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f+h fördern und heben 10/2021

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f+h fördern und heben 10/2021

PRODUKTE UND SYSTEME

PRODUKTE UND SYSTEME BODENKLAPPENBEHÄLTER: ABFÄLLE SAMMELN UND MÜHELOS ENTSORGEN – AUCH IM HOCHTEMPERATURBEREICH Speziell angefertigte Bodenklappenbehälter haben den Abtransport glühend heißer Stahlabschnitte am Hamburger Standort von Arcelor Mittal beschleunigt. Da Stahl bei 500 °C die Hälfte seiner Festigkeit verliert, standen die Techniker der Karl H. Bartels GmbH bei der Entwicklung vor einer Herausforderung. Es ist laut, sehr laut in den Hallen von Arcelor Mittal Hamburg, einem von rd. 60 Standorten des größten Stahlkonzerns der Welt. 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr ist hier Betrieb. Wie am Fließband erzeugen die mehr als 500 Mitarbeiter in der Hansestadt ca. 1 Million Tonnen Stahl pro Jahr. Dazu werden im Stahlwerk Eisenschrott und Eisenerz bei 1 900 °C eingeschmolzen und der flüssige Stahl anschließend zu Knüppeln vergoßen. Bis zu 16 m lange und zwei Tonnen schwere Stahlknüppel entstehen auf diese Weise. Im Walzwerk findet anschließend die Weiterverarbeitung der Knüppel zu Walzdrähten statt. Hierzu muss der Stahl wieder auf 800 bis 1 000 °C erhitzt werden, bevor die mächtige Maschine den Draht auf einen Durchmesser von 5,5 bis 16 mm bringt. Für ein ebenmäßiges Ergebnis werden die Enden ganz zum Schluss abgetrennt. Sie fallen beinahe im Sekundentakt, noch bis zu 700 °C heiß, in Behälter, die sich bei Normalbetrieb innerhalb von 30 Minuten füllen. Ihre Entleerung bzw. der Abtransport der Drahtenden gestaltete sich bisher aufwändig. Neben der Maschine standen Mulden mit einem Volumen von 3 m³, die zum Entleeren per Absetzkipper an einen mehrere hundert Meter entfernten Sammelplatz gefahren werden mussten. „Ein Entleeren der kleinen Mulden in einen Sammelcontainer war aus Sicherheitsgründen nicht möglich“, erläutert Matthias Hirschberg, Geschäftsführer der Hanseatischen Recyclingprodukt Vertriebsgesellschaft (HRV). Die HRV, ein Arcelor-Mittal-Unternehmen, ist für den Transport, die Aufbereitung und den Vertrieb der Nebenprodukte aus der Stahlerzeugung verantwortlich. Großes Augenmerk wird dabei auf das Thema Nachhaltigkeit gelegt. Am Standort wird nicht nur ein hoher Prozentsatz recycelten Stahls verwendet und die Stahlabschnitte direkt wieder dem Stoffkreislauf zugeführt, man bemüht sich zudem, für Nebenprodukte eine sinnvolle Verwendung zu finden. So werden aus der Stahlwerksschlacke jährlich ca. 150 000 Tonnen Splitt für den Straßen- und Wegebau und rd. 25 000 Tonnen Konverterkalk für die Landwirtschaft hergestellt. Konverterkalk ist ein hochwertiges Düngemittel, durch dessen Einsatz sich der Abbau von Naturkalk reduzieren lässt. Zudem ist an dem Standort ein moderner Elektrolichtbogenofen im Einsatz. „Im Vergleich mit anderen deutschen Stahlwerken emittieren wir etwa 40 Prozent weniger CO 2 “, so Hirschberg. Auch darüber hinaus sei der Hamburger Standort der modernste von Arcelor Mittal in Europa. Im Konzern schaue man aus diesen Gründen immer nach Hamburg. Um den Abtransport der Stahlabschnitte aus dem Walzwerk zu beschleunigen und noch nachhaltiger zu arbeiten, rief das Unternehmen 2019 einen Wettbewerb aus und bat auch die Karl H. Bartels GmbH um eine Lösung. Bartels produziert u. a. Schwerlastre- 36 f+h 2021/10 www.foerdern-und-heben.de

Nach etwa einem Jahr sehen die Behälter schon reichlich mitgenommen aus. Sie haben jedoch nichts von ihrer Funktionalität eingebüßt. Zum Vergleich ein lackierter Bodenklappenbehälter von Bartels in Standardausführung gale, Transportsysteme und Behälter und ist auf Sonderlösungen spezialisiert. „Jedes Produkt wird an die individuellen Wünsche und Anforderungen des jeweiligen Kunden angepasst und für diesen produziert“, erläutert Außendienstmitarbeiter Thomas Taschner. „Für das Sammeln und Entsorgen von Abfällen aller Art haben wir verschiedene Lösungen im Sortiment, unter anderem Bodenklappenbehälter. Mit diesen ist es möglich, eingelagertes Material punktgenau in einen Sammelcontainer zu entleeren.“ Ist der Bodenklappenbehälter komplett gefüllt, wird dieser per Kran aufgenommen und zum Entladeplatz transportiert. Das Öffnen der massiven Bodenklappen geschieht entspannt und aus sicherer Entfernung mithilfe des Nebenhubs bzw. einer zweiten Krankatze. „Der Bediener betätigt dazu die Funkfernsteuerung des Krans, woraufhin sich die Bodenklappen öffnen und den Inhalt rückstandslos freigeben“, so Sascha Bente, Technischer Leiter bei Bartels. Eine zusätzliche Auslösesicherung schütze vor versehentlichem Auslösen durch den Bediener. Diese Auslösevariante sorge für größtmögliche Sicherheit beim Entladen von Materialien. Durch kurzes Aufsetzen auf dem Hallenboden werden die Bodenklappen anschließend wieder sicher verschlossen. WEITERENTWICKELTE BEHÄLTER ALS PROBLEMLÖSER „Das Auskippen von Material ist bei uns kritisch, weil wir es mit heißen, schweren Abfällen zu tun haben“, begründet Hirschberg die Entscheidung für die Bodenklappenbehälter von Bartels. „Sie ermöglichen ein sicheres und schnelles Entleeren, selbst bei hohem Füllstand, und nehmen zudem mehr Volumen auf als die vorherigen Kippmulden.“ Das Fassungsvermögen von 4 m3 ließe sich auch im prekären Hochtemperaturbereich voll ausnutzen, ohne die Sicherheit zu gefährden. Mit einer Traglast von sieben Tonnen seien die Behälter zudem für die Aufnahme schwerer Stahlabfälle geeignet. Für den Einsatz bei der HRV wurden die Behälter in jeder Hinsicht weiterentwickelt. Da Stahl bei hohen Temperaturen rund die Hälfte seiner Stabilität verliert, wurde die Materialstärke erhöht. Die Seitenwände wurden durch zusätzliche Verstrebungen verstärkt, die den natürlichen, rundlichen Verformungsbestrebungen des Materials entgegenwirken. Massive Verstärkungen an der Behälteroberkante helfen zusätzlich, die Form zu wahren. Neben der Materialstabilität war die Klappmechanik der beiden Bodenklappen die größte Herausforderung. Die Mechanik muss im kalten und im heißen Zustand problemlos ihren Dienst verrichten und ist in dem Walzwerk extremen Belastungen ausgesetzt. Die Bodenklappen werden über eine separate und mit einer Sicherung versehene Welle geöffnet, wobei Stahlfedern ein Überstrecken der Scharniere verhindern. Um die Voraussetzungen für ein zuverlässiges Öffnen und Schließen der Bodenklappen auch bei hohen Temperaturen zu schaffen, war einiges an Entwicklungsarbeit notwendig. Normalerweise unterzieht Bartels seine Produkte vor der Auslieferung umfangreichen Tests. Dies war in diesem Fall jedoch nicht unter Realbedingungen möglich, sodass für die Entwicklungsphase ein Prototyp gebaut und eingehend vor Ort getestet wurde. Bente: „Da wir die extremen Temperaturbedingungen bei uns nicht nachstellen konnten, haben wir den Behälter direkt bei Arcelor Mittal im Hamburger Hafen getestet.“ Währenddessen habe man abschließende Anpassungen vorgenommen, um die Behälter für unvorhersehbare Produktionseinflüsse zu wappnen. p sicheres, platzsparendes und produktives Handling aisle-master.com 0800 000 5764

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