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f+h fördern und heben 12/2018

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f+h fördern und heben 12/2018

EIN LOGISTIK-VISIONÄR

EIN LOGISTIK-VISIONÄR FEIERTE 60. GEBURTSTAG Das „Internet der Dinge“ ist eine der weitreichendsten und innovationstreibenden Forschungsthemen, die schon jetzt und auch in der Zukunft die Forschungs- und Arbeitswelt prägen. Mit Prof. Dr. Dr. h. c. Michael ten Hompel feierte am 19. November 2018 einer der Väter des Konzepts in Deutschland seinen 60. Geburtstag. Seit nunmehr 18 Jahren ist ten Hompel Hochschullehrer an der TU Dortmund und verantwortet am Fraunhofer IML den Forschungsbereich Materialflusssysteme. Bereits sein Studium der Elektrotechnik mit der Fachrichtung Technische Informatik an der RWTH Aachen bildete die Grundlage für die Verknüpfung von Hardware- und Software-Technologien, für die er bis heute steht. 1988 gründete ten Hompel im Anschluss an sein Studium die Gambit GmbH (heute Vanderlande Industries Logistics Software GmbH), deren geschäftsführender Gesellschafter er bis zum Jahr 2000 blieb. Mit seinem Unternehmen machte er bereits mit großen Projekten auf sich aufmerksam – u. a. mit einem Projekt für die Prozesssteuerung beim Luft- und Raumfahrt-Riesen Airbus. 1991 wurde ten Hompel an der Universität Witten/Herdecke promoviert. Seit 2000 ist er Ordinarius des Lehrstuhls für Förder- und Lagerwesen an der TU Dortmund und Institutsleiter des Fraunhofer IML, dessen Geschäftsführung er 2004 übernahm. Zahlreiche Innovationen in der Logistik gehen direkt auf die Forschung des Jubilars zurück. So gilt ten Hompel als Erfinder der Shuttle-Technologie in der Intralogistik, die er seit einigen Jahren zur zellularen Fördertechnik weiterentwickelt. Diese Technologie basiert auf autonomen, sich selbst steuernden Shuttles, die Lagerund Transportaufgaben übernehmen. Darüber hinaus hat sich ten Hompel als einer der Väter des Internet der Dinge einen Namen in Deutschland gemacht – einer Vision, die 2018 einen großen Durchbruch erlebte. Maßgeblich hierfür sind verschiedene Entwicklungen aus dem Institut, in denen Algorithmen künstlicher Intelligenz dezentral auf kleinsten cyberphysischen Systemen agieren. Die langjährige Arbeit an dieser Idee führte u. a. dazu, dass die TV-Sendung „Computerclub“ ten Hompel bereits im Jahr 2008 den Namen Internet-der-Dinge-Papst verlieh. Als Initiator des Effizienzcluster Logistikruhr, der 2010 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung als Spitzencluster ausgezeichnet wurde, hat ten Hompel es zudem geschafft, die Logistik vom Ruf einer Hilfsdisziplin zu befreien und sie als vollwertig anerkannte Wissenschaftsdisziplin zu etablieren. Mit dem vor zwei Jahren eröffneten Enterprise Lab Center beschritt ten Hompel zudem neue Wege in der dynamischen Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft. Und mit dem 2018 gestarteten „Innovationslabor Hybride Dienstleistungen in der Logistik“ setzt er am Hochtechnologie-Standort Dortmund neue Maßstäbe in der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine. Darüber hinaus gilt ten Hompel als Vordenker im Hinblick auf die Zukunft menschlicher Arbeit – von der Vision einer Social Networked Industry bis hin zu bio intelligenten Systemen. Fotos: Aufmacherfoto Fraunhofer IML, 01 – 02 Thomas Willemsen www.iml.fraunhofer.de 01 Im Rahmen eines Kolloquiums wurde der 60. Geburtstag von Prof. Michael ten Hompel gefeiert 02 Zu den Gratulanten gehörten auch Reiner Wesselowski (Bildmitte) und Winfried Bauer, Herausgeber bzw. Chefredakteur der f+h 48 f+h 2018/12 www.foerdern-und-heben.de

MENSCHEN UND MÄRKTE www.foerdern-und-heben.de f+h 2018/12 49

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