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f+h fördern und heben 11/2021

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f+h fördern und heben 11/2021

ANSCHLUSS AN DIE ZUKUNFT

ANSCHLUSS AN DIE ZUKUNFT Die S. Siedle & Söhne Telefon- und Telegrafenwerke OHG gehört zu den europaweit führenden Herstellern von Gebäudekommunikationstechnik. Um den Entwicklungs- und Produktionsstandort in Furtwangen fit für die Zukunft zu machen, hat das Unternehmen den Intralogistikspezialisten Dematic mit der Automatisierung von Lager und Kommissionierung beauftragt. Dieser installierte eine Autostore-Anlage, die das bisherige Automatische Kleinteilelager (AKL) ersetzt. Mit dem neuen System verschlankt und beschleunigt der Betreiber die Prozesse in Logistik und Produktion. Darüber hinaus wurde auch der Materialflussrechner im Palettenlager abgelöst und mithilfe des Moduls Subsuite die Steuerung von allen automatischen Anlagenteilen des Palettenlagers in SAP realisiert. Somit wird die Anlage dem „Lean Production“-Ansatz gerecht und die IT-Landschaft vereinfacht. Vom Pionier der Türsprechanlage hat sich Siedle in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Innovationsführer in der Gebäudekommunikation entwickelt. Die Technik des in siebter Generation geführten Familienunternehmens kommt weltweit in Wohnhäusern, Unternehmen, Kliniken, Konzertgebäuden und Museen zum Einsatz. Trotz des Wachstums ist das Unternehmen seinen Wurzeln treu geblieben und produziert seit 270 Jahren am gleichen Standort: in Furtwangen. „Unser Ziel ist es, möglichst viele Verarbeitungsschritte in Eigenregie zu halten. Mehr als 80 Prozent der Wertschöpfung findet immer noch im eigenen Haus statt“, erklärt Christoph Weber, Geschäftsleiter Technik bei Siedle. Dies sei eine wichtige Voraussetzung für kontinuierliche Qualitätssicherung, kurze Transportwege und schnelle Verfügbarkeit. Siedle investiert daher regelmäßig in den Produktionsstandort, um die Fertigung in Furtwangen langfristig zukunftssicher zu machen. Damit der Hersteller für Gebäudekommunikation den steigenden Anforderungen der Kunden und an die Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit des Lagers gerecht werden konnte, war eine Modernisierung der Prozesse und Technologien dringend notwendig geworden. „Unser AKL war mehr als 25 Jahre alt und stieß außerdem an räumliche Kapazitätsgrenzen“, erklärt Weber. „Weiteres Wachstum und eine damit einhergehende Steigerung der Zugriffszahlen konnte nicht mehr effizient und zuverlässig geleistet werden, sodass wir eine neue Lösung benötigten – idealerweise ohne größere bauliche Veränderungen und mit moderaten Investitionen.“ Siedle setzt bereits seit mehreren Jahren auf Regalbediengeräte und Fördertechnik aus dem Hause Dematic. Aufgrund der gegebenen Anforderungen schlug der Partner in puncto Intralogistik die Installation einer Autostore-Anlage vor. Zu den Merkmalen des Lager- und Kommissioniersystems gehört die komprimierte Lagermöglichkeit. Aufgrund der kompakten Bauweise würde der 12 f+h 2021/11 www.foerdern-und-heben.de

PRODUKTE UND SYSTEME zukünftige Betreiber sein Logistikzentrum auch nicht erweitern müssen. Vielmehr passt sich Autostore den räumlichen Gegebenheiten vor Ort an. Auf Wunsch von Siedle wurde diese Empfehlung nochmal durch die io-consultants GmbH & Co. KG geprüft und auch bestätigt. Im Anschluss erstellte das technische Beratungs- und Planungsunternehmen die Ausschreibungsunterlagen. „Der Vorschlag erwies sich am Ende als goldrichtig. Neben der Leistung und der platzsparenden Bauweise hat uns vor allem die Möglichkeit überzeugt, das System ohne großen Aufwand an zukünftige Geschäftsentwicklungen anpassen zu können“, so Weber. In die Projektumsetzung mit eingebunden war auch weiterhin die io-consultants GmbH & Co. KG: Im Vorfeld der Installation mit einem Modernisierungskonzept und im Anschluss mit der Begleitung in der Realisierungsphase. Aufgrund passgenauer Planung ließ sich die Anlage wenige Monate nach der Entscheidung für das System in Betrieb nehmen. EINHEITLICHE IT-LANDSCHAFT Das System automatisiert die Lagerung und die Kommissionierung der Produkte und Komponenten, die entweder direkt an Kunden ausgeliefert oder in der eigenen Produktion weiterverarbeitet werden. Platz finden die Artikel in einem Lagerblock, der aus 12 500 Behältern besteht. Die Anlage nimmt dabei nur 480 m² ein. Über den Behälterstapeln ist ein Fahrschienensystem montiert, auf dem sieben batteriebetriebene Roboter für das Handling der Ladungsträger zuständig sind. Die Roboter transportieren die Behälter zu den Arbeitsstationen (Ports), an denen die Artikel gepickt und für die Weiterverarbeitung in der Produktion verteilt oder an den Kunden geliefert werden. „Mit der Installation des Autostore-Systems verschlanken und beschleunigen wir die Prozesse in Logistik und Produktion deutlich“, resümiert Weber. Zudem überzeuge die hohe Zuverlässigkeit: Fällt ein Roboter aus, übernimmt in kürzester Zeit ein anderer seinen Auftrag. Und zu guter Letzt sei das neue System auch skalierbar: „Es lässt sich bei Bedarf jederzeit ausbauen, zum Beispiel durch zusätzliche Roboter und Ports.“ Die Steuerung und Bedienung der Autostore-Anlage findet automatisch über die Lagerverwaltungssoftware SAP WM statt. Um alle Funktionen abzubilden, wurde hierauf das Dematic-Modul Subsuite aufgesetzt. Bei der Lösung handelt es sich um ein von Dematic entwickeltes Template für die Steuerung des Materialflusses und der Leitstandtätigkeiten, das vollständig in SAP WM integriert ist. Auf diese Weise fließen alle relevanten Daten von AKL und Palettenlager automatisch in einem System zusammen und stellen einen problemlosen Betrieb sicher. Weber: „Dadurch vereinheitlichen wir unsere IT-Landschaft. Für den laufenden Betrieb und die dazugehörige Datenauswertung ist das ein entscheidender Vorteil.“ Die Software sorgt zudem für die Sequenzierung der Kommissionierung. Hierzu fasst sie einzelne Artikel in Gruppierungen zusammen, weist ihnen ein Kommissionierplatz zu und veranlasst den automatischen Transport der Behälter zu den Arbeitsstationen. Die Steuerung der Abläufe ist direkt im SAP-System integriert, wodurch Schnittstellen zu externen Systemen entfallen. Die Hoheit obliegt dabei immer dem SAP-System. Aufgrund der Integration erhält der Betreiber so vollständige Transparenz in ein und derselben Plattform. FÜR DIE ZUKUNFT GERÜSTET Mit der Investition in die Autostore-Anlage hat Siedle seinen Produktionsstandort in Furtwangen wirtschaftlich und technisch für die nächsten Jahre zukunftssicher gemacht. „Dabei war die Zusammenarbeit von einem fairen Umgang, klarer Kommunikation und einer zielgerichteten Umsetzung geprägt“, fasst Weber zusammen. Und auch für das weitere Unternehmenswachstum sei die Autostore-Anlage gewappnet. Schon bei der Installation habe Dematic Vorkehrungen getroffen, um bei Bedarf kurzfristig drei weitere Kommissionierports in Betrieb zu nehmen. Außerdem sehe die nächste Ausbaustufe bis 2025 die Integration von zehn weiteren Robotern bei laufendem Betrieb vor. Fotos: Dematic, Knud Dobberke www.dematic.com/de WWW.VARIOGATE.COM info@haagh-protection.com CHRISTOPH WEBER, GESCHÄFTSLEITER TECHNIK, SIEDLE Mit der Installation des Autostore- Systems verschlanken und beschleunigen wir die Prozesse in Logistik und Produktion VARIOGATE www.foerdern-und-heben.de f+h 2021/11 13

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