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f+h fördern und heben 9/2015

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TOC EUROPE I NACHLESE

TOC EUROPE I NACHLESE Rotterdam, Ahoi! Ein Besuch der europäischen Fachmesse für Hafen- und Terminaltechnik 01 f+h-Chefredakteur Holger Seybold im Gespräch mit Julian Alexander (links), Business Line Manager bei Continental CST Mehr als 160 Aussteller zeigten auf der TOC Europe die neuesten Trends und Technologien für Hafen- und Terminalanlagen. Die Redaktion f+h war für Sie im Veranstaltungszentrum Ahoy in Rotterdam und hat sich einige Highlights näher angeschaut. Die TOC Container Supply Chain Europe ist eine der größten Fachausstellungen für Hafen-, Schiffs- und Terminaltechnik und damit eine Plattform für Hersteller und Lieferanten von relevanten Produkten und Dienstleistungen für Hafen- und Terminalanlagen. Im Jahresrhythmus gastieren die TOC-Messen – es gibt sie neben Europa auch in Amerika, Asien und im mittleren Osten – an wechselnden Standorten. In diesem Jahr war die TOC Europe im Veranstaltungszentrum Ahoy in Rotterdam zu Gast. Mehr als 160 Aussteller präsentierten hier die neuesten Trends und Technologien. Aus der Ferne im Blick So zeigte Continental Commercial Specialty Tires (CST), mit der Contiflexbox eine neue Telematik-Lösung, die das Reifenluftdruck- Kontrollsystem Contipressurecheck ergänzt. „Die effiziente Analyse und Nutzung „Eine effiziente Analyse der Daten ermöglicht optimierte Prozesse“ Julian Alexander von Daten ermöglicht es Flottenmanagern, ihre Prozesse zu optimieren und Betriebskosten zu senken“, erklärte uns Julian Alexander (Bild 01, links), Business Line Manager Material Handling bei Continental CST. Das System besteht aus einer Telematikbox, die in der Fahrerkabine montiert wird. Sie sammelt permanent die Daten des Reifenluftdruck-Kontrollsystems, die von den Druck- und Temperatursensoren im Reifeninneren per Funk gesendet werden. So ist der Fahrer in der Lage, jederzeit Luftdruck und Betriebstemperatur aller Reifen zu kontrollieren. Darüber hinaus erfasst die Telematikbox ein GPS-Signal und ist so in der Lage zusätzliche fahrzeugbezogene Daten wie Standort, Fahrwege und Einsatzdauer zu bestimmen. So können Flottenmanager wahlweise per GSM, WLAN oder Bluetooth auf die gesammelten Daten zugreifen und für einen effizienten Einsatz der einzelnen Fahrzeuge verfügbar machen. Auf diese Weise ist zudem ein Monitoring der übermittelten Reifen-Parameter möglich, sodass Reifenausfälle, die durch einen zu niedrigen Luftdruck oder eine Überhitzung entstehen, minimiert werden können. Alexander demonstrierte die Datenübertragung auf einem Tablet-PC anhand eines testweise ausgerüsteten Flurförderzeugs, welches zu dem Zeitpunkt gerade in einem Hafen in der Türkei zum Einsatz kam. So konnte über eine Internetanbindung live sowohl Luftdruck als auch Temperatur der Reifen abgerufen werden. Darüber hinaus konnten anhand der Daten die Fahrwege in einer Satellitenkarte dargestellt werden. Die gezeigten Fahrwege verliefen auf der Karte allerdings nicht nur an Land, sondern auch im Wasser. Was sich auf den ersten Blick als Messungenauigkeit darstellte, war jedoch dem älteren Fotomaterial von Google Maps geschuldet, auf dem das neue Containerterminal noch nicht abgebildet war. 45 Tonnen Tragfähigkeit Ein richtig großes Flurförderzeug feierte auf der TOC Europe seine Weltpremiere: Der Reachstacker LRS 545 (Bild 02) ist die neueste Umschlaglösung der Liebherr-Sparte Maritime Krane. Als Bindeglied zwischen Kai und Lagerfläche stapelt der LRS 545 in der ersten Reihe bis zu fünf Container mit einer Tragfähigkeit von 45 Tonnen. In der zweiten Reihe beträgt die Tragfähigkeit bei gleicher Hubhöhe 31 Tonnen. Der Reachstacker ist mit einem von Liebherr selbst entwickelten 230-kW-Vierzylinder-Dieselmotor ausgestattet, der laut Hersteller nicht nur sparsam im Verbrauch sein soll, sondern auch den neuesten EU-Emissionsstandards der Stufe IV / EPA Tier 4 final entspricht. Sein 54 f+h 9/2015

NACHLESE I TOC EUROPE hydrostatischer Antrieb ermöglicht eine stufenlose Beschleunigung mit optimierter Dieselmotor-Drehzahl, die zu Kraftstoffeinsparungen führt. Optional ist der LRS 545 auch mit dem hybriden Antriebssystem Pactronic erhältlich. Wichtiges Merkmal dieser Technologie ist ein zusätzlicher Energiespeicher, der beim Senken der Last sowie durch überschüssige Leistung des Dieselmotors geladen wird. Die so gespeicherte Energie wird bei Bedarf freigesetzt und liefert eine Mehrleistung von 110 kW ohne zusätzlichen Kraftstoffverbrauch oder Emissionen. Integrierte Automationslösung Unter dem Namen Kalmar „One Terminal“ präsentierten Kalmar und Navis zusammen die nach eigenen Angaben branchenweit erste integrierte Automatisierungslösung für Containerterminals. Ein Kernteam bringt die Softwaresysteme, die Geräte und Dienstleistungen von Kalmar und Navis für einen nahtlosen Einsatz zusammen. Es gestaltet die Automatisierung transparent, mindert die damit verbundenen Risiken und hilft dem Betreiber das volle Potenzial des Terminals auszuschöpfen. Dabei ist die Automatisierungslösung sowohl für neue als auch für bestehende Standorte geeignet. Das Konzept umfasst auf der Geräteseite die automatisierten Stapelkrane (ASC), Portalhubwagen und gummibereifte Portalkrane, und auf der Softwareseite eine Kombination aus dem N4 Terminal-Betriebs System (TOS) von Navis und dem Terminal Logistiksystem TLS von Kalmar. Während des kompletten Lebenszyklus sichert der Kalmar Service mit Support- und Wartungsdienstleistungen die optimale Leistung. Zur TOC Europe hatte Kalmar eine weitere Neuerung von seinem automatisierten Portalkran-Systems ASC zu verkünden: Der Portalkran ist in der fünften Generation mit einer optimierten Leichtbaustruktur ausgerüstet, die eine Gewichtsreduzierung von zehn Prozent gegenüber dem Vorgängermodell aufweisen soll. In der Folge verringert sich der Energieverbrauch und bietet so Einsparungen bei den Betriebskosten. Neue Drehstrom-Motoren der Effizienzklasse IE2 tragen ebenfalls zur Verbesserung der Energieeffizienz bei. Für 2016, respektive vom 14. bis 16. Juni 2016, hat sich die TOC Europe für Hamburg angekündigt. Text/Fotos: Holger Seybold/Aufmacherfoto Kalmar, 01 Holger Seybold, 02 Liebherr 02 Der Reachstacker LRS 545 mit einer Tragfähigkeit von 45 Tonnen feierte auf der TOC in Rotterdam Weltpremiere VERGLEICHEN SIE NICHT ÄPFEL MIT BIRNEN! www.laweco.de

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