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f+h fördern und heben 3/2018

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f+h fördern und heben 3/2018

FORSCHUNG UND

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG 02 zum Scannen drei weitere Tasten integriert, die bei Betätigung das Senden von frei programmierbaren Signalen auslösen. Mit den drei Aktionen „Weiter“, „Bestätigen“ und „Zurück“ lassen sich alle Menüelemente in der Datenbrillen-App ansteuern. Außerdem können numerische Werte eingegeben werden, z. B. im Falle einer Minderentnahme oder bei einer Inventur. 02 Im handlichen Barcodescanner sind neben der Scan-Taste drei weitere Tasten zur Steuerung der Datenbrillen-App integriert 03 Die zwei aufeinanderfolgenden Bildschirmanzeigen einer Kommissionierposition. Aktuell zu verrichtende Tätigkeiten werden durch eine weiße Einfärbung hervorgehoben Bei der Auftragsanzeige wird weitgehend auf Texte verzichtet. Mit Piktogrammen und Zahlen wird dem Nutzer vermittelt, welche Arbeitsschritte zu absolvieren sind. Somit wird eine „sprachliche“ Informationsdarstellung vermieden. Dies ermöglicht über die Inklusion von Hörbehinderten hinaus, dass auch fremdsprachige Fachkräfte und Analphabeten das System nutzen können. Die Kommunikationsschnittstelle zur Datenbrille wurde vom Projektpartner CIM Logistik-Systeme GmbH offen definiert. Jeg liche Software-Plattformen, nicht nur Lagerverwaltungssysteme, können anzuzeigende Inhalte an die Datenbrille senden. Auf der Datenbrille ist eine von CIM entwickelte Android-App installiert, die die Informationen empfängt und dem Nutzer visualisiert. Diese App lässt sich auch auf diversen anderen Android-Geräten z. B. Smartphones oder Datenterminals installieren. Das Anwendungsspektrum des Systems 03 70 f+h 2018/03 www.foerdern-und-heben.de

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG ist aufgrund seiner Architektur nicht nur auf die Kommissionierung beschränkt, sondern lässt sich auch auf andere Bereiche übertragen, bei denen eine mobile Informations anzeige nützlich ist. NUTZEN UND VORTEILE FÜR ANWENDER Eine auf gelungene Inklusion von Menschen mit Handicaps ausgerichtete Unternehmensphilosophie macht sich nach Erfahrungen der Schmaus GmbH in einer hohen Loyalität der Belegschaft, einem positiven Unternehmensklima sowie in einer niedrigen Fluktuationsrate bemerkbar. Zudem wird bei den hörgeschädigten Mitarbeitern die fehlende oder verminderte Funktionsfähigkeit des Gehörs durch eine besonders gut ausgeprägte Wahrnehmungsfähigkeit der Augen kompensiert. Somit werden die zu erledigenden Tätigkeiten in der Logistik, wie das Zusammenstellen der Artikel einer Bestellung aus den entsprechenden Lagerplätzen, trotz oder gerade aufgrund des Handicaps in einer besonders hohen Qualität und Quantität erbracht. „Work by Inclusion“ gibt somit Unternehmen die Chance, hoch motivierte Menschen mit Handicap zu beschäftigen und dem bereits spürbaren Fachkräftemangel entgegenzuwirken. FÖRDERMÖGLICHKEITEN Für Unternehmen mit schwerbehinderten Beschäftigten gibt es finanzielle Zuschüsse. Eine behindertengerechte Ausstattung unter Nutzung von Datenbrillen kann durch das im jeweiligen Bundesland zuständige Integrationsamt, die Agentur für Arbeit sowie die Rentenversicherung gefördert werden. Das Integrationsamt kann investive und behinderungsbedingte Anschaffungen fördern. Relevant für Arbeitgeber sind vor allem die Unterstützung der Investitionen für die Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze sowie technische Arbeitshilfen, die speziell auf die Bedürfnisse des Arbeitnehmers zugeschnitten sind. Diese werden für den Hörgeschädigten persönlich angeschafft. Dazu gehören z. B. die Datenbrille, eventuell benötigte Korrekturgläser sowie der Handscanner. Direkte finanzielle Leistungen an hörgeschädigte Arbeitnehmer können z. B. für den Bedarf an Gebärdensprachdolmetscher bei innerbetrieblichen Qualifizierungsmaßnahmen und beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen gestellt werden. Somit kann die Förderung, abhängig vom Einzelfall, über den einzelnen Arbeitsplatz hinausgehen. FÖRDERHINWEIS Das Projekt „Entwicklung von visuellen Arbeitsmitteln für in Lagerprozessen tätige Gehörlose – Work-by-Inclusion“ wird unter dem Kennzeichen 01KIVI141207 durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) aus Mitteln des Ausgleichsfonds gefördert. Fotos: fml Autoren: Prof. Dr.-Ing. Johannes Fottner leitet den Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml) an der Technischen Universität München (TUM) Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing. Willibald A. Günthner leitete von 1994 bis 2017 den Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml) an der Technischen Universität München (TUM) Dipl.-Ing. Matthias vom Stein ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am fml www.work-by-inclusion.de MULTIFLEX DAS NEUE SYSTEM FÜR PALETTENTRANSPORT Vorstellung des neuen MULTIFLEX Systems auf der DAMBACH Lagersysteme GmbH & Co. KG Hardrain 1, 76476 Bischweier Tel.: +49 (0) 7222 9660-0 info@dambach-lagersysteme.de www.dambach-lagersysteme.de Stuttgart 13. – 15. März 2018 Halle 1, Stand F41

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