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f+h fördern und heben 1-2/2019

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PRODUKTE UND SYSTEME in

PRODUKTE UND SYSTEME in Hinblick auf die Leistungsentfaltung des Hubantriebs. Im Vergleich zu den anderen genannten Drehstrom-Technologien erlaubt die Kupferrotortechnologie eine höhere Motorleistung bei gleicher Baugröße, was einen gut zugänglichen Motorraum begünstigt. In Folge der geringen Betriebstemperaturen ist eine hohe Lebensdauer des Antriebs zu erwarten. KUPFERROTOR ERFOLGREICH IM HUBANTRIEB EINGESETZT Um die Merkmale der Kupferrotortechnologie im Schmalgangstapler nutzbar zu machen, hat Magaziner in enger Entwicklungspartnerschaft mit der Firma Schwarz Elektromotoren einen Antrieb mit Kupferrotor für die EK-Baureihe vorgestellt. Die Motor-Experten aus dem bayerischen Rehau verstehen sich auf maßgeschneiderte Lösungen für Elektrofahrzeuge, Wind energieanlagen, Löschsysteme und Boote und verfügen über fast 20 Jahre Erfahrung auf diesem Gebiet. Gemeinsam wurde ein 32-kW-Antrieb entwickelt, 02 Die Geometrie der Nuten im Rotor ist maßgeblich für die Optimierung von Drehmoment und Wirkungsgrad DIE KUPFERROTORTECHNOLOGIE IST EIN ENABLER IN SACHEN EFFIZIENZ VON ELEKTROMOTOREN Woher kam die Idee respektive Motivation auf Kupferrotortechnologie in Hubantrieben zu setzen? Wir sind ständig bestrebt, unsere Fahrzeuge zu verbessern und richten dabei unseren Blick auch auf Innovationen in anderen Branchen. Im Bereich der Elektroautos gibt es einen sehr bekannten US-amerikanischen Anbieter, der Motoren mit Kupferläufer einsetzt. Und was für Autos gut funktioniert, bietet sich in Teilbereichen auch für Stapler an – das war unsere Hypothese zum Projektbeginn. Unsere Untersuchungen haben dann auch gezeigt, dass ein Asynchronmotor mit Kupferläufer und der Einsatz von Elektroblechen mit weniger Eisen- und Wirbelstromverlusten der beste Weg zu energetischen Verbesserungen ist. Kupferrotoren zu gießen ist eine (wirtschaftliche) Herausforderung. Hat dieser Umstand Einfluss auf die Produktion der neuentwickelten 32-kW-Antriebe für die EK-Baureihe? Es gibt tatsächlich nur wenige Hersteller, die die wirtschaftliche Fertigung von Asynchronmaschinen mit Kupferrotor in den Stückzahlenbereichen unserer Branche beherrschen. Insofern kommt es auf die richtige Wahl des Partners an. Hier liegen wir mit Schwarz Elektromotoren absolut richtig, weshalb es uns auch gelingt, den neuen Motor zum Standard in unseren Topmodellen EK 1500 XL und EK 2000 zu machen. Auch die Bauweise der Kupferrotoren, zum Beispiel die Geometrie der Nuten, trägt zur Leistungsfähigkeit der Hubantriebe bei. Haben sie, was die Konstruktion der Rotoren betrifft, eigene Lösungen entwickelt? Bei der Entwicklung dieses Motors für den Hubantrieb wurde der magnetische Kreis komplett überarbeitet. So wurde neben dem Einsatz neuer magnetischer Eisenbleche auch die Geometrie der Läufernut und die Anzahl der Nuten optimiert. Zusammen mit Schwarz Elektromotoren haben wir einen Motor entwickelt, der ein hohes Drehmoment im kompletten Drehzahlbereich der Hubanwendung mit einem optimalen Energieeinsatz liefert. Sie setzen die Kupferrotortechnologie bislang bei Hubantrieben ein. Halten Sie auch den Einsatz in Fahrmotoren für denkbar respektive sinnvoll? Grundsätzliche kann die Kupferrotortechnologie auch bei Fahrmotoren zu Effizienzverbesserungen beitragen. Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Fahrantriebe bei Schmalgang staplern und Vertikal-Kommissionierern üblicherweise nur ein Viertel der Leistung der Hubantriebe haben. Dementsprechend geringer sind der Energieverbrauch und auch die Einsparmöglichkeit. Bei zunehmender Verbreitung und den damit verbundenen größeren Stückzahlen kann sich hier jedoch mittelfristig durchaus ein ökonomischer Vorteil ergeben. Können Sie sich vorstellen, dass die Kupferrotortechnologie im beschriebenen Stapler-Segment zum Standard werden kann? Infolge des Megatrends Elektromobilität tut sich bei der Antriebstechnik in den nächsten Jahren einiges. Hieraus wird es sicherlich Rückwirkungen auf unsere Branche geben, die wir mit der Kupferrotortechnologie ein Stück weit vorwegnehmen. Wir sind schon sehr lange am Markt und vergleichen die Thematik in 60 f+h 2018/12 2019/01-02 www.foerdern-und-heben.de

steute Wireless der für die 80-V-Modelle der EK-Baureihe von Magaziner verfügbar ist. Magaziner setzt diese, durch die Innovationsführer der E-Automobilbranche forcierte Zukunfts technologie, nun im Hubantrieb seiner Flurförderzeuge ein. Das Ergebnis ist ein um bis zu sieben Prozent höherer Gesamt wirkungsgrad für die EK-Baureihe, und das bei einer Steigerung der Hubgeschwindigkeit auf bis zu 0,6 m/s. Der neue Antrieb wird demnächst serienmäßig in den leistungsstarken Modellen der Schmalgangstaplerreihe (EK 1500/ 2000 XL bis zu 17,4 bzw. 19 m Hubhöhe und EK 2000 bis zwei Tonnen Nenntragfähigkeit) verbaut und steht für die übrigen Modelle als Antriebsoption zur Verfügung. Literaturhinweise: https://breuckmann.de/leistungen/kupferrotoren/ Bianchi (2016), Synchronous Reluctance and PM Assisted Reluctance Motors, Springer, Cham Greiner (2004), Effiziente Drehstrommotoren mit Kupfer-Druckgussläufern, Elektropraktiker 58, Huss-Medien, Berlin Fotos: Magaziner www.magaziner.de AGV Andon Stacklight eKanban HENDRIK RÖHRS Prokurist der Magaziner Lagerund Fördertechnik GmbH gewisser Weise mit dem Übergang von der DC- zur AC-Technik. Heute ist der Asynchronmotor mit Aluminiumläufer Standard, möglicherweise ist es morgen der Asynchronmotor mit Kupferläufer. Die Fragen stellte Manfred Weber, Redakteur f+h

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