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f+h fördern und heben 9/2015

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FACHPACK I GASTKOMMENTAR

FACHPACK I GASTKOMMENTAR Digitalisierung setzt neue Trends in der Verpackungsindustrie Prof. Dr.-Ing. Rolf Jansen ist Vorsitzender des Vereins zur Förderung innovativer Verfahren in der Logistik (VVL) e. V. und Geschäftsführer des Instituts für Verpackungstechnik (IfV) des VVL e. V. Durch den Einsatz moderner Kennzeichnungsverfahren auf und in Verpackungen ist es mittlerweile jederzeit möglich, eine Verbindung zwischen der digitalen und der realen Welt für nahezu Jedermann zu realisieren. Neben der Integration von RFID- Transpondern in (Klein-)Ladungsträger, unter anderem in Euro-Holzpaletten oder Kunststoffbehälter, sind am Markt vermehrt auch innovative Auto-ID-Lösungen für Produktverpackungen verfügbar. Diese dienen u. a. der Erfüllung gesetzgeberischer Vorgaben, zum Beispiel in Bezug auf die Kennzeichnungspflicht von Lebensmitteln, vor allem jedoch dem Angebot von Mehrwert- und Servicedienstleistungen für den Endkunden. Auch die reinen logistischen Fragestellungen der Identifikation von Produktverpackungen werden hiermit nur am Rande berührt, wobei diese bereits intensiv im Rahmen nationaler und internationaler Normierungsbestrebungen (zum Beispiel DIN, VDI) standardisiert werden. Ein gutes Beispiel für die aktuellen Möglichkeiten sind 2D-Codes auf Verkaufsverpackungen, über die der Kunde unter Verwendung der in Deutschland verbreitet vorhandenen Smartphones direkt auf eine Website mit zusätzlichen Informationen, zum Beispiel Herkunfts- oder Nährwertangaben, Rezepte oder sogar Gewinnspiele zugreifen kann. Dies ist jedoch erst der Anfang dessen, was in Zukunft möglich sein wird. Bisher sind optische Kennzeichnungsverfahren das Mittel der Wahl bei Konsumverpackungen. Dabei werden Bar- und QR-Codes, neben den klassischen Verfahren des Verpackungsdrucks und des Aufklebens von Etiketten, mittlerweile des Öfteren auch per Laserbeschriftung auf die Verpackung aufgebracht. Die fortschreitende Reduktion der Herstellungskosten radiofrequenter Kennzeichnungsverfahren (RFID, NFC) wird jedoch auch diese Techniken bald ebenso zu sinnvollen Alternativen der klassischen Methoden reifen lassen. Vor allem die neuen und kostengünstigen Herstellungsverfahren für RFID-Transponder, wie der Druck von RFID-Antennenstrukturen mit elektrisch leitfähigen Farben – letztlich sogar direkt auf das zu kennzeichnende Objekt – sorgen dafür, dass wir der Vision der „funkenden“ respektive „intelligenten“ Verpackung wieder einen Schritt näher kommen. Nur die Herausforderungen der Applikation des gedruckten Chips auf die Verpackungen sind noch Felder, auf denen intensiv geforscht wird beziehungsweise werden muss. Sobald die Frage der Verbindung des Chips mit den Antennen, welche Die fortschreitende Digitalisierung des Alltags macht auch vor Verpackungen nicht Halt auf die Produkte beziehungsweise Verpackungen gedruckt sind, gelöst ist, werden derartige Kennzeichnungen sicherlich verstärkt am Markt auftreten. Neben den reinen Komfortfunktionen ist ebenso die Einbringung sensorischer Applikationen in Verpackungen eine der bereits in Kürze realisierbaren Visionen, in denen die modernen Kennzeichnungsund Kommunikationstechniken vermehrt Einsatz finden werden. Eine Lebensmittelverpackung, die zum Beispiel dem Kunden direkt sagen kann, ob und bis wann das Produkt noch haltbar ist – unabhängig vom fest aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdatum – oder ob die Kühlkette eingehalten wurde, wird am Markt deutliche Vorteile gegenüber Vergleichsprodukten erzielen. Des Weiteren werden – parallel zur Zustandsüberwachung – auch die Integration von Produktschutzfunktionen sowie Maßnahmen zur Anzeige von Manipulationsversuchen an Verpackungen kurzfristig realisierbar sein. Diese durch Auto-ID-Integration möglichen Verpackungsfunktionalitäten werden bereits intensiv erforscht, das heißt die Umsetzung der Forschungsergebnisse in die Breite ist nur eine Frage der Zeit. Während diese Trends für Konsumenten sichtbar sind, werden sich jedoch auch in anderen, für den Endkunden unsichtbaren, Bereichen ähnliche Trends durchsetzen. Während die Applikation von Sensoren auf der Produktebene noch etwas länger auf sich warten lassen wird, werden heute übliche Mehrwegverpackungen oder -ladungsträger, zum Beispiel Paletten oder Kleinladungsträger (KLT), bereits mit umfangreicher Sensorik ausgestattet. So erlauben zum Beispiel RFID-Transponder in Paletten neben der Verbesserung und Erhöhung der Zuverlässigkeit bei der Optimierung logistischer Prozesse gleichzeitig eine Zustandsüberwachung der Produkte in Echtzeit. Gleiches gilt auch für die klassischen Mehrwegbehälter mit vergleichbarem Funktionsumfang. Nicht zuletzt ermöglichen auch die boomenden additiven Fertigungsverfahren des 3D-Drucks neue Möglichkeiten bei der Realisierung innovativer Verpackungslösungen in Kombination mit modernen Auto-ID-Elementen. Die Anfertigung individueller Verpackungslösungen – bedarfsweise und in einem einzigen Arbeitsgang ausgestattet mit RFID-Transpondern und Sensorikelementen – wird in absehbarer Zeit Einzug halten. Auch an dieser Stelle versprechen intensive Bemühungen im Bereich der Forschung kurz- bis mittelfristig praktikable und vor allem bezahlbare Lösungsansätze. www.vvl-ev.de 20 f+h 9/2015

LAGER. WAREN. FLUSS. In der Welt der Logistik muss alles fließen. Wareneingang, Lagerung, Entnahme. Automatisch oder manuell. Reibungsloser Transport der Waren ist das A und O. Speziell dafür haben wir unsere Behälter konzipiert. Vielseitig einsetzbar in verschiedensten Lager- und Fördersystemen, formstabil, belastbar und auf Wunsch leitfähig, überzeugen sie einfach bei jedem Aspekt der Warenlogistik. Damit alles wie geschmiert läuft. Querschnittsthema „Kennzeichnen & Etikettieren“ gewährt umfassenden Überblick Die Fachpack 2015 wird auch in diesem Jahr wieder Besucher aus ganz Europa in die Nürnberger Messehallen locken. Denn vom 29. September bis zum 1. Oktober 2015 dreht sich erneut alles um das Thema „Verpackungen“. Mehr als 1 500 Aussteller werden ihre Innovationen und Weiterentwicklungen aus den Bereichen Verpackung, Technik, Veredelung und Logistik präsentieren. Der Schwerpunkt der Messe liegt in diesem Jahr auf dem Thema „Kennzeichnen & Etikettieren“ und gewährt einen umfassenden Überblick über Labels aller Art, die zur Information („smart labelling“) oder Dekoration („nice labelling“) dienen. Zu entdecken gibt es effektive Etikettiermaschinen, innovative Identifikations-, Codier- und Warensicherungssysteme, Track & Trace, unterschiedliche Trägermaterialien, neue Drucker und Druckverfahren wie Digitaldruck und 3D-Druck, Auto-ID- Systeme, präzise Kennzeichnungsverfahren durch Laser oder Tinte und vieles mehr. Sonderschauen, Forumsbeiträge und Firmenpräsentationen stehen ebenso im Mittelpunkt der Messe. Zum Beispiel präsentiert die Sonderschau „Smart Labelling – ein Blick in die Zukunft“ des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML), Dortmund, in Halle 3A aktuelle Trends. Best-Practice-Beispiele veranschaulichen Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung im Bereich der Identifikationstechnologien. Neben der optimalen Verpackung spielen die richtige Kennzeichnung und Identifikation von Waren eine maßgebliche Rolle in der Logistik und eröffnen neue Wege für innovative Lösungen – von standardisierten „Track & Trace“-Systemen bis hin zur Inventur mit Drohnen. Auf vier Themeninseln präsentiert die Sonderschau die wichtigsten Wirtschaftszweige der Logistik: Produktion, Logistikdienstleister, IT und Handel. Interessierte Fachbesucher erleben neue Technologien und können diese auch gleich ausprobieren. Neu in diesem Jahr: Junge, innovative Unternehmen aus Deutschland erhalten erstmals die Chance, sich an einem Gemeinschaftsstand der Messeöffentlichkeit zu präsentieren. Die Fachpack findet in diesem Jahr bereits zum 36. Mal statt und hat an den ersten beiden Messetagen von 9:00 bis 18:00 Uhr, am 1. Oktober von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Der Veranstalter erwartet mehr als 37 000 Fachbesucher. www.bekuplast.com Besuchen Sie uns auf der FachPack! 29.9. bis 1.10.2015 Halle 6 · Stand 411 Industriestraße 1 · 49824 ·Ringe ·Deutschland Tel. +49 5944 9333-0 ·info@bekuplast.com

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