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f+h fördern und heben 3/2019

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f+h fördern und heben 3/2019

FORSCHUNG UND

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG VIELSEITIGE HELFER: MOBILE ROBOTER MIT MANIPULATOR SICHER EINSETZEN Mobile Manipulatoren, also autonom fahrende Plattformen mit einem Roboterarm, vereinen die Beweglichkeit eines fahrerlosen Transportfahrzeugs und die Handhabungsfähigkeiten eines Roboters. In der Interaktion mit dem Menschen spielen sie ihr volles Potenzial aus, was aber besondere Anforderungen an die Sicherheit stellt. Mit dem entsprechenden Fachwissen ist es gut möglich, sichere Systeme umzusetzen, auch wenn es für sie bisher nur teilweise passende Normen gibt. In der Produktion können mobile Manipulatoren Werkstücke an Einlegeplätzen entnehmen und ablegen und so den automatisierten Materialfluss verbessern. Prädestiniert für die mobile Manipulation ist z. B. die Kleinteilekommissionierung, wie es die Plattform „rob@work“ vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA ermöglicht. Auch außerhalb von Produktionen entstehen Einsatzmöglichkeiten, z. B. im Gesundheitswesen. So hat das Fraunhofer IPA zusammen mit Partnern im EU-Projekt „Robott-NET“ einen mobilen Manipulator für die F&P Robotics AG aus der Schweiz entwickelt. Das mobile Robotersystem soll im Krankenhauslager Materialien für die Blutabnahme zusammenstellen. Die Idee ist, das Pflegepersonal zu entlasten, indem das System z. B. benötigte Pflegeutensilien vorbereitet und der Mensch sich auf die eigentliche Pflege konzentrieren kann. In Warenlagern oder im Einzelhandel können mobile Manipulatoren Warensendungen zusammenstellen, Inventu- ren durchführen oder kontrollieren, ob alle Waren im Regal korrekt sortiert und ausreichend vorhanden sind. Auch das Entfernen leerer Kartons oder falsch stehender Produkte ist umsetzbar. MEHRERE NORMEN BERÜCKSICHTIGEN Vielfach teilen sich mobile Manipulatoren zumindest temporär den Arbeitsraum mit Menschen und werden so zu Systemen mit Mensch-Roboter-Kooperation (MRK). Das bedeutet, dass ihre Sicherheitsfunktionen diesen geteilten Arbeitsraum berücksichtigen und dabei allen normativen Vorgaben genügen müssen, um die Systeme sicher zu betreiben. Für mobile Manipulatoren in industriellen oder Logistikanwendungen gibt es noch keine spezifischen Normen. Dennoch ist die sichere Gestaltung der Systeme gut möglich. Zu berücksichtigen sind Normen, die die jeweiligen Komponenten „mobile Plattform“ 16 f+h 2019/03 www.foerdern-und-heben.de

und „Manipulator“ getrennt abdecken, auch wenn beide als ein System zusammenspielen. Die eventuellen Gefährdungen, die aus diesem Zusammenspiel entstehen können, müssen für die Risikobewertung explizit betrachtet werden, also z. B.: Wie wird der Kollisionsschutz für den Manipulator sicher geregelt, wenn gleichzeitig die Plattform fährt? SICHERE FTS Die mobile Plattform gilt als fahrerloses Transportsystem. Entsprechend kommt hier aktuell noch die DIN EN 1525 zur Anwendung. Die Norm legt fest, dass Schutzfelder von Sensoren so groß sein müssen, dass das Fahrzeug innerhalb der Detektionsreichweite anhalten kann. Sensoren – z. B. Laserscanner – werden typischerweise in einer Ebene 20 cm über dem Boden angebracht. In Kürze werden die Anforderungen an fahrerlose Transportsysteme SIL 3 PL e 800 m

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