Aufrufe
vor 1 Jahr

f+h fördern und heben 9/2015

f+h fördern und heben 9/2015

VERPACKUNGSTECHNIK wird

VERPACKUNGSTECHNIK wird allein in Europa auf 1,4 Millionen Tonnen pro Jahr geschätzt. Weil das Verfahren viel Material erfordert, müssen Anwender die Folienrollen jedoch häufig wechseln. Aus diesem Grund eignet sich das Wickelstretchen vor allem bei kleinem Produktionsausstoß. Die Wickelstretchfolie ist dehnbar. Damit verfestigt sie beim Verpacken die palettierte Ware. Doch das Verfahren bringt nur eine geringe vertikale Spannkraft auf die Ladung. Genau diese sorgt für den eigentlichen Halt bei der Transportbelastung. Für schwere und scharfkantige Güter wie „Stretchen“ Steine oder Ziegel ist das Verfahren jedoch ungeeignet. Ein weiterer Nachteil: Um die Produkte vor Witterungseinflüssen und Feuchtigkeit zu schützen, muss der Anwender die Ladung mit zusätzlichen Folien sichern. Aufgrund der Folienüberlappung lässt sich weder eine gute Displaywirkung realisieren noch lassen sich die unter der Folie auf den Gütern befindlichen Barcodes gut erkennen. Und weil die Folie gewickelt wird, kann sie nicht bedruckt werden. Bedingt durch die Haft eigenschaften der Folie werden Schmutz partikel angezogen, bei längerer Lagerung besteht die Gefahr, dass sich auf den Produkten eine Staubschicht bildet. Außerdem verfügen per Wickelstretchen gebildete Ladungsträger über keinen Diebstahlschutz. Unbefugte können Waren von der Palette entnehmen, ohne die Folie zu zerstören. In automatisch betriebenen Logistikzentren können abstehende Folienreste die Sensorik der Fördertechnik oder Regalbediengeräte irritieren. Häufige Fehlermeldungen sind die Folge. Aufgrund der vielen Einstellparameter lässt sich die benötigte Folienmenge auch nicht exakt berechnen. Per Stretchhaube zur Transportsicherheit Die Stretchhaubentechnik ist eine Kombination aus Folienhauben- und Wickelstretchverfahren. Beumer installierte die erste Anlage dazu im Jahre 1988 in Belgien. Der Durchbruch für dieses Palettenverpackungsverfahren kam jedoch erst vor rd. 15 Jahren. Denn durch verbesserte Rohmaterialien ließ sich die Qualität der Folien merklich steigern. Die Stretchfolie passt sich, wie beim Schrumpfen, an jedes Produkt an, das auf einer Palette gestapelt ist. Und genau wie beim Wickeln ist die Folie dehnbar und verfestigt so das Material über die Rückstellkräfte. Dieses Verfahren bietet somit eine hohe Ladungsstabilität. Ebenso verklebt die Verpackungsfolie während des Prozesses auch nicht mit dem Produkt. Die Palette lässt sich sowohl hochregallagerfähig als auch mit Unterstretch verpacken. Die glatte und lochfreie Oberfläche der Folie ermöglicht eine klare Sicht auf die verpackte Ware. Somit wird beim Verkauf vor Ort eine ausgezeichnete Displaywirkung erzielt. Auch auf der Ware befindliche Barcodes werden erkannt. Die verwendete Folie ist wiederverwertbar und wird beim Stretch­ haubenverfahren zudem nicht erhitzt. Das reduziert die Brandgefahr, erhöht die Betriebs sicherheit und verringert somit Versicherungsprämien. Für viele Anwendungsfälle in der Industrie und für Endverbraucherprodukte bietet das Stretchhaubenverfahren damit einen sicheren Schutz für gestapelte Waren vor Witterungseinflüssen, Feuchtigkeit, Insekten und UV-Strahlen. Stretchen verdoppelt den Durchsatz Um langfristig wettbewerbsfähig zu sein, sollten Unternehmen bei ihren Investitionsentscheidungen nicht nur die Gesamt ­ be triebskosten betrachten. Die Beumer Group schließt aus diesem Grund schon bei der Entwicklung sowohl die ökonomischen als auch die ökologischen und sozialen Aspekte mit ein. Die Anlagenbetreiber können damit ihre Investitionen strategisch planen. Weil für die meisten Unternehmen neben der Ladungssicherung auch der Schutz gegen Umwelteinflüsse bei der Wahl des geeigneten Verpackungsverfahrens entscheidend ist, haben die Mitarbeiter von Beumer vor allem das Schrumpfhauben- und das Stretchhaubenverfahren miteinander verglichen und einen klaren Kostenvorteil beim Stretchen ermittelt. Als Beispiel nahmen sie einen palettierten Stapel mit einer Höhe von 1 630 mm. Anlagen, die palettierte Waren mit der Schrumpftechnik verpacken, können 35 bis 70 Paletten pro Stunde verarbeiten. Die Stärke der Folie liegt zwischen 120 und 180 µm. Das Stretchhaubenverfahren erreicht mit 100 bis 120 Paletten pro Stunde fast den doppelten Ausstoß. Die zu verarbeitende Folie ist mit 70 und 140 µm auch dünner. Aufgrund der Dehnbarkeit der Folie erfordert das Stretchhaubenverfahren zudem weniger Material. Im Jahr 2014 lag der Marktpreis für Schrumpffolie bei 1,70 Euro pro kg. Die Verpackungskosten für eine Folienhaube betrugen etwa 1,02 Euro. Bei 300 000 Paletten im Jahr beliefen sich die Folienkosten demzufolge auf ca. 306 000 Euro. Beim Stretchhaubenverfahren ist der aktuelle Marktpreis für Folie mit 1,90 Euro pro Kilogramm etwas höher. Um eine Folienhaube zu bilden, ist dafür aber nur Material für 57 Cent erforderlich. Bei gleicher Anzahl der zu verarbeitenden Paletten im Jahr entsteht so mit ca. 159 000 Euro ein deutlicher Kostenunterschied. Der Anwender kann Kosten von rd. 52 Prozent sparen. 30 f+h 9/2015

Verpackungsverfahren im Vergleich Wickelstretch Schrumpfhaube Stretchhaube Displaywirkung × √ √ √ √ √ Regal-Lagerverpackung √ √ √ √ √ √ Palettenfuß-Verpackung (Unterstretch) × √ √ √ √ √ Scannen Codierung × √ √ √ √ √ Reduzierung Energieverbrauch √ √ √ × √ √ √ Reduzierung Brandgefahr √ √ √ × √ √ √ Quelle: Beumer Reduzierung Folienverbrauch √ √ √ √ √ √ Witterungsschutz √ √ √ √ √ √ √ Auch beim Energiebedarf unterscheiden sich die Systeme. Der Gasverbrauch beim Schrumpfen beträgt im Schnitt etwa 2 kWh pro Palette. Die Kosten für die Energie, die erforderlich ist, um eine Stretchhaube zu bilden, belaufen sich auf sechs Cent. Bei den angenommenen 300 000 Paletten im Jahr ergeben sich für den Anwender somit Kosten von ca.18 000 Euro. Weil die Haubenstretchanlage stretch hood ohne Gas arbeitet und die Kosten für den Stromverbrauch bei beiden Verfahren fast identisch sind, spart der Anwender mit der Anlage von Beumer diese Kosten ein. Beim Schrumpfen schwanken die Instandhaltungskosten, vor allem bei älteren Maschinen zwischen 2 000 und 8 000 Euro im Jahr. Als Berechnungsgrundlage werden 4 000 Euro angenommen. Die ermittelten Durchschnittskosten beim Stretchverfahren belaufen sich zwischen 1 000 und 3 000 Euro im Jahr. Bei einem Mittelwert von 2 000 Euro spart der Anwender 2 000 Euro für Wartungsmaßnahmen. Der Betreiber hat somit mit der Stretchhaubentechnik auch hier weniger Kosten im Jahr. Mit dem stretch hood A hat das Unternehmen die bewährte Verpackungsanlage von Grund auf neu konzipiert. Bei der Entwicklung haben die Mitarbeiter verschiedene Komponenten analysiert und diese hinsichtlich ihrer Funktion, Anordnung und Ergonomie optimiert. Dazu gehören z. B. eine intuitive Menüführung der Maschinensteuerung über ein Soft-Touch-Panel, ein optimierter, ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz für den Bediener sowie ein materialschonender Transport der Folie in die Anlage mit einem innovativen Folientransportsystem. Die neue Anlage verfügt zudem über eine höhere Systemleistung und benötigt weniger Aufstellfläche. Fotos: Beumer/Bearbeitung: VFV Grafik www.beumergroup.com ×= das Verfahren ist ungeeignet √= xxx √√= xxx √√√= xxx

AUSGABE