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f+h fördern und heben 5/2021

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f+h fördern und heben 5/2021

PERSPEKTIVEN

PERSPEKTIVEN „VIDEOINFORMATIONSTECHNOLOGIE“: WELCHE POTENZIALE ERSCHLIESST SIE DER INTRALOGISTIK SCHON HEUTE? Die Videoüberwachung befindet sich derzeit mitten in einem spannenden Entwicklungssprung: Moderne Lösungen sind durchweg IP-basiert und somit komplett in digitale Systeme integrierbar. Mit der immer weiter gehenden Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) ergeben sich viele Anwendungsmöglichkeiten, die bis vor Kurzem noch nicht vorstellbar waren. Vor allem die Intralogistik kann mit dieser „Videoinformationstechnologie“ Prozesse transparenter gestalten und bisher ungenutzte Potenziale ausschöpfen. Für Logistiker ist es wichtig, sich möglichst schnell einen umfassenden Überblick über die Vorgänge innerhalb der Halle, bei den Gefahrenübergängen und in vielen anderen Bereichen zu verschaffen. Mit Überwachungskameras lassen sich Abläufe in Echtzeit verfolgen oder im Nachhinein Ereignisse durch Aufzeichnungen objektiv beurteilen. Wichtig ist dabei die Bildqualität, um Vorgänge detailgenau nachvollziehen zu können und im Ernstfall gerichtsverwertbare Bilder zu erhalten. Ein weit verbreitetes Missverständnis ist dabei die Konzentration auf möglichst viele Megapixel. Anwender sollten vielmehr die Erkennbarkeit im Auge behalten, die in der weltweit gültigen Norm für Videoüberwachungsanlagen DIN EN 62676-4 genau festgelegt ist. Diese beschreibt die „Auflösungsdichte“ in Pixel pro Meter (px/m) am zu überwachenden Objekt. So können Unternehmen bei einer Auflösungsdichte von z. B. mindestens 250 px/m in Kombination mit ei- 10 f+h 2021/05 www.foerdern-und-heben.de

ner ausreichend hohen Bildrate davon ausgehen, dass ein Richter mit hoher Wahrscheinlichkeit das Videobild einer Person zur eindeutigen Identifizierung als Beweismittel anerkennen wird. DEN DATENSCHUTZ NICHT AUSSER ACHT LASSEN Videotechnik und Datenschutz verbindet hierzulande eine sensible Beziehung. Intelligente Datenschutzfunktionen, wie das automatische Verpixeln von Personen oder private Zonen, die komplett geschwärzt sind, gehören inzwischen zum Standard- Repertoire von modernen Videosicherheitssystemen. Nur im Bedarfsfall lassen sich diese mithilfe des 4-Augen-Prinzips aufheben, indem z. B. der Lagerleiter und ein Mitglied des Betriebsrats die Aufnahmen gemeinsam sichten. Anwender sind zudem gut beraten, sensible Flächen wie Pausenbereiche zu markieren, sodass Mitarbeiter komplette Transparenz darüber haben, wo aufgezeichnet wird und wo nicht. ECHTZEITKONTROLLE ÜBER FRACHTGÜTER Auch das notorische Problem der Fehlplatzierung von Sendungen lässt sich bereits heute durch Videounterstützung verbessern: Systeme verknüpfen die Aufzeichnungen der Überwachungskameras automatisch und „framegenau“ mit Scan- Events und Paketstücknummern. Lagerleiter können so Videosequenzen schnell zuordnen und durch automatisierte Recherchen die fraglichen Packstücke rasch lokalisieren. Ganz ähnlich verhält es sich mit Sendungen, die in einem Materialflusslayout eines Distributionszentrums i. d. R. mehrere Scanpunkte durchlaufen. Sofern eine Sendung einen Scanpunkt innerhalb einer bestimmen Zeit nicht erreicht, gibt die Materialflusssteuerung einen Alarm aus und erstellt ein Ticket. Da auch hier Scan-Events und Videobilder zeitsynchronisiert werden können, kann ein befugter Mitarbeiter auch hier zeitnahe Recherchen anstellen und auf den Videobildern sehen, was die Ursache des Problems ist, ob es zu Warenschwund kam etc. Dadurch verringert sich der Zeitaufwand bei der Verfolgung von Packstücken um ein Vielfaches. „ON-THE-FLY“: VERZÖGERUNGSFREIE VOLUMENVERMESSUNG Die manuelle Vermessung von Packstücken ist immer noch einer der ineffizientesten Logistik-Prozesse. Dabei gilt es vor allem Fehl- oder Falschangaben zu identifizieren und Arbeitsabläufe möglichst zeitsparend zu gestalten. So benötigt z. B. eine Spedition mit 1,8 Millionen Packstücken jährlich schon bei einer Nachvermessung von nur zehn Prozent aller Packstücke fast 3 000 Stunden Arbeitszeit nur für die manuelle Vermessung. Statische Lösungen verzögern die Prozessabläufe, da das Flurförderzeug pausieren muss. Dynamische Lösungen, bei denen u. a. 3D-Tiefenbildkameras zum Einsatz kommen, erlauben eine verzögerungsfreie Messung bei Geschwindigkeiten von bis zu 10 km/h (2,77 m/s). Intelligente Lösungen ordnen hier automatisch die ermittelten Volumendaten den Scandaten zu und übertragen diese ins Warehouse Management System (WMS). Zudem können Logistikunternehmen die Systeme mit bereits vorhandenen Handscannern oder fest installierten Scansystemen sowie Wägesystemen verbinden. EFFIZIENTES YARD MANAGEMENT UND DIN-KONFORMES SCHADENMANAGEMENT Neben der Sicherheit ist die visuelle Kontrolle und Dokumentation der Vorgänge ein wichtiger Zweitnutzen von Kamerasystemen im Außenbereich. Stichwort Videounterstützung beim Yard MANCHE DENKEN, ROHSTOFF­ TRANSPORT ERFORDERE AUFWENDIGE INFRASTRUKTUR. WIR DENKEN ANDERS. beumer.com

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