426 Ausgaben f+h 23.996 Seiten Logistik-Inhalte Winfried Bauer Chefredakteur/CvD f+h Logistiker machen unser Leben leichter undhalten unsere Wirtschaft am Laufen. Zum Beispiel als Fahrer,Drohnenpilot oder Top-Manager. TauchenSie ein in diesen spannenden Wirtschaftsbereich und entdecken Sie die vielen kleinen und großen Geschichten echter Logistikhelden.

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