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f+h fördern und heben Report 2017

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FLURFÖRDERZEUGE

FLURFÖRDERZEUGE Hightech in der Gabelspitze Unternehmen bündeln ihre Kompetenzen um Antworten auf Anforderungen der Intralogistik zu geben Wenn sich zwei mittelständische Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen zu einer Kooperation entschließen, steckt vielfach mehr dahinter. Die Vetter Industrie GmbH, Spezialist für Gabelzinken aller Art, und der Entwickler und Hersteller für Heavy-Duty-Kamera-Monitor- Systeme, die Motec GmbH, haben über die Problemstellungen ihrer Anwender im Alltag zueinander gefunden und forschen an zukunftsweisenden Lösungen. Lesen Sie mehr. Während der Mensch sich bei der Erfassung seiner Umwelt auf seine fünf Sinne verlässt, übernehmen an Maschinen Sensoren diese Aufgabe. Die „Smart-Fork“ für Gabelstapler ist das komplexe Ergebnis der Kooperation, die sich im Industriealltag bewährt. Ausgerüstet mit „elektronischen Sinnesorganen“ stellt die Smart-Fork von Vetter Zusatzinformationen für den Gabelstaplerfahrer zur Verfügung. Im Sinne einer erhöhten Arbeitssicherheit erfühlen die Sensoren die physikalische Umgebung und übermitteln diese als digitales Ergebnis auf einen Monitor im Cockpit des Flurförderzeugs. Für Fahrer gehobener Mittelklasse-Limousinen ist das Alltag. Dort sind bis zu 100 Sensoren verbaut, bis hin zu Kamerasystemen. Sie liefern Daten für unterschiedliche Assistenzsysteme. Bislang sind diese elektronischen Helfer bei Gabelstaplern eher selten, obwohl sie die Arbeit erleichtern und sicherer machen können. Dass es in diesem Punkt Nachholbedarf gibt, belegen auch Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung aus dem Jahr 2013. Deren Statistik weist 10 472 meldepflichtige Unfälle im Jahr mit Gabelstaplern aus. Dabei erlitten in einem Drittel der Fälle die Fahrer selbst Verletzungen. Bei 40 Prozent der Unfälle traf es unbeteiligte Dritte. Bei den restlichen Unfällen blieb es bei Sachschäden. Diese Gefahren lassen sich mit moderner Technik verringern. Kamera und Ultraschallsensoren in Zinkenspitze integriert Dass dieses Thema auch die Unternehmen beschäftigt, weiß Alexander Müller, Verkaufsberater der Motec GmbH: „Ich war bei einem Kunden aus der Möbelindustrie, dem wöchentlich Schäden im 5-stelligen Bereich durch die unsachgemäße Aufnahme der Waren per Gabelstapler entstanden sind. Die baulichen Besonderheiten der Stapler, die fehlende Sicht für den Fahrer in Kombination mit einer kompakten Blocklagerung waren die Ursachen. Mit klassischen Kameralösungen alleine am Gabelträger und dem Hubmast ließ sich das nicht abstellen.“ Das führte 2013 zu der Idee, mithilfe einer neuen Kameraposition das Sichtfeld des Fahrers zu erweitern, sodass er auch hinter die Palette blicken kann. Dazu musste die Kamera jedoch in die Zinkenspitze integriert werden. Ebenso war eine entsprechende Ausstattung mit Licht notwendig, für den Blick in dunkle Ecken. Die Herstellung und Bearbeitung von Gabelzinken durch das Unternehmen Vetter machte es möglich, die neue Kamera gemeinsam mit einer Powerlight-LED von Motec in die Zinkenspitze zu integrieren. Somit war 2014 die erste Cam-Fork entstanden sowie weitere Ideen. Denn durch die Vielzahl der Anwendungsmöglichkeiten und den Bedarf der Lagerlogistik zeigte sich schnell das Potenzial dieser Entwicklung. Um den Warenumschlag sicherer zu machen und um Schäden zukünftig zu vermeiden, kann man dem Fahrer eines Gabelstaplers noch weitere Informationen bereitstellen (Bild 01). So entstand in einem Brainstorming des Entwicklerteams beider Unternehmen die Smart-Fork-Systemlösung. Dabei kommen neben der Kamera zusätzliche Sensoren zum Einsatz – alle in der Zinkenspitze integriert: Ultraschallsensoren zur Entfernungsmessung, eine Lasererkennung für das Palettenende und Neigungssensoren. Dem Fahrer werden all diese Informationen schnell erfassbar über das von Motec entwickelte Steuergerät direkt auf einem Monitor in der Fahrerkabine angezeigt. Dabei wird der Fahrer sowohl optisch als auch akustisch gewarnt und gleichzeitig in die Lage versetzt, mithilfe eines künstlichen Horizonts den lastbedingten Neigungswinkel der Gabelspitze sicher zu erfassen und durch Änderung der Mastneigung zu korrigieren. 14 f+h Report 2017

FLURFÖRDERZEUGE 01 Mit dem smarten Assistenzsystem lässt sich die Ware sicher von A nach B transportieren – ohne Transportschäden 02 Im Zusammenspiel werden die Sensoren in der Gabelzinke zur intelligenten Komplettlösung und tragen zu einer erhöhten Sicherheit bei „All dies in individuell angefertigten Gabelzinken mit geschützten Materialausfräsungen für die Kabeldurchführung unterzubringen, ohne negative Beeinflussung der jeweiligen Tragfähigkeit der Zinken, ist schon ein Alleinstellungsmerkmal für die Produktionskompetenz von Vetter“, erklärt Kathrin Röttgen, verantwortlich für das Marketing bei der Vetter Industrie GmbH. Die Realisation dieses Projekts durch beide Unternehmen ist zugleich von Nutzen für die Anwender. Denn das System kann nicht nur für neue Flurförderzeuge geordert werden, sondern eignet sich vor allem durch das modulare Motec-Systemkonzept auch für die Nachrüstung. Kamera und Sensoren müssen nicht kalibriert werden, sondern sind aufgrund der von Motec entwickelten Software reine „Plug & Play“-Module. An Stelle einer kabelgebundenen Steuerung ist darüber hinaus das Ganze nun auch mit einer Digitalfunkübertragung verfügbar. Das vereinfacht den Einbau der Komponenten noch weiter und macht das System wartungsfreundlicher und weniger anfällig gegen Kabelverschleiß. Gemäß den Anforderungen der zukünftigen Betreiber lassen sich über ein Steuergerät bis zu zwölf Sensoren abfragen. Die Signale können über einen CAN-Bus weitergeleitet und gleichzeitig auf einem Monitor wiedergegeben werden. Staub- und wasserdichte Sensorik Mit der Smart-Fork lässt sich ferner die Ergonomie für den Gabelstaplerfahrer verbessern. Erreicht wird dies durch die Monitoranzeige auf Augenhöhe, womit typische Haltungsschäden sowie krankheitsbedingte Fehlzeiten vermieden werden können. Mit der Smart-Fork liefert Vetter eine Komplettlösung, die sich den Bedürfnissen der Flurförderzeugbetreiber durch individuelle Sensorkonfiguration anpassen lässt. Die Smart-Fork trägt auch zur Arbeitssicherheit bei. Aufgrund einer besseren Sicht durch die in die Gabelspitze integrierte Kamera – selbst bei aufgenommener Ladung und im Hochregal. Optionales LED-Licht, Ultraschallsensor, Neigungssensor mit integriertem künstlichen Horizont oder Laserstrahl unterstützen den Staplerfahrer bei der Bedienung und Ausrichtung der Gabelzinken. Das bringt Zeit- und Kostenersparnis und reduziert Beschädigungen am Transportgut beim Paletten-Handling. Das Monitorbild zeigt dem Fahrer, was sich vor seiner Ladung tut (Bild 02). Durch die Integration der Motec-Kameras direkt in die Gabelzinken gibt es keine überstehenden Teile. Somit haben die Anwender auch bei speziellen Ladungsträgern keine Einschränkungen. Der Neigungssensor gibt die relative Neigung der Gabelzinke zum Boden an. Auch bei unebenem Boden oder Gabelzinken unter Last findet eine verlässliche Angabe statt, die mithilfe eines künstlichen Horizonts auf dem Monitor für den Fahrer auf einen Blick erfassbar ist. Durch Lasersensoren erkennt der Fahrer im Blocklager, ob bei Palettenaufnahme die dahinterstehende Palette mit angehoben wird oder nicht. Per Ultraschall wird ihm auch der Abstand angezeigt, um die Paletten platzsparend abzustellen. Sensoren im harten industriellen Alltag müssen viel aushalten. Aus diesem Grund entspricht die vollintegrierte Sensorik in der Smart-Fork der Schutzart IP69K – ist damit absolut staub- und wasserdicht und hält auch hohem Wasserdruck und Erschütterungen stand. Fotos: Vetter www.smartfork.de www.vetter.de Stretchen neU Definiert Mit den STREMA ® Stretchverpackungssystemen Beratung und Support +49 9661 8702-0 Maschinenbau GMbh bis zu 150 Pal / h ® STREMA ® Maschinenbau GmbH Kauerhofer Straße 4a-6 · D-92237 Sulzbach-Rosenberg info@strema.de · www.strema.de

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