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f+h fördern und heben 1-2/2019

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MENSCHEN UND MÄRKTE

MENSCHEN UND MÄRKTE AUGE IN AUGE Lassen Sie uns von den strategischen Themen zur Technik kommen. Auf Seiten der Betreiber hat die flexible Nutzung, also ein an den jeweiligen Kundenbedürfnissen orientierter Lagerbetrieb große Bedeutung. Wie können automatische Lagersysteme diesen Anspruch erfüllen? Bimmermann: Aus meiner langjährigen Erfahrung lässt sich konstatieren: Der herkömmlichen Lagerautomatisierung mit Regalbediengeräten oder Shuttle-Anlagen stehen viele Unternehmen oftmals skeptisch gegenüber. Die Ursache hierfür liegt in der geringen Flexibilität dieser Technologien und den hohen Investitionskosten. Bevor ich als Betreiber solch eine Investition tätige, ist eine sehr genaue Prognose über die Geschäfts- und Sortimentsentwicklung zwingend erforderlich. Nur so lassen sich Fehlinvestitionen vermeiden. Beim Autostore-System ist dies anders. Aufgrund der Standardmodule und der einfachen Möglichkeit die Anlage an neue Anforderungen anzupassen, kann das System mit dem Geschäftserfolg des Betreibers mitwachsen. Das kommt vor allem den Unternehmen zugute, die aufgrund ihrer Wachstumsdynamik keine längerfristige Voraussage über ihre Geschäftsentwicklung treffen können. So ist eine Investitionssicherheit gegeben, die mit konventioneller Technik in dieser Einfachheit nicht denkbar ist. In unseren Kundenbüchern befinden sich durchaus Anwender, die ihre Systeme bereits mehrfach im laufenden Betrieb erweitert haben: Entweder durch mehr Roboter und Arbeitsplätze, um den Durchsatz zu erhöhen, oder auch durch mehr Behälterstellplätze, um mehr Artikel zu bevorraten. In der Autostore-Welt gibt es nahezu keine Beschränkungen, das System an neue Anforderungen anzupassen. Zusätzlich ermöglichen neue Bausteine auch bestehende Systeme auf dem aktuellen Stand zu halten. Die Steuerungssoftware wird jährlich dreimal aktualisiert, sodass alle Anwender immer von den neuesten Features profitieren, auch wenn das System bereits einige Jahre in Betrieb ist. Aufgrund der Softwareupdates ist überall auf der Welt die gleiche Version installiert, was positive Effekte in puncto Wartung mit sich bringt. Automatische Lagersysteme für Behälter haben spezielle Anwendungsfelder im Visier und müssen facettenreichen Ansprüchen Rechnung tragen. Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Aspekte für den Einsatz solch eines Lagersystems? Bimmermann: Da sind zuerst einmal die geometrischen Fakten: dass die Artikel in einer gewissen Anzahl im Ladungsträger Platz finden und das maximal zulässige Inhaltsgewicht nicht überschritten wird. Die Autostore-Behälter haben Innenmaße von 600 mal 400 Millimeter. Verfügbar sind die Behälter in den Höhen 220 und 330 Millimeter. Ausgelegt sind die Ladungsträger auf ein Gewicht von 30 Kilogramm. Darüber hinaus stellen wir Behälter mit ESD-Schutz bereit, sodass auch empfindliche elektronische Komponenten gelagert werden können. Die Temperatur muss zwischen zwei und 35 Grad Celsius und die Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 90 Prozent – nicht kondensiert – liegen. Ansonsten gibt es nur wenige Restriktionen, wir benötigen einen glatten ebenen Hallenboden, einen 230-Volt-Stromanschluss und ein WMS. Wenn diese Grundbedingungen erfüllt sind, dann sind der Phantasie in Sachen Systemgestaltung keine Grenzen gesetzt. Wir haben Systeme mit 1 000 Behältern und drei Robotern ebenso wie Anlagen mit mehr als 350 000 Behältern und 250 Robotern realisiert. Genauso breit gefächert ist die Topologie der Anlagen. Umgesetzt haben wir Ausführungen, bei denen die Arbeitsstationen in einem „Tunnel“ im System angeordnet sind, um möglichst kurze Wege zu haben, oder auch Arbeitsstationen, die sich unterhalb des eigentlichen Systems befinden. Zur Konzeption der Anlagen stellen wir übrigens unsere selbst entwickelte Designsoftware bereit. Mit diesem Werkzeug lassen sich die Systeme so einfach entwerfen wie das Gestalten von Bauwerken mit den Bausteinen eines bekannten dänischen Spielzeugherstellers. Unser einziger Trend: Ihre langfristige Optimierung. Multichannel-Lösungen und höchst flexible Systeme – so erfüllt Ihre Lageranlage alle saison- und aktionsbedingten Anforderungen. Zu wissen, welcher Trend gut ankommt, ist das Eine. Eine durchstrukturierte Lagerung und Verteilung von Bekleidung zu erreichen das Andere. Dabei unterstützen wir Sie mit Intralogistik-Lösungen, die bereits bei namhaften Bekleidungsherstellern große Erfolge verzeichnen. Steht Ihnen gut, unser System. www.dematic.com Besuchen Sie uns auf der LogiMAT: Halle 1, Stand H61 19. - 21. Februar 2019

AUGE IN AUGE MENSCHEN UND MÄRKTE Welche Idee stand hinter der Entwicklung des modularen Transport- und Lagersystems? Bimmermann: Am Anfang der Historie stand ein reales Platzproblem bei Hatteland Electronics und deshalb die Beschäftigung mit der Frage, wie es gelingen kann, in einem definierten Raum mehr Lagerkapazitäten zu schaffen als dies mit konventioneller Technik möglich ist. So entstand bei Ingvar Hognaland bei Hatteland Electronics die Idee, die Gänge zwischen den Regalen und schlussendlich die Regale selbst zu eliminieren. Im wahrsten Sinne des Wortes wurde die Luft aus dem Lager entfernt. Basierend auf dieser Grundidee war es nur logisch, die Behälter aufeinander zu stapeln und die Stapel nebeneinander auf dem Hallenboden anzuordnen. Dann galt es zu überlegen, mit welchen Hilfsmitteln sich diese Behälter transportieren, die Stapel bilden und der jeweils benötigte Behälter aus dem Stapel herausholen lässt. In letzter Konsequenz mündeten die Bemühungen im Autostore-Roboter, den es mittlerweile in der fünften Generation gibt. Das System funktionierte so gut, dass man sich entschloss, die Idee weiter zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Damit die Roboter die Behälter stapeln und transportieren können, benötigen sie ein Fahrschienensystem oberhalb der Behälterstapel; wir sprechen in diesem Zusammenhang übrigens auch von einem Grid. Zur weiteren Infrastruktur gehören Ladestationen sowie Wifi und eine Steuerung. Entsprechende Arbeitsplätze wurden nach und nach für eine Vielzahl von Anwendungen entwickelt. So gibt es mittlerweile schon seit mehr als zehn Jahren den Systembaukasten für unser „Cube Storage System“. Heute sind mehr als 300 Autostore-Systeme weltweit im Einsatz. Ein großer Erfolg für eine geniale Idee. Wir gestalten Zukunft. Unsere High-End-Tore lassen sich optimal in intelligente Systeme und vollautomatisierte Prozesse integrieren und sind international führend im Bereich Industrie 4.0 und Logistik 4.0. www.efaflex.com HALLE 9 STAND F50

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