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f+h fördern und heben 9/2018

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f+h fördern und heben 9/2018

AUTOMATISCHE INVENTUR IM

AUTOMATISCHE INVENTUR IM VORBEIFLUG Die Drohnenlösung Inventairy des deutschen Startups Doks. Innovation zur automatisierten Bestandserfassung hat Marktreife erlangt. Mithilfe der Lösung lassen sich Kosten sparen und die Transparenz über alle Lagerbestände erhöhen. Seit der Gründung von Doks. Innovation ist etwa ein Jahr vergangen. Nun stellt das Startup aus Kassel sein erstes marktreifes Produkt vor: Eine autonom fliegende Drohne namens Inventairy, die im Lager eine automatisierte Inventur durchführt – und das, wie Benjamin Federmann, CEO und Mitbegründer von Doks. Innovation, im Gespräch mit der Redaktion betont, ohne GPS-Unterstützung. Neben der automatisierten Bestandserfassung profitieren Unternehmen von einer Entlastung der Mitarbeiter und einer Kostenersparnis, da sie mit Inventairy zwei Regalseiten gleichzeitig erfassen können. Federmann: „Im Rahmen der Entwicklung haben wir uns intensiv mit der Sensorik beschäftigt und entsprechende Lösungen gefunden.“ Durch die Kombination aus einer automatisiert fliegenden Drohne, einer präzisen Sensorik und einer Software werden die Bestandsinformationen in für das Management relevante Informationen überführt. Das Inventairy-System visualisiert und archiviert 10 f+h 2018/09 www.foerdern-und-heben.de

PERSPEKTIVEN hierfür die Ist-Bestandsinformationen, die wiederum die Basis für etwaige Abweichungen bilden und somit als wichtige Entscheidungsgrundlagen dienen. Einer der Pilotkunden, die Inventairy in Kooperation mit dem Lebensmittelunternehmen Mars einsetzt, ist die Rigterink Logistikgruppe aus Nordhorn. „Die manuelle Inventur konventioneller Regalsysteme ist zeitund kostenintensiv. Vor allem Fehler in der Erfassung von Beständen erfordern einen zusätzlichen Aufwand in der Nachbereitung und der finalen Kontrolle. Mit Inventairy sind wir zuversichtlich, dass wir alle Prozesse rund um die Bestandserfassung optimieren und dadurch auch die Fehlerrate reduzieren können, was sich schließlich auf eine Verbesserung der Kostenstruktur und Transparenz auswirkt“, so Arne Rigterink, Standortleiter der Rigterink Logistikgruppe in Flörsheim am Main, wo zurzeit drei Drohnen im Einsatz sind. Mit den Erkenntnissen des Pilotkunden aus dem Bereich der Lebensmittellogistik will das Startup bis 2019 die Serienreife der Lösung erreichen. Wobei die Rigterink Logistikgruppe einer von 25 Pilotkunden ist. „Wir wollen mit der Entwicklung die Inventur in unterschiedlichen Anwendungen vereinfachen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir die Einflüsse aus den verschiedenen Einsatzgebieten auf die Komponenten der Drohne analysieren“, so Federmann. Und dabei denkt der CEO bereits über weitere Anwendungen nach. „Mit der Technik lassen sich Metadaten zur Temperatur und Luftfeuchtigkeit der Bestände erfassen. Darüber hinaus sehe ich großes Potenzial im Rahmen der Regalinspektion.“ IN 27 MINUTEN IST ALLES ERLEDIGT ›› Digitalisierung WINFRIED BAUER, CHEFREDAKTEUR F+H Die autonome Drohnenlösung Inventairy ist ein gutes Beispiel dafür, welches Potenzial die der Logistik erschließen kann Doch zurück in die Gegenwart. Die Inventur für eine Regalgasse ist bei dem Logistikdienstleister nun in 27 Minuten erledigt. In dieser Zeit fliegt die Drohne den 70 m langen Gang ab und erfasst dabei die Ladungsträger in beiden Regalzeilen von der ersten bis zur fünften Ebene. Um der Drohne beizubringen, welchen Barcode es zu erfassen gilt, haben die Entwickler von Doks. Innovation Methoden des Machine Learning angewendet. Rigterink: „Die Barcodes mussten also nicht um zusätzliche Elemente ergänzt werden.“ Neben der Erfassung des Barcodes macht die Drohne von der Palette ein Foto, das sich im Rahmen von Qualitätssicherungsmaßnahmen verwenden lässt. Entsprechend groß sind die im Vorbeiflug erzeugten Datenmengen. So fallen in Flörsheim bis zu 15 GB pro Lagergasse an. Da sich ein derart hohes Datenvolumen nicht per WLAN übertragen lässt, sind die Drohnen mit einem Wechselspeicher ausgestattet. Die auf dem Speicher hinterlegten Informationen kann der Lagerleiter am Drohnenleitstand auslesen und weiterverarbeiten. Zum Funktionsumfang der Leitstandssoftware gehört ferner die Möglichkeit die Lager topologie zu hinterlegen. Diese Aufgabe kann problemlos das Personal des Betreibers erledigen. Für Unternehmen, die nicht in eine eigne Drohnenlösung investieren möchten, bietet Doks. Innovation eine Mietlösung an. Beim Vor-Ort-Termin der Redaktion in Flörsheim musste die Regalgasse für den Drohneneinsatz abgesperrt werden. Und da wären wir denn auch wieder beim Blick in die Zukunft. Federmann: „Die Gespräche mit den verschiedenen Gremien laufen, um dahin zu kommen, dass ein Drohneneinsatz möglich ist, auch wenn Personal in der Gasse arbeitet.“ WB Fotos: Doks. Innovation, f+h, Karte auf S. 11: Stepmap, 123map. Daten: Openstreetmap, Lizenz: ODbL 1.0 www.doks-innovation.com Der Airbag für Ihre Maschine Besser geschützt EAS ® -compact ® — die perfekte Sicherheitskupplung für zuverlässigen Überlastschutz www.mayr.com Besuchen Sie uns auf der AMB, Halle EO, Stand 211 Ihr zuverlässiger Partner Mayr.indd 1 19.07.2018 15:14:31 www.foerdern-und-heben.de f+h 2018/09 11

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