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f+h fördern und heben 1-2/2019

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PRODUKTE UND SYSTEME

PRODUKTE UND SYSTEME NEUE WITRON-RBG-GENERATION: MIX AUS ERPROBTER TECHNIK UND WEITERENTWICKELTEN KONZEPTEN Die Wirtschaftlichkeit eines AKL-Regalbediengeräts zeigt sich nicht nur durch seine Geschwindigkeit, Nutzlast oder einen niedrigen Stromverbrauch. Der Mehrwert für den Betreiber liegt in der intelligenten Vernetzung der mechanischen, steuerungstechnischen und funktionellen Eigenschaften, die nachweislich im Praxiseinsatz ermittelt werden und letztlich für die Verfügbarkeit und Lebensdauer entscheidend sind. In die mechanische und steuerungstechnische Entwicklung der neuen RBG-Generation ist das Planungs-, Realisierungs- sowie Service- Know-how des Generalunternehmers Witron eingeflossen. Wir denken bei unseren Entwicklungen immer ganzheitlich“, so Martin Stich, Technischer Geschäftsführer bei Witron. „Bezogen auf unser neues AKL-RBG bedeutet dies, dass auch hier alle Eigenschaften und Komponenten als komplette Einheit gesehen werden. Diese gilt es, effizient in das logistische Ökosystem eines Logistiksystems zu integrieren.“ Mit einer Fahrgeschwindigkeit von mehr als 6 m/s, einer Beschleunigung von mehr als 4 m/s² und einer Hubgeschwindigkeit von 3 m/s können die Witron-RBG Behälter sowie Trays und Kartons mit einer Nutzlast von 200 kg pro Fahrt transportieren. Zwei Lastaufnahmemittel pro Regalförderzeug ermöglichen den gleichzeitigen Umschlag von bis zu acht Ladungsträgern. In den von Witron realisierten Hochleistungsanlagen werden pro Gerät bis zu 600 Ladungsträger in der Stunde bewegt. Dies lässt sich in der Praxis aber nur erreichen, wenn eine ausgereifte Software die Fahrzyklen optimiert und die Verfügbarkeit der Geräte entsprechend hoch ist. Bei der Beschäftigung mit Neuentwicklungen oder auch der Ausarbeitung von Evolutionsstufen achte Witron immer auch darauf, den besten Mix aus neuer und erprobter Technik zu finden und dennoch neue Ideen und Konzepte einfließen zu lassen. Als Beispiel dafür kann man den Aluminiummast nennen, der mit hoher Stabilität sowie entsprechender „Geschmeidigkeit“ für ein optimales Fahr- und Schwingungsverhalten in allen Temperaturbereichen sorgt. Das Know-how beim Aluminiummast liegt dabei in der statischen Struktur des Masts selbst, um die bestmöglichen Schwingungseigenschaften bei geringem Gewicht zu erreichen. Ein Gittermast oder GFK-Materialien bergen laut Stich Risiken, da diese zu steif oder zu elastisch sein können und keine konstanten Eigenschaften bei Temperatureinflüssen besitzen. Der aus einem Stück hergestellte Aluminiummast biete statisch gesehen nach wie vor das optimale Verhalten in Bezug auf Lebensdauer, Zuverlässigkeit und Fahrverhalten. Stich: „Solange neue Konzepte und Materialien lediglich punktuell Vorteile bieten, bislang aber nicht flächendeckend überzeugen, macht eine Umsetzung für uns keinen Sinn.“ Ein Regalbediengerät ist in erster Linie ein hochdynamisches Element in einer Gesamtlösung. Entscheidend für das Konzept ist daher die sinnvolle Kombination der Elemente. So ist es z. B. für 76 f+h 2019/01-02 www.foerdern-und-heben.de

PRODUKTE UND SYSTEME Stich in Bezug auf Leistung und Lagerbestand wirtschaftlicher, zwei Regalbediengeräte mit zehn Metern übereinander zu platzieren, anstatt Geräte mit mehr als 20 m Höhe zu bauen. NIEDRIGER ENERGIEVERBRAUCH – RÜCKSPEISUNG IN DAS STROMNETZ Innovativ zeigen sich die Witron-Geräte ebenso im Energie management. Mithilfe der Weiterentwicklung von Konzepten mit Rückspeisemodulen lässt sich ein minimaler Stromverbrauch erreichen. Eine über mehrere Jahre vom Generalunternehmer entwickelte Steuerungslogik vernetzt alle Antriebe miteinander, damit die jeweiligen Einheiten energieoptimiert in direkter Abhängigkeit von den anderen Einheiten agieren können, ohne dabei die Durchsatzleistung zu beeinflussen. Neue am Markt verfügbare Positioniersteuerungen können laut Stich diese Anforderung nicht er füllen, da ausschließlich in der SPS alle relevanten Informationen vorhanden seien. „Real gemessene Werte beweisen so zum Beispiel, dass der durchschnittliche Verbrauch eines Behälter-Regalbediengeräts bei Volllastbetrieb minimale Energiewerte erreicht“, so Stich. Überschüssige Bremsenergie, die nicht unmittelbar auf dem Regalfahrzeug verwendet werden kann, werde über die Rückspeisemodule direkt ans Netz zurückgegeben und von anderen Elementen innerhalb des Logistiksystems sofort wieder genutzt. Damit werde keine Energie verschwendet oder muss zwischengespeichert werden. „Konzepte der dezentralen Energiespeicherung mit Powercaps müssen sich in puncto Technik, Lebensdauer, Verfügbarkeit sowie Betriebskosten und Temperaturunabhängigkeit erst einmal im Dauerbetrieb gegenüber der verschleißfrei arbeitenden Rückspeiseeinheit beweisen.“ Der ganzheitliche Entwicklungsansatz des Generalunternehmers kommt nicht von ungefähr. Da Witron die automatisierten Anlagen selbst plant, fertigt, realisiert und mit einem eigenen On-site-Serviceteam vor Ort für eine permanent hohe Anlagenverfügbarkeit sorgt, spiegeln sich diese Rückflüsse in der Produktqualität der Fördertechnikkomponenten wider. Stich: „Wir profitieren so von einem unschätzbaren Erfahrungszuwachs mit jedem einzelnen MARTIN STICH, TECHNISCHER GESCHÄFTSFÜHRER BEI WITRON Wir denken bei unseren Entwicklungen immer ganzheitlich Projekt.“ Proaktive Wartungsprozesse, auf Grundlage von Betriebsdatenerfassung und in Verbindung mit dem Witool, einem selbstentwickelten webbasierenden Service-Management-Tool, stünden für eine lange Lebensdauer, Flexibilität und Wirtschaftlichkeit der Anlagen. Fotos: Witron www.witron.de LOGIMAT 2019 19. - 21. Februar Halle 7 / D21 Treffen Sie eine neue Generation Fahrerloser Transportfahrzeuge. www.ds-automotion.com

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