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f+h fördern und heben 9/2016

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MATERIALFLUSS 400

MATERIALFLUSS 400 Kartons pro Stunde Roboterbasierte Lösung ermöglicht vollautomatisches Aufbringen von Frachtpapieren Mit anhaltenden Erfolg des E-Commerce ist eine zunehmende Automatisierung intralogistischer Prozesse unausweichlich. Ein Beispiel für diese Entwicklung ist eine Anwendung zur voll automatischen Kennzeichnung von Versandkartons mit Rechnung und Lieferschein. Die Voraussetzung dafür schafft ein 6-achsiger Handlingroboter. Die niederländische Inther Logistics Engineering B. V. hat sich als international tätiger Systemintegrator auf die Prozessautomatisierung in der Intralogistik spezialisiert. In Warenlagern und Logistikzentren weltweit übernehmen die Systeme der Unternehmensgruppe die Automatisierung komplexer Vorgänge rund um Lagerhaltung, Materialfluss und Kommissionierung. Das Angebot reicht dabei von Lösungen zur Unterstützung manueller Tätigkeiten über teil- und vollautomatisierte Anlagen bis hin zur erforderlichen Software-Umgebung. Mit dem umfassenden Portfolio profitiert Inther Logistics nicht zuletzt vom anhaltenden Erfolg des E-Commerce. Denn um diesen bewältigen zu können, setzen die Versender konsequent auf technische Innovationen. Entsprechend hoch ist der Automatisierungsgrad in der Branche. Die Grenzen der Automatisierung in der Intralogistik seien noch lange nicht erreicht, so Paul Hermsen. Als Beispiel dafür nennt der CEO von Inther Logistics Engineering das Aufbringen von Frachtpapieren wie Rechnung und Lieferschein auf den Versandkarton. Anders als das Einlegen von Papieren in den Karton ließ sich diese Aufgabe bisher ausschließlich manuell ausführen und war u. a. entsprechend zeit- und personalintensiv. Vor diesem Hintergrund entwickelten die Konstrukteure von Inther im niederländischen Venray-Oostrum eine Automatisierungslösung für diese Anwendung. 30 f+h 9/2016

Effiziente Systemintegration Das Ergebnis der Entwicklungsarbeit ist der Automated Document Applicator (ADA). Die Maschine übernimmt vollautomatisch alle notwendigen Prozessschritte, die für das korrekte Aufbringen der Frachtpapiere an der Kartonaußenseite erforderlich sind. Im Einzelnen bedeutet dies: Ein Modul druckt das bis zu 4-seitige Dokument aus, faltet es und verpackt es in Folie. Anschließend übernimmt ein Roboter das verpackte Dokument und klebt es auf den entsprechenden Karton. Die Kartons werden über ein Förderband zugeführt. Eine Anforderung während des Arbeitsprozesses besteht darin, dass der Roboter Kartons verschiedener Größe und unterschiedliche Klebepositionen – oben oder seitlich – bewältigen können muss. Über eine Barcode-Identifizierung wird zudem zuverlässig sichergestellt, dass beim Transport durch die Maschine jedem Karton genau das richtige Dokument zugeordnet wird. Durch die Vollautomatisierung der Abläufe mithilfe des ADA-Systems lassen sich so bis zu 400 Kartons pro Stunde durchgängig fehlerfrei verarbeiten. Roboter als Schlüsseltechnologie Ein zentrales Element der ADA-Lösung ist der Roboter, der die verpackten Papiere präzise auf den Karton aufbringt. Inther hat sich dabei bewusst für einen Handlingroboter vom Typ Motoman MH5LF von Yaskawa entschieden. Der 6-achsige Hochgeschwindigkeitsroboter ist für roboterbasierte Applikationen konzipiert, die eine hohe Flexibilität erfordern. Dabei besteht je nach Aufgabenstellung die Möglichkeit einer Boden-, Wand- oder Deckeninstallation. Das Modell lässt sich sowohl mit der Hochleistungssteuerung DX200 als auch der Kompaktsteuerung FS100 betreiben. „Wir sind wirklich zufrieden mit den Programmierungsmöglichkeiten des Roboters und mit der Unterstützung, die wir von den Supportingenieuren erhalten haben“, so die Praxiserfahrung von Hermsen. Ein weiteres Merkmal des Robotersystems ist das kompakte, Platz sparende Design. So kann der Handlingroboter auf engem Raum Lasten von bis zu 5 kg mit einer Wiederholgenauigkeit von 0,03 mm und einem Arbeitsbereich von 160° in beide Richtungen handhaben. Das Platz sparende Konzept setzt sich in Form einer im Roboterarm integrierten Medienzuführung fort. Dadurch lassen sich potenzielle Störquellen reduzieren, die Anlagenzuverlässigkeit erhöhen und die Programmierung vereinfachen. Der Roboterkopf ist eine für die ADA- Maschine entwickelte Kombination aus Vakuum-Box und Papierhalteclips. Lüfter erzeugen ein Vakuum, durch das die Folie am Roboterkopf gehalten wird, Clips greifen und fixieren das Papier, bis es auf den Karton aufgebracht werden kann. In den Roboterkopf sind Sensoren integriert, die vorhandene Folien bzw. Papiere erkennen und Druck gegen einen Karton registrieren. Fotos: Inther www.yaskawa.eu.com eT-Hover-loop 180° wenden ► max. Tragfähigkeit 250kg ► für flächige Lasten mit Abmaßen bis zu 3.000 ˣ 2.000 mm ► mit Linearantrieb eT-Hover-panel horizontal transportieren ► max. Tragfähigkeit 4t (abhängig von Rahmen und Ausstattung) ► für vakuumdichte Platten wie Bleche, Kunststoff- / Holzplatten, etc. Entdecken Sie es selbst! Halle 15, Stand C03 euroTECH Vertriebs GmbH Dammstraße 1 72351 Geislingen DEUTSCHLAND Telefon: +49 7433 90468-0 Fax: +49 7433 90468-13 E-Mail: info@euro-tech-vacuum.de www.euro-tech-vacuum.de f+h 9/2016 31 euroTECH.indd 1 18.08.2016 10:28:52

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