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f+h fördern und heben 1-2/2023

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PERSPEKTIVEN UMFRAGE

PERSPEKTIVEN UMFRAGE FÖRDERT ERFOLGSFAKTOREN IM LAGER ZU TAGE MIT WEARABLE TECH ZU MEHR PRODUKTIVITÄT Lager müssen profitabler werden. Zwei Dinge helfen dabei: die richtigen Wearable-Tools zur Datenerfassung, und Mitarbeiter, die diesen Tools vertrauen. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage von ProGlove. Noch etwas braucht es: Ein Management, das seinen Mitarbeitern vertraut, statt ausschließlich auf Unternehmensberater zu setzen. Wenn Unternehmen wissen wollen, wie sie die Effizienz in ihren Prozessen steigern können, fragen sie häufig Unternehmensberater. In der Lagerlogistik sieht das dann so aus: Das Beratungsunternehmen schickt Experten mit Papier und Bleistift in den Betrieb des Kunden. Dort laufen sie neben den Lagermitarbeitern her und notieren (vermeintlich) jeden Arbeitsschritt. Wochen später erhalten die Verantwortlichen dann einen Bericht, der anhand dieser Stichproben niemals alle Feinheiten der Prozesse erfassen kann. Außerdem wissen Psychologen, dass Menschen ihr Verhalten verändern, wenn sie beobachtet werden. Die Umsetzungsquote solcher Aktionen ist daher zurecht bescheiden: Nur neun Prozent der Unternehmen setzen die Empfehlungen der Berater vollständig um. Diese Zahl stammt aus der Umfrage „Produktivität im Lager“ im Auftrag von ProGlove. Dabei wurden mehr als 800 Lagermitarbeiter und deren Vorgesetzte in Deutschland, der Schweiz, Österreich sowie Großbritannien und den USA befragt. BOTTOM-UP-SICHT SOLLTE TOP-DOWN-PERSPEKTIVE ERGÄNZEN Nur neun Prozent? Da drängt sich beinahe zwangsläufig die Frage auf, ob man sich das Geld für die teuren Berater auch hätte sparen können. Zumal es viel einfacher und zielführender gehen kann. Wenn man nämlich die eigenen Mitarbeiter fragt. Die wissen schließlich besser als jeder andere im Unternehmen, wo es in den Prozessen hapert, an denen sie unmittelbar beteiligt sind. Dazu passt ein weiterer Befund aus der besagten Studie: Die richtigen Mitarbeiter seien essenziell für die Aufrechterhaltung und 01 Probleme bei der Kommissionierung 22 f+h 2023/01-02 www.foerdern-und-heben.de

PERSPEKTIVEN Steigerung der Produktivität, sagt die Mehrheit der Befragten. Auf Platz zwei landet die Verbesserung von Prozessen und Arbeitsabläufen. Die Optimierung von Raum und Layout des Lagers wird an dritter Stelle genannt. Aber wo bekomme ich in Zeiten des Fachkräftemangels die „richtigen Mitarbeiter“ her, werden sich manche Unternehmer fragen. Schnelle Lösungen gibt es nicht, Antworten dagegen schon. Denn die richtigen Mitarbeiter sind im Grunde ja schon da. Frag Deine Leute, bevor Du dich ausschließlich auf externe Berater verlässt, lautet die Devise. Es braucht eine Bottom-Up-Sicht, die die Top-Down-Perspektive ergänzt. Das gilt vor allem auch für die Datengrundlage. ERP- oder Warehouse-Management-Systeme bilden zwar den Soll-Zustand ab und sind daher unverzichtbar. Was die Mitarbeiter aber konkret ausbremst oder beflügelt – dazu sagen diese Systeme wenig. Auch zu etwaigen Best-Practices lässt sich auf dieser Datenbasis vergleichsweise wenig sagen. 02 Bessere Entlohnung, Schulungen und Daten – das sind die Wünsche der Lagerarbeiter AUF DIE WAHL DER RICHTIGEN TOOLS KOMMT ES AN WEARABLE TECH STEIGERT UNMITTELBAR DIE MITARBEITERZUFRIEDENHEIT Von Technologie war bisher noch nicht die Rede. Die ist aber wichtig, denn geeignete Tools helfen, Effizienzhemmnisse in den Prozessen zu entdecken. Zudem erleichtern sie die physische Arbeit. Es kommt allerdings auf die richtige Technologie an. Im Schnitt 32 Kommissionierfehler pro Woche und Station beklagen die Befragten, der häufigste Fehler seien Artikel in falschen Behältern. Eine Technologie muss also helfen, diese Fehler zu reduzieren und Ineffizienzen bei Artikelstandorten sowie Entfernungen und Zeiten zwischen den Entnahmen aufzuzeigen. Entscheidend aber ist, dass die Technologie von den Mitarbeitern akzeptiert wird. Dies trifft zum Beispiel auf Wearable-Scanning- Lösungen zu. Der Mitarbeiter trägt dabei einen Handschuh oder eine Manschette mit einem Scanner. 54 Prozent der Befragten wünschen sich darüber hinaus umfassende Scandaten in Echtzeit, die auch Scanfehler aufzeigen. Ineffiziente Prozesse, ungünstige Artikelstandorte und wiederkehrende Fehler bei der Kommissionierung lassen sich mithilfe solcher Daten schnell entdecken. Erfahrungen bei Kunden zeigen, dass ProGlove bis zu sechs Sekunden pro Scan einspart. Das klingt wenig, summiert sich aber in großen Lagern mit zigtausenden Warenbewegungen pro Tag auf stattliche Zeiteinsparungen, erst recht, wenn dabei auch die Anzahl der Kommissionierfehler abnimmt. Die Effizienz steigt um bis zu 20 Prozent, berichten ProGlove-Kunden. Darüber hinaus tragen Wearable-Tools zu einer Verringerung der physischen und psychischen Belastung der Mitarbeiter bei. Tatsächlich nannten 43 Prozent der Befragten der Studie Erschöpfung, Müdigkeit und gesundheitliche Beschwerden als ständige Begleiter ihrer Arbeit und als Hindernis für weitere Effizienzsteigerungen. Für die Unternehmen ist das alarmierend, weil sie es ohnehin schon schwer haben, qualifizierte Mitarbeiter für die Tätigkeiten im Lager zu finden. Umso wichtiger ist es, die Mitarbeiter, die man hat, so gut wie möglich zu unterstützen und deren Gesundheit zu erhalten. Auch hier kann Wearable Tech helfen. Sie spart unnötige Laufwege und verringert unnötige Tätigkeiten. Und sie reduziert die Fehlerquote und damit den Frust der Mitarbeiter, die nicht schon wieder zum x-ten Mal zu einem anderen Regal laufen müssen, weil der angegebene Lagerplatz nicht gestimmt hat. Wearable Tech steigert unmittelbar die Mitarbeiterzufriedenheit. Die Sorge des Managements, das Personal könnte die Technologie ablehnen, nur weil sie neu ist, hat sich in vielen Projekten als unbegründet erwiesen. Die Mitarbeiter spüren sofort eine konkrete Entlastung. Falls Sie sich fragen, wozu das alles gut sein soll: Ultrakurze Pick-Zeiten, flexible Kommissionierung, geringe Fehlerquoten, minimale Kosten sind unabdingbare Merkmale eines effizienten Lagers. Technologie macht das alles erst möglich, aber am Ende sind es doch Menschen, die Schachteln aus den Regalen holen und zu Versandeinheiten zusammenstellen. FAZIT Bei der Optimierung eines Lagers ist zweierlei wichtig. Erstens verlässliche Daten direkt vom Ort des Geschehens und zweitens ein Vertrauen der Mitarbeiter in diese Daten. Es ist nur natürlich, dass dieses Vertrauen dann am größten ist, wenn die Mitarbeiter die Daten selbst erzeugen. Der Rat an das Management lautet daher: Top-Down-Ansätze sind nur die halbe Miete. Um die wahre und vor allen Dingen auch vollständige Geschichte der Lagerhallen erzählen zu können, braucht es auch die Bottom-Up-Sicht – die Perspektive der Mitarbeiter. Kommen dazu noch die richtigen Tools und Software-Lösungen zum Einsatz, stellt sich der Produktivitätsschub fürs Lager fast von allein ein. Grafiken: ProGlove www.proglove.com/de/produktivitat-im-lager-umfrage www.foerdern-und-heben.de f+h 2023/01-02 23