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f+h fördern und heben 9/2015

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KRANE UND HEBEZEUGE Die

KRANE UND HEBEZEUGE Die Ergonomie im Fokus Modulare Krantechnik erleichtert Arbeitsbedingungen Als der Hydraulikspezialist Hawe mit den Planungen für sein neues Werk begann, war die Zielrichtung klar definiert: Es sollte eine Produktion entstehen, die konsequent nach ergonomischen Grundsätzen ausgerichtet ist. Teil dieses Konzepts war die Installation eines Leichtkransystems mit geringem Eigengewicht, guten Leichtlaufeigenschaften sowie großer Systemvielfalt. Vom Handventil bis zur anschlussfertigen Systemlösung − Produkte von Hawe Hydraulik, München kommen weltweit in mehr als 70 Branchen z. B. im Werkzeugmaschinenbau, bei Mobilkranen oder in der Materialflusstechnik zum Einsatz. Um die Fertigungskapazitäten zu erhöhen, investierte das inhabergeführte Familienunternehmen in einen neuen Produktionsstandort in Kaufbeuren. Nach etwa zweijähriger Bauzeit wurde das neue Werk mit einer Bruttogeschossfläche von ca. 50 000 m² und einer Produktionsfläche von 30 000 m² im September 2014 eingeweiht. Die Kernkompetenz der Produktionsstätte liegt in der Herstellung von Ventilblöcken und Wegeschiebern sowie der automatisierten Baugruppenmontage. Das Areal bietet ausreichend Platz, um alle erforderlichen Produktionsschritte − von der Rohmaterialverarbeitung bis zum fertigen Produkt − an einem Standort abzubilden. Die dabei zum Einsatz kommenden Krananlagen sind exakt auf die Produktions- und Montageprozesse abgestimmt. Sie übernehmen die Aufnahme, den handgeführten Transport sowie die Positionierung einzelner (Stahl-)Bauteile oder komplex montierter Baugruppen. Um diese Prozesse möglichst ergonomisch zu gestalten, entschied sich Hawe für die Beschaffung und Installation des Demag-Leichtkransystem KBK Aluline von Terex MHPS aus Düsseldorf, das die zuvor definierten Anforderungen vollständig erfüllte. Dazu Johannes Kaiser, Projektverantwortlicher im Bereich Handhabung und Montagetechnik bei Hawe Hydraulik: „Unser neues Werk in Kaufbeuren wurde komplett nach ergonomischen Gesichtspunkten ausgerichtet. Die Vorgaben der Ergonomie gelten dabei selbstverständlich auch für die installierte Kran- und Handhabungstechnik.“ 56 f+h 9/2015

KRANE UND HEBEZEUGE Flexibles Konstruktionsprinzip KBK Aluline ist ein modulares Leichtkransystem, mit dem sich nach dem Baukastenprinzip Hängekrananlagen und Einschienenbahnen passgenau konfigurieren lassen. Dazu stehen sechs Aluminiumprofile in vier Baugrößen zur Verfügung, die für Traglasten von bis zu 2 000 kg ausgelegt sind. Das geringe Eigengewicht der Aluminiumprofile in Verbindung mit den optimierten Leichtlauf-Fahrwerken ermöglicht ein problemloses, ermüdungsfreies Verfahren der Krananlagen von Hand. Es lassen sich so selbst schwere und unhandliche Lasten mit geringem Kraftaufwand bewegen und abbremsen. „Neben dem Eigengewicht des Kranprofils und dem Leichtlauf der Krantechnik spielt der Systemgedanke des Baukastenprinzips für uns eine maßgebliche Rolle. Denn damit werden die gezielte Planung der Schnittstellen sowie die bei geändertem Produktionslayout erforderlichen Anpassungen ermöglicht“, erläutert Kaiser die Beschaffungsentscheidung. Darüber hinaus seien auch gestalterische Gesichtspunkte mitentscheidend für die Systemwahl gewesen. „Das KBK-Aluline- System fügt sich optisch sehr gut in die Umgebung mit dem Aluminium-Profilbau unserer Montageinseln und Prüfständen ein.“ Die Planung und Installation der kompletten Krantechnik übernahm die ebenfalls in Kaufbeuren ansässige Markthaler GmbH. Das auf Stahlbau spezialisierte Unternehmen zählt zu den zertifizierten Demag-Vertragshändlern. Florian Weinbrenner, Projektleiter bei Markthaler, unterstreicht die universellen Einsatzmöglichkeiten des KBK-Aluline-Systems: „Der Systembaukasten bietet mit seiner modularen Struktur die Basis für zahlreiche Hubund Transportlösungen. Mithilfe des Planungstools KBK-Designer lassen sich die Anlagen einfach und schnell konfigurieren, einschließlich der Erstellung von statischen Berechnungen, Stücklisten und technischen Zeichnungen.“ Die Krananlagen sind direkt an den Stahlbau der Hallenkonstruktion angebunden und mithilfe der systemeigenen KBK-Aufhängung lassen sich die Kranbahnen millimetergenau ausrichten. Aufgrund des geringen Eigengewichts der KBK-Aluline-Profile sowie ihrer hohen Steifigkeit sind Aufhängeabstände von bis zu acht Metern realisierbar. Das reduziert den Planungsaufwand und spart Kosten für zusätzlichen Stahlbau. Variantenreiche Einsatzmöglichkeiten An einem der verschiedenen Montagebereiche in der neuen Produktionshalle sind die Arbeitsplätze z. B. auf einer Länge von 14 m mit Profilbahnen überkrant. Die beiden mit einem Abstand von 5,4 m installierten Kranbahnen bestehen aus dem Profil A 18-R mit innenliegender Schleifleitung. Durch diese Form der Energieübertragung entfallen zusätzliche Anbauten für die Stromzuführung und die Vermeidung von Kabeldurchhängen ermöglicht einen Gewinn an Bauhöhe. An diesen Bahnen verfahren zwei Einträger-Hängekrane mit identischem Profiltyp. Die innenliegenden Kunststofflaufrollen der Krane fordern nur geringe Verfahrkräfte ab und ermöglichen so einen leisen und ruhigen Lauf. Die 6,4 m langen Kranbrücken weisen einen beidseitigen Überstand von jeweils 0,5 m auf. Damit ist sichergestellt, dass auch die Montage- und Bereitstellungsflächen seitlich der Kranbahn erreicht werden. Als Hubwerke kommen Kettenzüge vom Typ DCS-Pro mit einer Tragfähigkeit von 125 kg zum Einsatz, die mithilfe ihrer stufenlosen Geschwindigkeitsregelung ein feinfühliges und exaktes Positionieren der Bauteile ermöglichen. Für die Aufnahme von einzelnen Bauteilen sowie gefüllten Sammelkörben wurden spezielle Lastaufnahmemittel entwickelt, die in den Lasthaken der Kettenzüge eingehängt werden. Diese Maßnahmen sorgen für eine durchgehende Entlastung der Mitarbeiter. Ein weiteres Beispiel für den Einsatz von KBK-Aluline-Kranen bildet die Logistik der automatisierten Montagezone: In einer mit Schutzglas abgetrennten Bearbeitungszone übernimmt ein Roboter die vollautomatische Montage von Hydraulikkomponenten. Die dafür erforderlichen Bauteile werden mithilfe einer speziellen Handhabungslösung zugeführt. Dazu nimmt ein Mitarbeiter die bereitstehenden Werkstückträger mit einem am Kran verfahrbaren Hebezeug vom Typ Manulift DCM-Pro auf, das eine Laststeuerung und Lastführung mit einer Hand ermöglicht. Die per Schnellwechselkupplung befestigten Lastaufnahmemittel machen den Manulift dabei zu einem flexiblen Hebezeug. Nach der Ausschleusung aus der Automatikzone wird der Werkstückträger wieder mit dem Kran aufgenommen und zur weiteren Verarbeitung bereitgestellt. Die Krandaten: Bahnlänge: neun Meter, Kranbrücke: 5,5 m. „Mit einem schlüssigen Gesamtkonzept haben wir unseren Kunden Hawe überzeugen können“, so Weinbrenner. „Der Systembaukasten bietet schließlich alle Möglichkeiten für nachträgliche Anpassungen und für ein einfaches Ersatzteilmanagement.“ Foto: Terex MHPS www.demagcranes.com Standardwerke zurBedienerschulung neuerschienen! Zur Aus-, Weiter-und Zusatzausbildung von Bedienern aller Kranarten. Animierte und bearbeitbare PowerPoint ® -Präsentation, 172 Folien + 172 Dozententexte + Umfassendes Fachwissen für Ausbilder,Sicherheitsfachkräfte, Unternehmer und Betriebsplaner. Handbuch, 364 Seiten, 371 Abbildungen +++ WeitereInfos auf www.resch-verlag.com +++ Partner für qualifizierte Ausbilder! f+h 9/2015 57 Resch-Verlag.indd 1 12.08.2015 15:44:00

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