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f+h fördern und heben Report 2017

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INDUSTRIE 4.0 Die

INDUSTRIE 4.0 Die „ungeklärte Revolution“ Sicherheit als Herausforderung für eine Welt der digitalisierten Produktion Ingo M. Rübenach Die Zahl im Begriff Industrie 4.0 steht bekanntlich für den Anspruch, dass es sich dabei um nichts Geringeres als die vierte industrielle Revolution handele. Betrachtet man all die Felder, auf denen die neuen Technologien und Geschäftsmodelle, die mit Industrie 4.0 verbunden sind, für tiefgreifende Veränderungen sorgen werden, ist es nicht zu hoch gegriffen, von revolutionären Umwälzungen zu sprechen, die uns bevorstehen. Ob man es lieber Industrial Internet of Things, Smart Manufacturing oder – wie vor allem im deutschsprachigen Raum – Industrie 4.0 nennt: die Digitalisierung von Produktionsprozessen und Produkten ist in der Tat eine revolutionäre Entwicklung. Fertigungsanlagen entstehen aus cyber-physischen Systemen, die umfassend miteinander vernetzt sind. Zugleich wird ein ebenfalls wachsendes Internet of Things – die Vernetzung von immer mehr Produkten – starken Einfluss auf die Geschäftsmodelle in verschiedenen Branchen haben. Während es im Jahr 2010 etwa fünf Milliarden per Internet vernetzte Menschen gab, werden bis 2020 rd. 50 Milliarden vernetzte Dinge hinzukommen. Der Handel ist von der umfassenden Digitalisierung ebenso betroffen wie der Finanzsektor oder Branchen wie Automotive, Hightech und Energie. In vielen Branchen verlieren klassische Geschäftsmodelle mehr und mehr ihre Daseinsberechtigung, was sie zunehmend angreifbar macht. Hinzu kommt, dass die verschiedenen Entwicklungen von der Smart Factory über Connected Car, Connected Home und Smart Metering bis hin zu Smart Watches und anderen Wearables neue Ansprüche an die Sicherheit stellen. Für Hersteller und Anbieter wird Sicherheit ein Kernbestandteil des Umsetzungsprozesses von Industrie 4.0. Produktionsabläufe werden in einer Welt des Smart Manufacturing, in der Smart Factory der Zukunft, andere sein. So verabschiedet sich die Fertigung u. a. vom alten industriellen Paradigma der Standardisierung. Die Automobilbranche erlaubt bereits einen Ausblick auf den Trend: Längst gibt es nicht mehr für jeden Kunden z. B. denselben schwarzen „Ford Model T“, sondern ein individuell konfiguriertes Fahrzeug. Im Industrie-4.0-Zeitalter ist es mit der sprichwörtlichen Gleichförmigkeit von Ingo M. Rübenach, ist Vice President DACH- Region der UL International Germany GmbH 6 f+h Report 2017

INDUSTRIE 4.0 Mission“, die das Unternehmen seit seiner Gründung verfolgt. Es ist allerdings absehbar, dass sich durch Industrie 4.0 auch das Kerngeschäft der Zertifizierungsunternehmen verändern wird. Wer verantwortet den 3D-Druck? Im Zeitalter von Industrie 4.0 fällt das Paradigma der Standardisierung Industrieprodukten endgültig vorbei. Vor allem die Technologien des Additive Manufacturing – in der deutschen Öffentlichkeit eher als 3D-Druck geläufig – versprechen die Möglichkeit einer nahezu unbegrenzten Individualisierung mit einer Chargengröße von 1. Dies hat auch Auswirkungen auf das Kerngeschäft von Sicherheits- und Zertifizierungsunternehmen wie UL International. Vor mehr als 120 Jahren in den USA als Underwriters Laboratories gegründet, hat das Unternehmen seit jeher die Entwicklung von Normen und Sicherheitslösungen für den Schutz der Lebens- und Arbeitswelt begleitet. Wenn heute etwa ein Ladegerät verkauft werden soll, braucht es dazu, z. B. für den amerikanischen Markt, eine Zulassung gemäß den bestehenden Normen. Solch ein Zertifizierungsvorgang, also die Überprüfung der Konformität mit der relevanten Sicherheitsnorm, ist einfach durchführbar, solange es von dem Ladegerät einen Prototypen oder eine Vorserie gibt. Wenn die Losgröße von Produkten aber auf 1 schrumpft, stehen interne Qualitätssicherung wie externe Zertifizierung vor einer völlig neuen Herausforderung – eine, die nur in internationalem Maßstab zu lösen ist. Für UL ist die Beschäftigung mit den Sicherheitsfragen rund um Industrie 4.0 eine konsequente Fortführung jener „Safety Was die Sicherheit rund um Industrie 4.0 betrifft, überwiegt noch die Zahl der unbeantworteten Fragen. So ist z. B. weder geklärt, wer in einem Additive-Manufacturing-Prozess für Sicherheit sorgen muss, noch wer eine rechtliche Gewährleistungspflicht für das Produkt hat: Ist es der Hersteller des 3D-Druckers, der Lieferant des Rohmaterials oder der Anwender des 3D- Druckers? Eine der größten Herausforderungen für die Qualitätssicherung und Zertifizierung in der additiven Fertigung ist es, geeignete Standards zu schaffen − für die Materialien, die Prozesse und die Produkte. Der erste Schritt in der Qualitätssicherung für ein additiv gefertigtes Produkt besteht darin, bereits die Rohmaterialien zu prüfen und zu charakterisieren. So findet F Ö R D E R -, LAGER - U N DAUTOMATISIERUNGSTECHNI K MEHR EFFIZIENZ IN DER INTRALOGISTIK: Fördern, lagern, automatisieren … AMI bewegt! Ihr Lösungsanbieter für die Handelslogistik 4.0! Qualität ist kein Zufall. Sie steckt im Detail und ist das Ergebnis kompetenter Köpfe und engagierten Handelns. Mit unseren herausragenden Lösungen in der Förder-, Lager- und Automatisierungstechnik erhalten Kunden mehr als eine Garantie ... ein Qualitätsversprechen! AMI: Automation Materialfluss Intralogistik auf höchstem Niveau. AMI Förder- und Lagertechnik GmbH Leystraße 27 | D-57629 Luckenbach | Fon: +49 2662 9565-0 info@ami-foerdertechnik.de | www.ami-foerdertechnik.de AMI.indd 7160_AMI_Anzg_185 1 x 90 mm.indd 1 28.09.2016 28.09.16 14:38:58 10:43 f+h Report 2017 7

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