Aufrufe
vor 3 Monaten

f+h fördern und heben 9/2018

  • Text
  • Heben
  • Foerdern
  • Fuh
f+h fördern und heben 9/2018

PRODUKTE UND SYSTEME

PRODUKTE UND SYSTEME AUTOMATISIERTES FÖRDERSYSTEM OPTIMIERT LOGISTIKPROZESSE Der international tätige Büromöbelhersteller Sedus Stoll, Waldshut-Tiengen, hat in einem umfangreichen Modernisierungs- und Investitionsprogramm am Produktionsstandort in Dogern seine Fertigungs- und Montagebereiche neu strukturiert. Mithilfe der FAB Fördertechnik und Anlagenbau GmbH hat das Unternehmen einen Rollenförderer für Bürostühle errichtet, der eine bestehende Förderanlage ersetzt. Der folgende Beitrag soll Aufschluss über die Projektarbeit geben – von den Anforderungen bis zur Umsetzung.

2884 PRODUKTE UND SYSTEME Um die Produktivität weiter zu steigern, hat das Unternehmen Sedus seine Fertigungs- und Montagebereiche neu strukturiert. Ziel war es, die Endmontage der Bürostühle so effizient wie möglich zu gestalten und einen automatisierten Materialfluss zum Versandbereich sicherzustellen. Dafür sollte ein neues Fördersystem konzipiert werden. Eine Herausforderung war dabei das Transportgut selbst. Es handelt sich um Bürostühle, die auf speziellen Trägerplatten aus Holz transportiert werden. Im 2-Schicht-Betrieb sollen künftig bis zu 2 500 Stühle täglich montiert und für den Versand bereitgestellt werden. Eine weitere Vorgabe war, dass das Fördersystem zwischen Montagehalle und Versand nicht auf dem Kellerboden installiert, sondern von der Hallendecke abgehängt sein sollte. Ein Rückstau von Stühlen, die aus dem Versand kommen und bei den Montagemitarbeitern zu längeren Wartezeiten geführt hätten, wollte der Betreiber unter allen Umständen vermeiden. Rückgrat des Konzepts ist ein Rollenförderer, der 19 Arbeitsplätze in der Montage und zwei Arbeitsplätze im Versand mit einander verbindet. Die dafür benötigten Förderkomponenten: ca. 1 000 m Rollenförderer sowie 19 Hubstationen, drei Vertikalförderer und zwei S-Förderer. DAS FÖRDERSYSTEM Der Rollenförderer verläuft über die komplette Strecke in der Montagehalle in 2 Doppel-Förderebenen. Für die Anbindung an die Montageplätze sorgt eine bodennahe Doppel-Förderebene, die aus einer oberen Ebene für den Transport der Stühle auf Trägerplatten ab den einzelnen Montagestationen besteht. Eine sich direkt darunter befindende Förderebene dient der Zuführung leerer Trägerplatten. Die obere Doppel-Förderebene, auf ca. 3,4 m Höhe, ist von der Hallendecke abgehängt und umfasst eine obere Förderebene für den Transport der montierten Stühle in Richtung Versandhalle. Eine Rückführung leerer Trägerplatten wird durch die direkt darunter liegende Förderebene ermöglicht. Auf der kompletten Montage-Förderstrecke sorgen drei Vertikalförderer für die Verbindung der unteren und oberen Doppel-Förder ebene und stellen somit den Transport zwischen Montagehalle und Versand in beide Richtungen sicher. DER AUFGABEPLATZ Jeder der 19 Aufgabeplätze in der Montagehalle ist mit einer Hubstation ausgestattet. Die fertig montierten Stühle werden vom Werker bodeneben auf die bereit stehenden Trägerplatten in der Hub station gerollt. Dies geschieht aufgrund der abgeschrägten Auflaufprofile der Hubstation ergonomisch und ohne großen Kraftaufwand. Betätigt der Mitarbeiter den Freigabetaster an der Hubstation, wird die beladene Platte auf ein Niveau von 0,6 m angehoben und minimal gekippt, damit die Ladung auf den nachfolgenden Förderer rollt. Von dort gelangen die Stühle inklusive Trägerplatte zum bereichszugeordneten Vertikalförderer, der die Einheit auf ein Niveau von 3,2 m anhebt und diese der oberen Förderstrecke zum Transport in den Versand übergibt. VERSANDHALLE Zwischen Montage- und Versandhalle verläuft die Förderstrecke ausschließlich von der Hallendecke abgehängt. Damit lässt sich die Bodenfläche für den innerbetrieblichen Warenverkehr zur Verfügung. Die Stühle auf den Trägerplatten gelangen über die obere Förderstrecke in die Versandhalle. Bei Erreichen der Versandhalle muss die Transporteinheit wieder auf das Niveau +0,5 m abgesenkt werden. Dies geschieht mithilfe eines S-Förderers, der die Trägerplatte inklusive Stuhl übernimmt und an die Förderstrecke übergibt. Die Konstruktion des S-Förderers ist an die Paternostertechnik angelehnt und erlaubt im Vergleich zu einem Vertikalförderer eine kontinuierliche, gleichzeitige Aufnahme und Abgabe der Transporteinheiten. In der Versandabteilung sind zwei unterschiedliche Packbereiche vorgesehen. Die Transporteinheiten werden entweder nach rechts oder links auf die Förderstrecke des jeweiligen Packbereichs ausgeschleust. Von dort findet die manuelle Abnahme der Stühle durch die Versandmitarbeiter statt. Die leeren Trägerplatten gelangen mithilfe eines zweiten S-Förderers wieder in die obere Materialflussebene und so wieder in den Montagebereich. Foto: FAB www.fab.gmbh AUF EINEN BLICK n Funktions- und raumoptimierte Anordnung des Systems n Flexibilität bei Änderungen im Montageablauf n Ergonomische Aufgabe der Stühle auf die Förderstrecke n Pufferstrecke schafft Ausgleich bei unterschiedlichen Taktungen in Montage und Versand 19 I F+H EXTRA Zum BVL Kongress: Meinungen und Branchentrends 32 I PERSPEKTIVEN Bausteine für Szenarien der digitalen Logistik 87 I F+H LESERTEST Fühlen Sie dem Cool Truck von Hyster selbst auf den Zahn FÖRDERTECHNIK 10 Oktober 2017 MATERIALFLUSS LOGISTIK 4.0 60 I WIE TRANSNORM DIE VERSANDLEISTUNG BEI LIBRI STEIGERTE SYSTEMORIENTIERT DENKEN VERNETZT HANDELN www.foerdern-und-heben.de FÖRDERTECHNIK . MATERIALFLUSS . LOGISTIK 4.0 www.foerdern-und-heben.de FUH_EA_Webseite_185x75_2018_07.indd 1 www.foerdern-und-heben.de 11.07.2018 f+h 2018/09 10:39:58 37

AUSGABE