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f+h fördern und heben 5/2021

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f+h fördern und heben 5/2021

PRODUKTE UND SYSTEME

PRODUKTE UND SYSTEME TITELSTORY FEHLERFREIE UND SCHNELLE PROZESSE IM AKL Der Wareneingangsprozess startet schon weit vor dem Eintreffen eines Produkts. Mit der Logistiksoftware Wamas weiß das Team von Pepperl+Fuchs schon im Voraus genau, was an den Toren ankommen wird. Bei mehr als 300 eingehenden Sendungseinheiten pro Tag lässt sich wertvolle Zeit im Wareneingang sparen, wenn das Team die Vereinnahmung der Produkte bereits vorbereiten kann. Sobald eine Lieferung eintrifft, werden die Paletten oder Pakete aufgelöst und jeder Karton gescannt und per automatischer Datenübermittlung in Wamas gebucht. Das System weist daraufhin jeder Einheit einen Lagerplatz zu. Dabei verwendet die Software unterschiedliche Tablar-Konfigurationen, um den vorhandenen Lagerplatz optimal zu nutzen. Nach dem Einscannen und der Eingabe bestimmt das System, ob das Produkt direkt eingelagert oder zunächst zur Inspektion in die Qualitätssicherung gebracht wird. Ein Scanner an der Scan- Brücke erfasst vor der Einlagerung die im Barcode hinterlegten Informationen des jeweiligen Produkts, um sicherzustellen, dass sich auch das richtige Produkt auf dem Tablar befindet. Zusätzlich wird jedes Tablar während des Förderprozesses gewogen und mit den Daten im System abgeglichen. Ist alles korrekt, geht die Ware zu einem der 27 720 Lagerplätze im AKL, das sich im hinteren Teil der Anlage in einem gesicherten Bereich befindet. Drei Regalbediengeräte vom Typ SSI Miniload sorgen hier für eine schnelle und sichere Ein- und Auslagerung mit einem Durchsatz von 388 Tablaren pro Stunde bzw. aktuell rd. 1 875 pro Tag. Das Lagersystem inklusive Regalbediengeräte mit Lastaufnahmemitteln für die doppelttiefe Ein- und Auslagerung wurde nach den Anforderungen des Betreibers mit energieeffizienten Technologien sowie dem Fokus auf eine durchgehend digitale Datenerfassung konzipiert. Dabei kam der Blick in die Zukunft keineswegs zu kurz: So lässt sich das System bedarfsgerecht erweitern. TECHNOLOGIEN FÜR EINE HOHE KOMMISSIONIERQUALITÄT Der Hauptzweck des Systems ist jedoch die schnelle und fehlerfreie Abwicklung der Kundenbestellungen. Dazu hat SSI Schäfer verschiedene „Ware zum Mann“-Arbeitsplätze installiert, die über die Fördertechnikanlage automatisch mit den benötigten Produkten aus dem AKL beliefert werden. Für eine anhaltend hohe Leistung und Qualität wird der Kommissionierer von verschiedenen Technologien unterstützt. So sind die vier „Put to Light“-Arbeitsplätze mit 2D-Laserscannern verbunden, damit das Personal anhand eines leuchtenden Lichtspot erkennen kann, welches Produkt kommissioniert werden soll, während der Sensor jedes entnommene Produkt überprüft. Auf diese Weise lassen sich Aufträge schnell und fehlerfrei kommissionieren. Auch in diesem Bereich wurde bereits eine Erweiterung konzeptionell berücksichtigt. So lassen sich nachträglich zwei Arbeitsplätze ergänzen. 04 Blick auf das Automatische Kleinteilelager während der Hochlaufphase des Logistikzentrums. Im mittlerweile problemlos laufenden Betrieb übernehmen drei Regalbediengeräte vom Typ SSI Miniload das Handling der Ladungsträger 05 05 An den aktuell vier „Put to Light“-Arbeitsplätzen wird dem Bediener per Bildschirm angezeigt, welches Produkt er kommissionieren soll. Um Fehler auszuschließen, wird das entnommene Produkt via 2D-Lidar-Sensor überprüft 04 20 f+h 2021/05 www.foerdern-und-heben.de

TITELSTORY PRODUKTE UND SYSTEME Für Colin Ankers, Director of Operations von Pepperl+Fuchs, spielten solche Details eine große Rolle: „Wir haben uns aus mehreren Gründen für ein AKL entschieden. Der wichtigste Grund war die Reaktionsgeschwindigkeit bei Kundenanfragen, die es uns nun ermöglicht, Materialien in einem Bruchteil der bisher benötigten Zeit zu kommissionieren und zu verpacken. Und nicht zu vergessen: Wir sind nun in der Lage, fehlerfreie Sendungen auf den Weg zu den Kunden zu bringen.“ Neben den „Put to Light“-Arbeitsplätzen ist eine Kommissionierstation für interne Arbeitsaufträge Bestandteil der Anlage. An dieser Station werden den Mitarbeitern über Lichtsignale das Kommissionierfach sowie über ein Display die Anzahl der zu entnehmenden Ware angezeigt, welche für die „Just in Time“-Montage benötigt werden. Auch die Steuerung dieses Prozesses findet mithilfe von Wamas statt. Nach der Kommissionierung gelangen die Artikel zur weiteren Bearbeitung in den Konsolidierungsbereich. In den vorhandenen vier Bereichen wird zunächst geprüft, ob der korrekte Artikel kommissioniert wurde und ob zur Komplettierung des Auftrags noch Teile aus dem manuellen Bereich benötigt werden. Sobald für einen Auftrag alle Artikel vorliegen, folgt die Verpackung in einer Transporteinheit. In dieser Phase wird das Gewicht der Versandeinheit erfasst, von Wamas das Versandetikett erstellt und die Kartons werden automatisch verschnürt sowie zum Versand geschickt. EINE ATTRAKTION FÜR DIE KUNDEN Das neue Distributionszentrum zeichnet sich nicht nur durch die zum Einsatz kommenden Technologien aus. Auch optisch ist die Anlage eine Augenweide. Zahlreiche Fenster sorgen in den manuellen Bereichen für eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Bei der Lackierung der Anlagenteile hat sich SSI Schäfer am Corporate Identity von Pepperl+Fuchs orientiert. So sind die Systeme der Lager- und Materialflusstechnik in einem Grünton lackiert, der der Unternehmensfarbe entspricht. Das Fulfillment Center steht übrigens auch potenziellen Kunden offen, um sich ein Bild vom AKL- System und von der Software Wamas zu machen. Im Rahmen eines Betriebsrundgangs lassen sich die Lager- und Materialflusstechnik und die Sensorik im Einsatz in Augenschein nehmen. Als digitales Highlight können sich die Besucher über eine mobile Tablet-App bestimmte Elemente näher ansehen und Informationen erhalten. Mit dem Aufbau einer widerstandsfähigen und aufgrund vorausschauender Wartung hochverfügbaren Infrastruktur fördern Pepperl+Fuchs und SSI Schäfer eine nachhaltige Industrialisierung sowie Innovationen für die Digitalisierung der Lagerlogistik. Die Anlage überzeugt durch minimalen Energieverbrauch und maximale Leistung. Damit ist eines der fortschrittlichsten Distributionszentren in Nordamerika entstanden, mit dem sich Pepperl+Fuchs bestens für die digitale Zukunft und sich verändernde Kundenwünsche gerüstet sieht. Auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit blickt Schuchmann zufrieden auf die Partnerschaft mit dem Intralogistik-Spezialisten: „SSI Schäfer ist unser Systemintegrator und Partner für Nachhaltigkeit. Mit der intelligenten Gestaltung der Fördertechnik und dem Systemlayout sind wir in der Lage, unseren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.“ Fotos: SSI Schäfer www.ssi-schaefer.com | www.pepperl-fuchs.com WWW.VARIOGATE.COM info@haagh-protection.com VARIOGATE www.foerdern-und-heben.de f+h 2021/05 21

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