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f+h fördern und heben 9/2015

f+h fördern und heben 9/2015

AKTUELLES Intralogistik

AKTUELLES Intralogistik 4.0 – Zukunftsmusik oder Realität? Logistikwerkstatt Graz stellt Trends der Maschine-zu-Maschine-Kommunikation in den Fokus Die diesjährige Logistikwerkstatt der TU Graz stand unter dem Motto „Intralogistik 4.0?! – Wo stehen wir?“. Gruppen mit Teilnehmern aus Wissenschaft, Industrie und Studenten erörterten Fragen rund um das Thema Industrie 4.0 im Bezug zur Intralogistik. Abgeschlossen wurde die Diskussion mit einem Ausblick auf die nächsten zehn Jahre und dem Versuch einer Prognose. Mehr als 70 Teilnehmer aus fünf Nationen folgten den gesamt 15 Vorträgen aus Wissenschaft und Wirtschaft im Rahmen der Logistikwerkstatt Graz, Veranstalter ist das Institut für Technische Logistik (ITL) der TU Graz. Sie alle beteiligten sich rege an den Diskussionen der „Werkstattsitzungen“, in denen Fragen, z. B. wie stark Industrie 4.0 bereits in der Intra logistik vorangeschritten ist, erörtert wurden. Folgende Themenbereiche standen bei der Veranstaltung im Fokus: Zellulare Fördertechnik versus Stetigfördertechnik, Multichannel-Logistik und Grenzen des Wachstums für Verteilzentren. Bezogen auf den innerbetrieblichen Materialfluss wirft das Thema Industrie 4.0, mit der Forderung nach höchstmöglicher Flexibilität, Skalierbarkeit, Autonomie und Vernetzung die Frage auf, ob Stetigfördersysteme in diesem Kontext eine Existenzberechtigung haben oder ob zukünftig nur noch die zellulare Fördertechnik Anwendung findet. Ein Blick über die Branche zeigt, dass Technologien für zellu- lare Fördertechnik in Form von Komponenten und Systemen bereits entwickelt und am Markt erhältlich sind. Eine schrittweise Einführung in firmenspezifische Systeme ist dennoch aus mehreren Gründen problematisch. Zum einen ist keine Einigung auf Kommunikationsstandards in Sicht, zum anderen ist die Integration mit einem hohem finanziellem Aufwand und Risiko verbunden. Das bedeutet auch eine tiefgreifende und nahtlose Vernetzung zwischen Produktion und Logistik, welche sich bis dato schwierig gestaltet. Aufgrund dessen ist eine klare entweder/oder-Unterscheidung nicht die zentrale Kernfrage. Die Herausforderung besteht darin, dass die Stetigfördertechnik auch zukünftig hohe Durchsätze mit einer höheren Flexibilität sicherstellt. Die Multichannel-Logistik benötigt zur Erfüllung Flexibilität und intelligente Vernetzung auf allen Ebenen des Warenflusses, um die geforderte Leistung bis Losgröße 1 bei höchster Liefertreue erfüllen zu können. Als Treiber gilt in dem Fall der Kunde und dessen ständig wachsenden Anforderungen, weil dieser ein höheres Maß an Bequemlichkeit aufweist und zudem mehr Flexibilität und kürzere Lieferzeiten erwartet. Um diese wachsenden Anforderungen zu erfüllen und auch wirtschaftlich abbilden zu können, ist die Etablierung von Industrie 4.0 innerhalb von Multichannel-Logistik ein zwingendes Kriterium. Verteilzentren werden von Jahr zu Jahr größer, leistungsfähiger und moderner. Es stellt sich die Frage nach einer gegebenenfalls vorhandenen Grenze und idealen Anlagengröße. Große Onlinehändler treiben den Trend voran, dass die bestellte Ware immer schneller beim Endkunden ankommt (Same-/Next Day-Delivery). Dieser B2C-Trend, kombiniert mit dem stetigen Wachstum der Branche und dem breiter werdenden Produktsortiment, stellt Verteilzentren vor große Herausforderungen. Sie verfolgen den Zweck, Transporte möglichst günstig und die komplette Lieferkette effizient zu gestalten. Weil durch autonome Zustellfahrzeuge die Kosten für die Lieferung gesenkt werden würden, ändern sich die Rahmenbedingungen für Warenverteilzentren schlagartig. Die Existenz von Berufsbranchen wie Speditionen würde in Frage gestellt werden und Lieferketten sich verändern. Dies hat auch rückwirkende Veränderungen auf die Gestaltung und Ausstattung der Zentren. Blick in die Zukunft Da Technologien für eine Autonomisierung der Industrie vorhanden sind, ist die Schlüssel komponente für eine Umsetzung von Intralogistik 4.0 die Standardisierung von Schnittstellen. Es müssen z. B. Standards von unterschiedlichen Instanzen akzeptiert werden, wie Hersteller, Kunden, Länder und Kontinente. Um diese Akzeptanz zu generieren, ist eine Kooperation bei der Entwicklung eine Grundvoraus setzung. Den Tagungsband der Logistikwerkstatt Graz können Sie unter nachfolgendem Link herunterladen. Fotos: TU Graz „Die Logistikwerkstatt Graz ermöglicht den direkten Erfahrungsaustausch“ Prof. Dirk Jodin, Leiter ITL an der TU Graz www.bit.ly/tu_graz_2015 12 f+h 9/2015

Erfolgreicher Multi-Channel-Vertrieb braucht erstklassige Logistik. Deshalb vertraut Condis auf Systeme von WITRON. CONDIS SUPERMERCATS, S.A., Montcada i Reixac, Barcelona „Dieser Paradigmenwechsel – weg von einer rein manuell betriebenen Logistik hin zu einer automatisierten Lösung – stellt für uns als Multi-Channel-Anbieter einen strategischen Meilenstein dar. Wir profitieren nicht nur von einer deutlichen Effizienzsteigerung in der Logistik, sondern auch hinsichtlich Flexibilität, Schnelligkeit, Verfügbarkeit, Qualität und beim Filialservice“. Victor Escanciano, Logistikleiter Condis Supermercats S.A., Spanien. Be innovative • Be committed • Be successful Generalunternehmer für die Planung, Realisierung und den Betrieb von wirtschaftlichen Logistik- und Kommissioniersystemen für Handel und Industrie. Planung, IT, Steuerung, Mechanik und Service – alles aus einer Hand. Neustädter Str. 21 · D-92711 Parkstein · Tel.: +49 9602 600 0 · Fax: +49 9602 600 211 · info@witron.de · www.witron.com

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