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f+h fördern und heben 9/2016

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FLURFÖRDERZEUGE I

FLURFÖRDERZEUGE I STAPLERTEST „Pick by Tap“ Jungheinrich-Horizontal-Kommissionierer mit Funkbedieneinheit im Praxistest Für optimierte Pickprozesse hat Jungheinrich den Horizontal- Kommissionierer ECE 225 auch mit Funkbedieneinheit, dem „easy Pilot“ im Programm. Wie das Steuerungssystem zu handhaben ist und welche Leistungsmerkmale in der Praxis zu erwarten sind, zeigt unser Test. B eim Orderpicking mit ferngesteuerten Lagertechnikgeräten wird das Flurförderzeug zum nächsten Pickplatz bewegt, ohne dass der Bediener aufsteigen und fahren muss. Dadurch lassen sich nicht nur unnötige Laufwege einsparen, sondern auch die Pickleistung erhöhen. Während der diesjährigen Cemat zeigte Jungheinrich sein „easy Pilot“-Konzept, ein System zur Funkfernsteuerung von Horizontal-Kommissionierern aus der ECE- Serie, welches mit dem Warehouse-Management-System verbunden werden kann. Einige Geräte sind bereits bei Kunden in der Testphase. Auch wir haben die Möglichkeit genutzt, dem Flurförderzeug mit Funkbedieneinheit, allerdings ohne WMS- Anbindung, auf den Zahn zu fühlen. Umrüstungsfeatures Damit der ECE 225 ohne mitfahrenden Bediener funkferngesteuert betrieben werden kann, ist das Flurförderzeug mit zusätzlicher Elektronik und Steuerungssoftware sowie zwei in die Motorhaube integrierte Empfänger (Pairing-Feld) ausgestattet (Bild 01). Die Modifikation unseres Testkandidaten wurde so vorgenommen, dass sich die Motorhaube trotz integrierten Empfängern problemlos abnehmen und wieder anbringen lässt. Das Herz des „easy Pilot“-Steuerungssystems ist der Funksender, der an einem Clip am Hosengürtel getragen werden kann. Jungheinrich liefert auch einen entsprechenden Tragegürtel (Bild 02) der für Links- sowie Rechtshänder geeignet ist. Zur Ausstattung der Funkbedienung zählt eine Lithium-Ionen-Batterie, die Energie für zwei Schichten liefert. Der Status der Batterie wird auf der Funkfernsteuerung über eine grüne, respektive rote LED-Signalleuchte angezeigt. Darüber hinaus erscheint bei zu niedrigem Batterielevel auf dem Staplerdisplay ein Signal in Form eines Sender-Identifizierungscodes. 01 Die Verbindung mit der Funkfernsteuerung wird über einen in die Motorabdeckung eingelassenen Empfänger (Pairing-Feld) hergestellt 34 f+h 9/2016

STAPLERTEST I FLURFÖRDERZEUGE Verbindung herstellen Das Koppeln (Pairing) des Senders an unser Testfahrzeug ist ein Kinderspiel. Schaltet man den Kontakt am ECE 225 empfangsbereit, meldet das Display, dass eine Verbindung möglich ist. Ein Sendersymbol wird angezeigt. Solange der Sender nicht mit dem Flurförderzeug verbunden ist, bleibt dieses Symbol sichtbar. Die Kopplung entsteht erst in dem Moment, wo wir den Sender 1,5 bis zwei Sekunden an das Pairing-Feld der Motorhaube halten. LED-Signalleuchten am Fahrzeug bestätigen diesen Vorgang (Bild 03) und das Symbol auf dem Display erlischt. Solange der ECE 225 empfangsbereit ist, bleibt die Verbindung bestehen. Für den Fall, dass der Bediener den Sendebereich des empfangsbereiten Flurförderzeugs verlässt und später wieder in die Nähe der Maschine gelangt, stellt das System die Verbindung wieder automatisch mit dem vorher gekoppelten Sender her. Andere Funkbedieneinheiten werden in der Zwischenzeit nicht akzeptiert. Drücken oder tappen Unser Test-Kommissionierer lässt sich auf zwei Arten fernsteuern: indem man die beiden Fahrknöpfe am Funksender (Bild 04) gleichzeitig drückt oder indem man die Steuereinheit „antappt“. Bei der Steuerung per Knopfdruck bewegt sich das Flurförderzeug, solange eine der beiden Tasten gedrückt bleibt bis maximal zehn Meter. Nutzen wir die Tap-Funktion zum Steuern, ist die Fahrdistanz von den vorprogrammierten Einstellungen abhängig. Hier lässt sich zwischen Doppel-Tap und Dreifach-Tap wählen. Beim Doppel-Tap fährt unser Testgerät etwa zwei Meter und stoppt dann automatisch. Beim Dreifach-Tap beträgt der Fahrweg sieben Meter. Jede Distanz bis maximal zehn Meter ist einstellbar. Eimaliges Tappen bringt den Stapler zum Stillstand. Alternativ gibt es auch einen extra Stoppschalter an der Seite des Funksenders. Darüber hinaus hält das Fahrzeug automatisch an, wenn z. B. das Lenkrad oder der Jungheinrich ECE 225 Pr. 3 Fahren 14 km/h Fahrgeschwindigkeit (in km/h) 13,64 4,93 Beschleunigung über 10 m (in s) 4,6 Jungheinrich ECE 225 Pr. 3 „easy Pilot“ 14 km/h 4,93 7,5 Jungheinrich ECE 225 Pr. 3 Fahren 10 km/h 9,9 4,7 Jungheinrich ECE 225 Pr. 3 „easy Pilot“ 10 km/h Mitlaufknopf an der Seite willkürlich aktiviert wurde oder der Scanner ein Hindernis registriert. Praxistest auf drei Parcours Was die praktische Erprobung des „easy Pilot“-Konzepts anbetrifft, so konnten wir 7,5 Pr. 3 = Fahrmodus 3 02 Zum „easy Pilot“-System gehört ein Funksender, der am herkömmlichen Hosengürtel oder an einer maßgeschneiderten Tragevorrichtung griffbereit zur Verfügung steht f+h 9/2016 35

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