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f+h fördern und heben 9/2015

f+h fördern und heben 9/2015

TRENDS UND ENTWICKLUNGEN

TRENDS UND ENTWICKLUNGEN I SERIE Science-Fiction oder bald Realität? – Teil I Wie neue Technologien die Supply Chain verändern werden Joachim Miebach Erfindungen wie die Dampf maschine oder das Internet waren revolutionär und haben die Welt nachhaltig verändert. Heute stehen wir vor dem Beginn einer weiteren technischen Revolution und meinen Industrie 4.0. Diese geht einher mit Konzepten wie dem Internet der Dinge oder der Umgang mit immensen Datenmengen („Big Data“). Die Auswirkungen dieses Fortschritts, vor allem auf die geltenden Prinzipien der Wertschöpfungskette, sind kaum absehbar. Im ersten Teil der Serie (Teil II folgt in f+h 10/2015) steht der Einfluss von 3D-Druck und Robotern auf die Supply Chain im Fokus. Dr.-Ing. Joachim Miebach ist Chairman of Advisory Board der Miebach Consulting GmbH Im Zusammenhang mit Industrie 4.0 und seinen Auswirkungen auf die Lebenswirklichkeit fallen immer wieder Schlagworte wie Roboter, 3D-Druck und Drohnen. Zurecht, denn diese drei technischen Entwicklungen haben zweifellos einen großen Einfluss auf die Versorgungsketten der Zukunft. 3D-Drucker mit hohen Qualitätsstandards und der Herstellung mit verschiedenen Materialien sind bereits im Einsatz und können Bestände in der Zukunft ersetzen. Roboter werden zunehmend in die Supply- Chain-Prozesse integriert, um z. B. im Lager die Kommissionierung zu unterstützen − diese Technologie entwickelt sich momentan rasant. Darüber hinaus testen Unternehmen wie Amazon, Google oder DHL bereits den Einsatz von Drohnen, die für den Transport von Paketen auf der „letzten Meile“ in der Lieferkette einsetzbar sein könnten. 16 f+h 9/2015

SERIE I TRENDS UND ENTWICKLUNGEN 3D-Druckverfahren – mehr als Prototypfertigung 3D-Druck („Additive Manufacturing“) ist eine für die Produktion zunehmend relevante Technologie, die allerdings ihr volles Potenzial noch nicht entfaltet hat. Derzeit ist es mit dieser Fertigungsmethode bereits möglich, Produkte unterschiedlicher Größen und Materialien wie Kunststoff, Metall, Papier oder Keramik auch mit komplexen Strukturen herzustellen. Die zwei geläufigsten Druckmethoden sind dabei Fused Deposition Modelling (FDM) und Selective Laser Sintering (SLS). Der Anwendungsbereich dieser im Preis sehr variablen Geräte reicht vom persönlichen bis hin zum industriellen Gebrauch. Als ein maßgeblicher Kostenfaktor beim 3D-Druck wird die Zeit für die Herstellung genannt, die vor allem von der Größe des zu produzierenden Stücks abhängt. Heute experimentieren viele Branchen wie die Automobil- und Luftfahrtindustrie 01 Bestand, Lagerfläche und Umsatz von Ersatzteilen mit 3D-Druckern in der Produktion. Verwendet werden die Geräte für Teile, die aufgrund ihrer geringen Komplexität und simplen Form einfach zu drucken und einzubauen sind. Große multinationale Konzerne wie Hewlett-Packard investieren bereits in diese Drucktechnik. Auf dem Gebiet der Logistik sind in der Automobilindustrie aktuell 20 Prozent der langsamdrehenden Ersatzteile eines Pkw geeignet für den 3D-Druck. In dieser Branche nehmen eine große Anzahl an Ersatzteilen (ca. 60 Prozent) einen bedeutenden Platz im Lager ein (ca. 40 Prozent) und machen gleichzeitig einen hohen Anteil des Bestands aus (ca. 30 Prozent), erzeugen jedoch nur fünf Prozent des Umsatzes (Bild 01). „Wie steigern IT-verbundene Krane heute schon das Potenzial von morgen?“ Heinz Helmut Kempkes, CEO, KULI-Hebezeuge Erleben Sie die Weltneuheiten und Vordenker der Intralogistikbranche zuerst auf der CeMAT 2016 31. Mai – 3. Juni 2016 Weitere Infos unter cemat.de

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