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f+h fördern und heben 4/2021

f+h fördern und heben 4/2021

F+H NACHGEFRAGT sen

F+H NACHGEFRAGT sen lassen. Auf der anderen Seite manuell bediente Flurförderzeuge, die hinsichtlich der zu bewegenden Lasten und Reihenfolge der Fahraufträge unschlagbar flexibel sind, dafür aber zumeist noch an die menschliche Arbeitskraft gebunden sind und mit der Umschlagsleistung der computergesteuerten Anlagen nicht mithalten können. Diese starre Trennung zwischen „automatisch“ und „manuell“ löst sich immer weiter auf. Heute arbeiten automatisierte Flurförderzeuge Seite an Seite mit manuell bedienten Geräten oder sind als Kette hintereinandergeschaltet. Die Fahrtroute der automatisierten Flurförderzeuge durch Lagerund Produktionsbereiche lässt sich innerhalb kürzester Zeit ändern. Investitionen in robotergestützte Flurförderzeuge lassen sich schrittweise planen und umsetzen. Basis jeder Automatisierung ist die Standardisierung von Prozessen. Durch sie wird Flexibilität erst möglich, denn mit der Beschreibung einzelner Tätigkeiten erschließen sich große Freiheitsgrade – zum Beispiel im Hinblick auf die Skalierbarkeit. Ist eine Handling-Aufgabe definiert, macht es für das Robotik-Gerät keinen großen Unterschied, ob es fünf Stunden pro Tag arbeitet oder an sieben Tagen rund um die Uhr seinen Dienst tut. Eine noch höhere Flexibilität eröffnen KI-basierte Algorithmen. Sie erkennen Muster oder Veränderungen in den verarbeiteten Daten und leiten daraus selbstständig Aktionen ab: Die Fahrzeuge stimmen sich zum Beispiel eigenständig darüber ab, welches von ihnen einen spezifischen Auftrag übernimmt. Weltweit hat Corona die Digitalisierung vorangetrieben. Welche Auswirkungen hat dies auf das Geschäft von Linde Material Handling? Stefan Prokosch: Mobiles Arbeiten und virtuelle Zusammenarbeit sind für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Linde Material Handling mittlerweile gelebter Alltag. Wir besprechen uns mit Kollegen und Geschäftspartnern per Videokonferenz, nutzen Whiteboards zur Entwicklung neuer Ideen und haben gute Erfahrungen mit virtuellen Veranstaltungen gemacht. Der virtuelle Austausch spart Zeit und Ressourcen. Und auch wenn wir schrittweise wieder zu einer stärkeren physischen Präsenz zurückkehren, wird ein Teil davon meiner Meinung nach Bestand haben. Präsenz-Formate lassen sich um digitale Angebote erweitern und eröffnen einen Mehrwert. Unabhängig davon wollen wir das Angebot an digitalen Lösungen für unsere Kunden zukünftig ausweiten: In einem Web-Shop sollen Flottenbetreiber zum Beispiel zusätzliche Fahrzeugfunktionen kaufen können, die anschließend „over the air“ freigeschaltet und sofort genutzt werden können. Auch vorausschauende Servicemaßnahmen lassen sich per Software-Update erledigen, ohne dass dafür eine Hardware-Komponente ausgetauscht werden muss. Unsere Flottenmanagementlösung Linde connect bauen wir schrittweise zu einem digitalen Werkzeugkasten aus. Statt im Unternehmen befindet er sich in der Daten-Cloud, auf einem mehrfach gesicherten Server. Transparenz über den Gesundheitszustand jedes einzelnen Flurförderzeugs, Energiemanagement zur Vermeidung von Bedarfsspitzen, intelligente Unfallprävention – all diese Funktionen lassen sich dann auf Wunsch abrufen. Gibt es „Lernerfolge“ durch Corona, zum Beispiel bezogen auf das weltweite Produktionsnetzwerk von Linde Material Handling? Stefan Prokosch: Eine derartige Krise mit wochenlangen Lockdowns für ganze Branchen, zeitweisen Grenzschließungen und umfangreichen Schutzmaßnahmen in den Betrieben war vor der Corona-Pandemie kaum vorstellbar. Covid-19 hat uns gezeigt, wie wichtig funktionierende Lieferketten sind. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden wir nutzen, unser Lieferanten- Risiko-Management weiter zu optimieren und unser Produkti- onsnetzwerk noch widerstandsfähiger zu machen. Ein möglicher Weg ist das Schaffen von Synergien über eine stärkere Konzentration. Auch dabei hilft uns die Digitalisierung, sprich eine einheitliche IT, die wir inzwischen über alle Werke hinweg eingeführt haben und die wir zukünftig noch stärker mit unseren Lieferanten vernetzen wollen, um Probleme frühzeitiger zu erkennen und entsprechend gegensteuern zu können. Welche Bedeutung hat das Thema Nachhaltigkeit in Zeiten der Pandemie? Stefan Prokosch: Die Pandemie-bedingten Auswirkungen haben positive Effekte für das Klima und zeigen uns neue Wege auf, wie wir der Klimaerwärmung entgegenwirken können: Indem wir zum Beispiel auch in Zukunft geschäftlich weniger reisen und stattdessen in virtuellen Meetings zusammenkommen. Nachhaltiges Wirtschaften prägt unser komplettes betriebliches Handeln – auch in Zeiten von Corona. Alle Unternehmensentscheidungen werden unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit evaluiert. Wir akzeptieren längere Return-on-Investment- Perioden, wenn es einen messbaren Effekt für die Nachhaltigkeit gibt. Ein Beispiel ist die Umstellung auf LED-Beleuchtung in unseren Produktionswerken und damit zu realisierende Energieersparnisse. Ebenso wichtig ist für uns die Entwicklung möglichst energieeffizienter Stapler und Lagertechnikgeräte, deren Einsatz sich für unsere Kunden beim Klimaschutz und dem schonenden Umgang mit Ressourcen auszahlt – vor allem, wenn man bedenkt, dass mehr als 80 Prozent des Energieverbrauchs eines Produkts in seiner Nutzungsphase anfallen. Eine ähnliche Vorgehensweise beobachten wir bei unseren Kunden, die immer öfter nach Belegen für nachhaltiges Wirtschaften und nachhaltige Produkte fragen. Ein Benchmark ist die jährliche Beurteilung durch die Rating-Agentur Ecovadis. Im Jahr 2020 erhielt Linde Material Handling für seine Corporate-Social- Responsibility-Anstrengungen erneut den Gold-Status – eine Auszeichnung, die schon bei vielen großen Ausschreibungen zur Teilnahmevoraussetzung geworden ist und die wir unsererseits in Zukunft immer öfter von unseren Lieferanten erwarten. Die Fragen stellte Winfried Bauer, Chefredakteur f+h Fotos: Linde Material Handling www.linde-mh.de WIR SEHEN DIE AUTOMATISIERUNG ALS EINEN LANGFRISTIGEN TREND Stefan Prokosch, SVP Brand Management, Linde Material Handling 8 f+h 2021/04 www.foerdern-und-heben.de

MARKTPLATZ NEUER ELEKTRO-KETTENZUG KOMBINIERT LEISTUNG UND ZUVERLÄSSIGKEIT Der Elektro-Kettenzug STF der Marke Stahl Cranesystems von Columbus McKinnon ist für stufenlose Hebe- und Positionieranwendungen konzipiert. Ausgestattet sind die Hebezeuge mit den Magnetek Impulse•G+ Mini-Antrieben, die die Voraussetzungen für eine präzise Steuerung schaffen. Anschließen lässt sich der Frequenzumrichter an Feldbussysteme wie Modbus, Profibus oder Ethernet. Die Steuerungstechnik der Antriebe liefert durch den Datenaustausch mit IoT-Netzwerken auch Diagnose- und Leistungsinformationen. Wenn die Steuerung des Hebezeugs eine unbeabsichtigte Bewegung feststellt, stoppt der Antrieb des Hubwerks und es kann nicht mehr betätigt werden. Darüber hinaus verhindert eine integrierte Drehzahlüberwachung, dass der Motor bei einer Fehlfunktion des Antriebs seinen maximal zulässigen Drehzahlbereich überschreitet. Ausgelegt ist das neue Modell, das sich für alle verfügbaren Netzspannungen mit einer Vielzahl von Anpassungsmöglichkeiten eignet, für Umgebungstemperaturen von -10 bis 40 °C, optional bis 50 °C. Darüber hinaus werden die Anforderungen der Schutzklasse IP54 (optional: IP65/IP67) erfüllt. www.stahlcranes.com AUS ZWEI WIRD EINS Den IE5+ Synchronmotor hat Nord Drivesystems in ein einstufiges Stirnradgetriebe integriert. Zu den Merkmalen der Getriebemotoreinheit namens Duodrive gehören ein hoher Systemwirkungsgrad und die Variantenreduktion bei gleichzeitig glatter, unbelüfteter und kompakter Bauweise. Duodrive eignet sich für den Einsatz in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie wie in der Intralogistik. Die erste verfügbare Duodrive-Baugröße deckt Getriebeübersetzungen von i = 3,24 bis i = 16,2 ab und ist für den Drehmomentbereich bis 80 Nm und Drehzahlen bis 1 000 min -1 ausgelegt. Die Antriebseinheit kann mit allen marktüblichen Hohlwellenabmessungen (20 bis 40 mm) sowie Flanschausführungen (B5 und B14) oder einer Drehmomentstütze ausgestattet werden. Für den Motoranschluss sind u. a. M12-Rundsteckverbinder oder eine Klemmenleiste vorgesehen. Optionen wie Drehgeberrückführung oder eine Haltebremse sind möglich. www.nord.com LINE

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