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f+h fördern und heben 9/2016

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FACHPACK I SPECIAL

FACHPACK I SPECIAL Passgenau entwickelt Antalis bietet Gesamtkonzepte rund um das Thema Verpackungen Die Entwicklung eines medizintechnischen Geräts ist aufwendig – und ist das Gerät erst einmal fertig, soll es möglichst sofort einsatzbereit sein. Damit das empfindliche Teil seinen Einsatzort sicher und unversehrt erreicht, ist eine entsprechende Transportverpackung nötig. Unternehmen wie Antalis haben sich genau darauf spezialisiert und sorgen dafür, dass rechtzeitig eine geeignete Verpackung zur Verfügung steht. Lesen Sie mehr. Mit einem neunköpfigen Entwicklungsteam entwirft das Unternehmen Antalis in Landshut, Leinfelden-Echterdingen sowie in Holzwickede maßgeschneiderte Verpackungslösungen, die auf die jeweiligen Anforderungen des Produkts zugeschnitten sind. Mit digitaler Verpackungsentwicklung kann dies parallel zur Produktentwicklungsphase stattfinden, sodass auch die Verpackung pünktlich zur Fertigstellung des Produkts bereit steht. Torsten Knobloch, Entwicklungsleiter des Unternehmens, erklärt, wie dieser Prozess funktioniert: „Zunächst einmal ist es wichtig, die genauen Anforderungen an die Verpackung zu kennen, denn jedes Der digitale Entwurf einer Verpackung für einen Hochleistungsscanner (l.) und die fertige Verpackung Produkt ist einzigartig und hat seine eigenen Schutzansprüche und logistischen Anforderungen.“ Daher beginne die Arbeit von Antalis stets mit einer umfassenden Beratung und Analyse der Ist-Situation. Dabei wird zunächst geklärt, was genau der Kunde von der Verpackung erwartet. Diese Erwartungen sind so vielfältig wie die Produkte, die verpackt werden sollen, erklärt Knobloch. 3D-Daten für digitale Entwicklung So hätten z. B. einige Kunden mehrere unterschiedliche Varianten eines Produkts, die alle mit der gleichen Verpackungslösung verpackt werden sollen. Oder es gehe darum, das Verpacken zu vereinfachen oder zu beschleunigen. Ferner achten laut Knobloch viele Unternehmen darauf, dass möglichst wenig Platz für Lager und Transport in Anspruch genommen wird. „Wissen wir, was die Verpackung leisten soll, können wir an die Entwicklung gehen“, erklärt der Entwicklungsleiter. Für eine digitale Entwicklung werden hierfür die 3D-Daten des Produkts benötigt. Zusätzlich müssen den Entwicklern weitere detaillierte Informatio- 22 f+h 9/2016

SPECIAL I FACHPACK nen über das zu verpackende Produkt zur Verfügung gestellt werden. Knobloch: „Die 3D-Daten eines Produkts sagen uns noch nichts darüber, wie empfindlich das Produkt an unterschiedlichen Stellen ist, diese Informationen sind aber essentiell, um eine Schutzverpackung zu entwickeln.“ Aus diesem Grund dürfe eine ausführliche Beschreibung des Produkts nicht fehlen. Diese muss z. B. beinhalten, aus welchem Material die unterschiedlichen Teile gefertigt sind, welche Teile beweglich oder flexibel sind, wie das Innenleben konstruiert ist, wie stoßempfindlich das Produkt an sich ist und wie empfindlich die einzelnen Teile sind. „Diese Daten benötigen wir, um zu wissen, an welchen Stellen des Produkts die Verpackung anliegen darf. Dies sind die Stellen, an denen die Verpackung im Fall der Fälle die auftretenden Kräfte an das Produkt abgeben kann, ohne es zu beschädigen“. Darüber hinaus seien auch Informationen wie der Transportweg (z. B. per Luftoder Seefracht) sowie die Hitze- bzw. Feuchtigkeitsempfindlichkeit wichtig, um die optimalen Verpackungsmaterialien auszuwählen. Stehen diese Daten und Informationen fest, beginnen die Entwickler mit der eigentlichen Entwicklung der Verpackung. Dazu erstellen sie zunächst ein erstes Konzept anhand der 3D-Daten, das dem Kunden zur Evaluierung vorgestellt wird. Anschließend können ggf. noch Änderungen vorgenommen werden, wenn der Kunde z. B. Anpassungen wünscht oder sich Details des Produkts verändert haben. „Spätestens vor der Freigabe der Produktionsmittel für die Verpackung sollte die Verpackung jedoch anhand eines realen Prototypen des Produkts getestet werden, denn bestimmte Dinge, wie die Eintauchtiefe von Produkten in elastische Polstermaterialien bei einem Sturz zu Boden, können bei einer reinen 3D-Entwicklung nur unzureichend abgeschätzt werden, vor allem dann, wenn das Produkt gekrümmte Raumgeometrien aufweist“, rät Knobloch. Eckpunkte müssen feststehen Die Frage, wann man am besten mit der Verpackungsentwicklung beginnt und wie lange diese dauert, lässt sich laut Knobloch nicht eindeutig beantworten und hängt vom konkreten Einzelfall ab. Wenn es sich um ein Einzelprodukt handelt und alle nötigen Informationen vorliegen, kann eine Da jedes Produkt einzigartig ist und seine individuellen Schutzansprüche hat, ist es zunächst wichtig, die genauen Anforderungen an die Verpackung zu kennen Entwicklung nur wenige Tage in Anspruch nehmen. Geht es um eine große Produktvielfalt, für die ein komplettes Verpackungskonzept enstehen soll, kann dieser Vorgang länger dauern. „Grundsätzlich ist es jedoch vorteilhaft, wenn wir bereits in einem frühen Produkt- Entwicklungsstadium mit ein bezogen werden“, so Knobloch. So bestehe die Möglichkeit, dem Kunden auch bei der Konstruktion des Geräts beratend zur Seite zu Torsten Knobloch, Entwicklungsleiter Antalis stehen, damit dieses sich später mit geringstmöglichem Aufwand verpacken lässt. In jedem Fall sei es bei Beginn der Verpackungsentwicklung wichtig zu wissen, wie weit fortgeschritten die Produktentwicklung ist. Laut Knobloch sollten zumindest einige wichtige Eckpunkte definiert sein, z. B. Geometrie, Gewicht, Schwerpunkt und die Empfindlichkeit der einzelnen Teile. Auch die Anzahl der geplanten Produktvariationen und die geplanten Stückzahlen sind für die Verpackungsentwicklung von Bedeutung, da diese Informationen beeinflussen, welche Materialien und Herstellungsprozesse für die Verpackung wirtschaftlich sind. Fotos: Antalis, Fotolia Bearbeitung: VFV www.antalis-verpackungen.de Halle 7, Stand 7-116

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