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f+h fördern und heben 3/2018

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f+h fördern und heben 3/2018

FORSCHUNG UND

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG 01 Initiiert wurde das mittlerweile abgeschlossene Projekt von der Schmaus GmbH. Das Fachhandelsunternehmen für Bürobedarf mit 48 Mitarbeitern legt seit Jahren Wert auf die Integration von Menschen mit Handicaps: Seit dem Jahr 2000, als der erste Mitarbeiter mit Handicap eingestellt wurde, wuchs die Anzahl der schwerbehinderten Beschäftigten auf 25 Prozent des Mitarbeiterstammes. Von den heute zwölf Mitarbeitern mit Behinderung sind mit insgesamt neun Fachkräften die meisten im operativen Logistikbereich vertreten. Im Betrieb sind sechs gehörlose oder auf einen Gebärdensprachdolmetscher angewiesene Personen angestellt. In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl fml der Technischen Universität München als Entwickler der Kommissioniertechnologie „Pick by Vision“ sowie der CIM GmbH wurde das Forschungsprojekt „Work by Inclusion“ etabliert. AUSGANGSSITUATION ZUR HÖRBEHINDERUNG In Deutschland gibt es ca. 80 000 Gehörlose und 140 000 Schwerhörige mit einem Grad der Behinderung von mehr als 70 Prozent, sodass sie auf einen Gebärdensprachdolmetscher angewiesen sind. igus ® meine-kette ... Energieführen leicht gemacht 1m in 2 Sekunden CHAINFLEX ® e-kette ® E2 micro mit Kettenöffner Kleine Energiekette für große Aufgaben. Stabiler, leiser und langlebiger als die Vorgänger. Leicht zu öffnen dank des kostenlos beiliegenden Kettenöffners. Mit Innenhöhen ab 10 mm. Online konfigurieren und bestellen: igus.de/E2micro plastics for longer life ® Einzeln oder als fertig konfektioniertes Komplettsystem für Ihre Branche – igus ® meine-kette Muster bestellen: Tel. 02203-9649-800 LogiMAT – Halle 3 Stand D21 | CeMAT – Halle 21 Stand D34 Igus.indd 1 23.02.2018 07:39:44 68 f+h 2018/03 www.foerdern-und-heben.de

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG 01 Datenbrille Vuzix M300 – in die Sicherheitsbrillenfassung wurden für den Mitarbeiter angepasste Korrektionslinsen eingesetzt Auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes wird davon ausgegangen, dass bundesweit ca. 10 000 Arbeitsplätze nicht besetzt sind, die von Hörgeschädigten eingenommen werden könnten. Hier bietet das Konzept „Work by Inclusion“ großes Potenzial, um schwerbehinderte Fachkräfte in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen. WIE FUNKTIONIERT DAS SYSTEM „WORK BY INCLUSION“? Im System „Work by Inclusion“ wird die am Lehrstuhl fml der Technischen Universität München entwickelte Kommissioniertechnologie „Pick by Vision“ angewendet. Die Informationen eines Kommissionierauftrags wie Lagerplatz, Anzahl der zu entnehmenden Artikel sowie eine Artikelbeschreibung werden mithilfe einer Datenbrille in das Sichtfeld des Fachpersonals eingeblendet. Dieses Informationssystem lässt sich im Gegensatz zu der auf Sprache basierenden „Pick by Voice“-Technologie von hörbehinderten und hörenden Kommissionierern gleichermaßen nutzen, denn Informationen werden ausschließlich visuell und nicht akustisch übertragen. Zugleich ist „Pick by Vision“ eine beleglose und wettbewerbsfähige Technologie für Lagerprozesse z. B. Kommissionierung, Einlagerung und Umlagerung – im Gegensatz zu der klassischen Kommissionier- oder Auftragsliste in Papierform, die im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung immer mehr verdrängt wird. Über die Assistenz bei der Kommissionierung hinaus ermöglicht die Datenbrille das Absetzen und Empfangen von Nachrichten und stellt somit eine gemeinsame Kommunikationsplattform zwischen allen hörbehinderten und hörenden Mitarbeitern bereit. So­ mit werden zusätzlich zu den zu absolvierenden Arbeitsschritten auch Warnmeldungen (z. B. Feueralarm) oder auch allgemeine Informationen (z. B. Teammeeting) für alle Nutzer gleichermaßen im Sichtfeld angezeigt. Neben der Datenbrille führt der Kommissionierer einen handlichen Barcodescanner mit sich, um die ausgeführten Arbeitsschritte zu quittieren sowie Artikel und Lagerplätze zu identifizieren und damit eine hohe Prozessqualität sicherzustellen. Des Weiteren geschieht über diesen Scanner die Bedienung der Datenbrille. Es hat sich herausgestellt, dass eine Bedienung über die an der Datenbrille vorhandenen Tasten und Touchsensoren nicht praktikabel ist. So wird die Datenbrille bei Tastendruck leicht verschoben und der Nutzer muss sie wieder ausrichten, damit der Bildschirm zu sehen ist. Erschwerend kommt hinzu, dass in manchen Lagern oder auch nach persönlichem Wunsch mit Handschuhen gearbeitet wird, welche das Betätigen der Tasten einschränken können. In dem Barcodescanner sind neben der Taste AUF EINEN BLICK n Die am Lehrstuhl fml entwickelte Technologie „Pick by Vision“, bei der die Informationsbereitstellung visuell über eine Datenbrille realisiert ist, kann es ermöglichen, auch Gehörlose in Lagerprozesse einzubinden und dabei die Vorteile belegloser Kommissionierung zu nutzen n Im Hinblick auf den wachsenden Fachkräftemangel erschließt sich eine neue Arbeitnehmergruppe für den Bereich Intralogistik Zuverlässiger Partner für Logistikprozessautomation mit Mehrwert In einer sich rasant verändernden Welt benötigen Sie einen zuverlässigen Partner, der Ihnen hilft, die Erwartungen Ihrer Kunden zu übertreffen. Vanderlande kennt die Komplexität, die mit einem erfolgreichen Lagerbetrieb einhergeht. Daher haben wir die nächste Generation skalierbarer Lösungen definiert – Evolutions. Besuchen Sie uns am LogiMAT Stand 1J21. > vanderlande.com Vanderlande.indd 1 06.02.2018 09:23:17 www.foerdern-und-heben.de f+h 2018/03 69

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