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f+h fördern und heben 3/2018

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f+h fördern und heben 3/2018

PRODUKTE UND SYSTEME

PRODUKTE UND SYSTEME VIEL BEWEGEN AUF ENGEM RAUM Die BSH Hausgeräte GmbH betreibt seit 2017 einen neuen „Abstapel-Bahnhof“. Den Kern der Intralogistik-Anlage bilden zwei Sechs-Achs- Roboter, die trotz beengter Platzverhältnisse für eine hohe Produktivität und Flexibilität sorgen. Seit ihrer Gründung als Gemeinschaftsunternehmen der Robert Bosch GmbH und der Siemens AG im Jahre 1967 hat sich die BSH Hausgeräte GmbH zu einem der international führenden Hausgerätehersteller mit weltweit 40 Produktionsstätten entwickelt. Mit seinen Produkten verspricht der Hersteller die Lebensqualität der Menschen zu erhöhen und setzt dabei auf Qualität und Vielfalt. Um die hohen Produktstandards und die große Bandbreite des Portfolios auch weiterhin sicherstellen zu können, galt es die Fertigungsprozesse in Hinsicht auf Produktivität und Flexibilität zu optimieren. Aus diesem Grund installierte der Hersteller am Standort in Dillingen zwei Sechs-Achs-Roboter aus dem Hause TGW Robotics, die die Sortierung und das Handling von Basisträgern von Geschirrspülmaschinen sowie deren Abnahme und Pufferung übernehmen. Auch für die anschließende Beladung in Gebindewagen ist mithilfe der neuen Roboter gesorgt. MEHR FLEXIBILITÄT IN DER PRODUKTION 2016 wurde TGW Robotics von BSH mit dem Neubau eines „Abstapel-Bahnhofs“ als Generalunternehmer beauftragt. „Ausgangspunkt war eine bestehende, ähnliche Anlage mit hoher Taktzeit aber geringem zu verarbeitendem Produktspektrum“, so Sebastian Feistl, Design Engineer bei TGW Robotics. „Diese Anlage wurde komplett durch unsere neue Anlage an selber Stelle ersetzt.“ Es sollte zudem eine Anbindung der neuen Intralogistik-Anlage an die Spritzgussmaschinen realisiert werden, deren Anzahl der Hersteller im Zuge der Neuausrichtung der Produktionsprozesse von drei auf sechs verdoppelte. Feistl: „Für die Installation der neue Anlage stand uns nur eine Fläche von 150 Quadratmetern zur Verfügung. Wir planten, designten und realisierten also auf engstem Raum. Zudem musste eine vollautomatische Erkennung und Aufteilung der Basisträger für die Spülmaschinen auf vier voneinander unabhängigen Arbeitsplätzen integriert werden.“ Mithilfe der Bauteilerkennung lassen sich nun alle bestehenden Basisträgerwerkzeuge unabhängig ihrer Variante auf allen neuen Spritzgussmaschinen der verketteten Anlage aufspannen. Dies ermöglicht es, vollautomatisch mehrere Basisträgervarianten gleichzeitig zu produzieren und sortiert auf die Materialflusssysteme zu stapeln. Die Prozessabläufe werden auf Monitoren visualisiert. PRÄZISION IST GEFRAGT Das Herzstück der neu installierten Anlage bildet die Roboterzelle mit zwei Sechs-Achs-Robotern: „Ein vorgegebenes Lochmuster lässt die Roboter die unterschiedlichen Basisträger erkennen. So ist eine sortenreine Zuordnung und eine anschließende Zusammenstellung gleicher Basisträger zu einem Zehner-Paket in einem Magazin möglich“, erklärt Feistl. „Die beiden Roboter interagieren innerhalb eines sehr kleinen Bereichs − ein Sicherheitsbereich, der mit unserer Safety-Technologie ausgestattet ist.“ Für die nötige Präzision während der Verarbeitungsprozesse sorgt eine von TGW Robotics entwickelte Greifertechnologie. „Wir haben einen Mehrzweckgreifer zum Handhaben der einzelnen Basisträger eingesetzt. Auf diese Weise kann der Roboter die 74 f+h 2018/03 www.foerdern-und-heben.de

PRODUKTE UND SYSTEME Zehner-Pakete zusammenstellen und zwischenlagern. Hier kommt es auf jeden Millimeter an.“ Obwohl für die Installation der neuen Anlage keine zusätzliche Fläche zur Verfügung stand, ließ sich die Produktivität erhöhen und das zu bearbeitende Produktspektrum erweitern. Mit dem neuen Abstapelkonzept wurde der strategischen Ausrichtung einer qualitativ hochwertigen Eigenfertigung Rechnung getragen und durch die Verkettung der Bestandsmaschinen mit den neuen Spritzgussmaschinen zusätzliche Synergieeffekte geschaffen. Fotos: TGW www.tgw-group.com AUF EINEN BLICK n Sechs-Achs-Roboter übernehmen Handhabungs- und Sortieraufgaben im Abstapel-Bahnhof n Unterschiedliche Basisträger werden mithilfe eines vorgegebenen Lochmusters von den Robotern identifiziert und sortenrein zugeordnet n Das Abstapelkonzept mit Robotertechnologie sorgt für höhere Produktivität auf gleichbleibend geringer Fläche

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