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f+h fördern und heben 9/2017

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f+h fördern und heben 9/2017

Neu am Start Der

Neu am Start Der Elektro-Niederhubwagen EJE M15 von Jungheinrich im Praxistest Jungheinrich lanciert mit dem Elektro-Niederhubwagen EJE M15 eine, nach eigenen Aussagen, wirtschaftliche Alternative zum elektrischen Handhubwagen. Wir haben den EJE M15 mit einer Tragfähigkeit von 1500 kg getestet und die Leistungen gegenüber vergleichbaren Flurförderzeugen in diesem Segment gemessen. Auch die Unterschiede zu seinem „großen Bruder“, dem EJE 116, haben wir herausgearbeitet. Natürlich hinkt ein direkter Vergleich zwischen dem EJE M15 und dem EJE 116 von Jungheinrich, denn der EJE 116 wurde als leistungsstarkes „Arbeitstier“ für den Einsatz in industrieller Umgebung ent- wickelt. Das Gerät ist mit einem robusten Fahrgestell sowie einem Batteriefach aus Stahl ausgestattet. Für Power sorgt eine Blei säure-Batterie (24 V/150 bis 250 Ah). Ein Li-Ion-Akku ist optional verfügbar. Der Deichselkopf des EJE 116 hat seine Praxistauglichkeit bereits seit vielen Jahren bewiesen. Im Hinblick auf die Konstruktion fällt der EJE M15 merklich leichter und kompakter aus als sein „großer Bruder“ (Bild 01). Der Newcomer ist mit zwei wartungsfreien 12-V-Gel-Batterien und einer schlichteren Variante der „Jungheinrich-Deichsel“ ausgestattet. Konzipiert ist der EJE M15 für Einsatzbereiche, die zwischen denen eines elektrischen Handhubwagens und den industriellen Anwendungsbereichen des EJE 116 angesiedelt sind. Frühere Tests haben bereits gezeigt, dass ein herkömmlicher Handgabelhubwagen für Lasten von mehr als 700 kg kein adäquates Transportmittel ist. Aus diesem Grund finden sich zunehmend Geräte am Markt, die wie der EJE M15 für den gelegentlichen bis regelmäßigen Transport und Umschlag von Lasten bis zu 1 500 kg ausgelegt sind. Unterschiede und Übereinstimmungen Unser Testkandidat bringt mit seinen 219 kg nicht einmal die Hälfte des Gewichts auf die Waage wie der EJE 116. Bekommt man dafür auch weniger Stapler und Leistungen? Die Antwort ist ein klares: Nein. Der EJE M15 erfüllt nicht nur problemlos unsere Erwartungen, sondern wir bestätigen sogar einige Vorzüge gegenüber seinem großen Bruder. So ist der Neue mit seinem um 60 mm geringeren L2-Maß insgesamt kompakter, was praktisch ist, wenn man z. B. ein Flurförderzeug für das Arbeiten auf der Ladefläche eines Lkw benötigt. Vor allem was die Fahrzeughöhe betrifft, unterbietet der EJE M15 seinen großen Bruder, mit dem Effekt, dass die Sicht auf die Gabelspitze besser ist (Bild 02). Beide Modelle sind mit einer kohlenbürstenfreien Wechselstrom-Technik ausgestattet; der Antrieb beim EJE M15 wird – wie bereits erwähnt − von wartungsfreien Gelbatterien gespeist. Der EJE 116 verfügt über eine in puncto Leistung doppelt so starke Batterie und kann somit auch die doppelte 20 f+h 9/2017

STAPLERTEST I FLURFÖRDERZEUGE 01 Der EJE M15 (r.) wiegt nur etwa die Hälfte des EJE 116, ist aber kompakter und genauso gut in der Lage, Lasten von bis zu 1 500 kg umzuschlagen EJE M 15 EJE 116 Tragfähigkeit [kg] 1500 1 600 Batteriekapazität [V/Ah] 24 / 70 24 / 150 AC oder DC AC AC Integriertes Ladegerät Ja Ja Entriegelung Schlüssel Schlüssel Verschiedene Einstellungen Nein Nein Einsetzbar im Lkw Ja Ja Gewicht [kg] 219 441 L2-Abmessung [mm] 435 494 Quelle: Andersom Testing/f+h Menge an Paletten umschlagen, bevor die Batterie wieder an das integrierte Ladegerät angeschlossen werden muss. Wird der EJE M15 dadurch den Leistungsanforderungen nicht gerecht? Erneut lautet die Antwort: Nein. Mit einer theoretischen Anzahl von 445 umgeschlagenen Paletten bei einer vollständigen Batterieladung schneidet der Newcomer gar nicht schlecht ab, wenn man berücksichtigt, für welchen Einsatz er konzipiert ist. Auch dieser Niederhubwagen ist mit einem integrierten 230-V- Ladegerät ausgestattet, was ein Aufladen an jeder herkömmlichen Steckdose ermöglicht (Bild 03). Leistungen und Verbrauch Im Betrieb ist der EJE 116 leiser, geschmeidiger und kraftvoller als sein kleiner Bruder. Die Beschleunigungs- und Fahrgeschwindigkeiten fallen etwas höher aus, sodass sich auch mehr Paletten pro Stunde umschlagen lassen. Der EJE 116 ist eindeutig für einen intensiveren Einsatz ausgelegt, bei unserer Verbrauchsmessung aber dadurch auch etwas weniger wirtschaftlich. Der EJE M15 ist während des Tests weniger „durstig“, benötigt allerdings auch mehr Zeit, um die gestellten Arbeitsaufträge zu bewerkstelligen. Umgerechnet auf den Energieverbrauch pro umgeschlagener Palette erzielen so beide Testkandidaten exakt den gleichen Wert. Selbstredend vergleichen wir die Leistungswerte des EJE M15 auch mit zuvor getesteten Elektro-Niederhubwagen aus dem entsprechenden Segment. Dabei stellt sich heraus, dass unser Testkandidat etwas mehr Energie verbraucht und etwas weniger produktiv ist. Allerdings sind diese Ergebnisse nicht negativ zu bewerten. Der EJE M15 hat eine um 200 kg höhere Hubleistung wie die von uns getesteten Wettbewerbsgeräte. Wir verwenden daher beim 02 Aufgrund der Bauhöhe und des günstigen L2-Maßes fällt die Sicht auf die Gabelspitzen großzügig aus Fahrgeschwindigkeit mit Last [km/h] Fahrgeschwindigkeit ohne Last [km/h] Sprint über 10 m mit Last [s] Sprint über 10 m ohne Last [s] EJE M 15 5,07 5,03 8,20 7,80 EJE 116 6,00 6,00 6,60 6,50 Durchschnittswert der bisher von uns getesteten Elektro-Niederhubwagen der M-Klasse* 4,74 5,51 9,60 7,20 *Anmerkung: Der M-Klasse-Durchschnitt wurde mit um 200 kg leichteren Lasten getestet f+h 9/2017 21

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