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f+h fördern und heben 1-2/2022

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f+h fördern und heben 1-2/2022

F+H EXTRA RETROFIT

F+H EXTRA RETROFIT JOGHURT NON STOP: RETROFIT IM LAUFENDEN BETRIEB Im Rahmen eines breit angelegten Modernisierungs- und Erweiterungsprojekts hat Kardex Mlog die Lagerkapazitäten der Molkerei Ehrmann am Stammsitz in Oberschönegg erweitert, die Anlagenverfügbarkeit erhöht und den Materialfluss optimiert. Die Familien-Molkerei Ehrmann ist für die Allgäuer Milchbauern ein treuer Abnehmer. Die Lieferbeziehungen zu den Milchbetrieben bestehen im Durchschnitt seit 27 Jahren. Ähnlich loyal verhält sich Ehrmann gegenüber seinen Technologiepartnern. Dennoch werden neue Investitionen an diverse Hersteller ausgeschrieben und so diesen Unternehmen eine Chance gegeben. So war es auch, als die Modernisierung und Erweiterung der Logistikanlagen am Stammsitz Oberschönegg auf dem Plan stand. Obwohl die Bestandsanlage von anderen Anbietern stammte, ging der Auftrag an Kardex Mlog. „Das intelligente Umbaukonzept und die Technik hatten uns überzeugt“, erinnert sich Dr. Manfred Grüneberg, Koordinator technische Projekte und Prozessoptimierung bei der Ehrmann SE. 10 f+h 2022/01-02 www.foerdern-und-heben.de

RETROFIT F+H EXTRA ERSATZTEILE NICHT MEHR VERFÜGBAR Der Auftrag umfasste nicht nur den Neubau eines viergassigen Hochregallagers mit rd. 6 000 Palettenstellplätzen, sondern auch ein Retrofit der Bestandsanlagen im laufenden Betrieb. Neun Regalbediengeräte sollten komplett modernisiert werden. Gleiches galt für die Automatisierungssysteme der Fördertechnik. Die Modernisierung der Bestandsanlagen war notwendig geworden, weil deren Steuerungstechnik veraltet und diverse Ersatzteile nicht mehr verfügbar waren. Das neue Hochregallager sollte die Hilfs- und Betriebsstoffe aufnehmen, deren Bevorratung bislang an anderen Orten stattfand. Abgerundet wurde das breit angelegte Projekt durch den Einbau neuer Sicherheitstechnik. ARBEITEN NUR AM WOCHENENDE Nach einer zweimonatigen Planungs- und Vorbereitungsphase startete Kardex Mlog zunächst mit der Modernisierung, die aufgrund der betrieblichen Abläufe und der voll ausgelasteten Produktion ausschließlich an den Wochenenden durchgeführt werden durfte. Erschwerend kam hinzu, dass selbst an Samstagen und Sonntagen das Arbeiten nur in genau definierten Teilbereichen der Bestandsanlage möglich war. „Die Produktion hat bei Ehrmann absoluten Vorrang“, berichtet Uwe Gilke, der gemeinsam mit Matthias Rogowski als Projektleiter für die Maßnahmen DAS MASSNAHMENPAKET STELLT DIE ANLAGENVERFÜGBARKEIT UND EINE TRANSPARENTE STEUERUNGS- STRUKTUR SICHER musste der komplette Materialfluss angepasst und Schnittstellen zum Lagerverwaltungssystem von Ehrmann geschaffen werden. Aber der Aufwand hat sich gelohnt. „Mithilfe der neuen automatischen Förderanlage ließ sich nicht zuletzt auch ein großer Teil des Staplerverkehrs zwischen Lager 2 und 3 einsparen“, erklärt Kardex-Mlog-Projektleiter Rogowski. Nach dem Abschluss der Modernisierung begann der Systemanbieter mit dem Bau des 4-gassigen Hochregallagers. Das Gebäude (L × B × H: 70 × 32 × 20 m) bietet Platz für 6 000 Eurobzw. 3 980 Industriepaletten, die sich doppelttief lagern lassen. Bewegt werden die Ladungsträger mithilfe von vier Regalbediengeräten vom Typ M Single A-1200, die jeweils 24 Doppelspiele pro Stunde ermöglichen. Die 17 m hohen Geräte wurden über eine Dachöffnung in das Gebäude eingebracht. Die Befehle zum Ein- und Auslagern empfangen die Maschinen von einem betreiberseitigen Lagerverwaltungsrechner. ERWEITERTE NUTZUNG Noch während der Bauphase entschied Ehrmann, dass mit den neuen Lagerkapazitäten nicht nur Hilfs- und Betriebsstoffe, sondern auch Fertigprodukte bevorratet werden sollten. „Diese erweiterte Nutzung als Kühllager ist für die Technik unkritisch“, betont Rogowski, der sich während der ganzen Bauzeit eng mit Auftraggebern und Projektpartnern abgestimmt hatte. „Wir haben die Projektanforderungen mehrmals geändert, was von Kardex Mlog immer kurzfristig und problemlos umgesetzt wurde“, bestätigt Grüneberg. Fotos: Kardex Mlog www.kardex.com verantwortlich zeichnet. „Wir mussten anfangs erst das Vertrauen der Mitarbeiter gewinnen, dass nach unseren Wochenendschichten wieder alles funktioniert.“ Die Retrofit-Maßnahmen betrafen vor allem die Steuerungstechnik der Förderanlagen und des Hochregallagers. Nach der Umstellung werden alle automatisierten Bereiche einheitlich durch Speicherprogrammierbare Steuerungen vom Typ Simatic S7-1500 dirigiert. „Jetzt arbeiten alle Lagerbereiche mit einem durchgängigen, einheitlichen Konzept, was auch die Bedienung vereinfacht“, stellt Rogowski fest. STROMVERBRAUCH OPTIMIERT Neben der Ergonomie ließen sich die Anlagenverfügbarkeit und die Effizienz steigern: Bereits abgekündigte Baugruppen wurden durch Komponenten ersetzt um langfristig eine hohe Ersatzteilverfügbarkeit mit kurzen Lieferzeiten zu sichern. Außerdem wurden neun Regalbediengeräte aus dem Altbestand mit einer Energierückspeisung ausgestattet. Völlig neu errichtet wurde eine automatische Förderanlage, um das ebenfalls neue HRL (Lager 4) mit dem direkt angrenzenden HRL (Lager 3) und dem manuell betriebenen Lager 2 zu verbinden. Auf drei Lagerebenen kommen hier ca. 70 Fördermittel zum Einsatz, darunter Verteilwagen, Vertikalförderer, Scherenhubtische, Drei-Strang-Kettenförderer sowie Rollenförderer und Eckumsetzer. Auch die Feuerschutzabschlüsse und Schnelllauftore wurden von Kardex Mlog geliefert. REDUZIERTER STAPLERVERKEHR Das nahtlose Integrieren der neuen Förderstrecken in die komplexen Strukturen mit Notfallstrategien und Bypassfunktionen gehörte zu den Herausforderungen des Projekts. Schließlich www.foerdern-und-heben.de f+h 2022/01-02 11

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