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f+h fördern und heben 5/2022

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f+h fördern und heben 5/2022

PERSPEKTIVEN

PERSPEKTIVEN DIGITALISIERUNG UND KÜNSTLICHE INTELLIGENZ ALS ERFOLGSFAKTOREN DER LAGERLOGISTIK WARUM SIE JETZT HANDELN SOLLTEN Die Anforderungen in der Lagerlogistik sind in den vergangenen Jahren beständig gewachsen, vor allem in puncto Flexibilität. Immer häufiger soll das Lager wertschöpfende Zusatzleistungen erbringen, zugleich nimmt die Anzahl der Prozessbeteiligten zu. Durchgängige Digitalisierung, das Internet der Dinge (oder englisch: Internet of Things – IoT) und der Einsatz intelligenter Analysen für Planung und Vorhersage werden zum Erfolgsfaktor. Nach Bereichen wie Entwicklung und Produktion sollten Unternehmen jetzt auch die Digitalisierung ihrer Lagerlogistik in Angriff nehmen. Praxisprojekte zeigen, dass sich hier durch eine bessere IoT-Vernetzung und Datenintegration große Effizienz- und Kostenpotenziale heben lassen. Die Daten liefern die Grundlage, um z. B. mithilfe von Machine Learning besser prognostizieren zu können, wie lange der Beoder Entladeprozess für eine Lkw-Lieferung dauert, wie viele Menschen im Verladeteam erforderlich sind oder welche optimalen Zeitfenster für Logistikpartner angeboten werden können. Auch im Lager selbst tragen Künstliche Intelligenz (KI)-Algorithmen z. B. dazu bei, besser zu verstehen, welche Mengen bei Nachbestellungen nötig sind oder welche Kombination aus Artikeln häufig kommissioniert wird und daher an nah beieinander liegenden Lagerplätzen bevorratet werden sollte. KI-Anwendungen ermöglichen eine bessere Vorhersagequalität und tragen so zu einem besseren Lagermanagement bei, das das richtige Produkt am optimalen Lagerplatz vorhält. Mit der Digitalisierung wird es auch einfacher, sich auf zunehmende Fluktuation im Marktgeschehen einzustellen. TRANSPARENZ GELINGT NICHT OHNE DATENINTEGRATION Die Studie „Besser Zusammenarbeiten in der Logistik“ der Bundesvereinigung Logistik BVL und des Logistikdienstleisters Arvato zeigt allerdings, dass es bei der Digitalisierung in der Intralogistik noch erhebliche Lücken gibt, obwohl vor allem hier eine intensive Zusammenarbeit zwischen Unternehmen besteht. Mit 90 Prozent schätzen fast alle Unternehmen vollständig digitale Prozesse als wichtigsten Erfolgsfaktor ein. Zwar streben um die 85 Prozent der rund 600 befragten Unternehmen als Ziel in der Zusammenarbeit eine Kostenreduzierung durch effizientere Prozesse und Personaleinsatz an. Vor allem in der Industrie wünschen sich fast drei Viertel der Unternehmen (74 Prozent) eine Steigerung der Transparenz. Doch nur jedes Zweite setzt bisher auf cloud-basierte Systeme. Obwohl der Umfrage zufolge bereits mehr als 40 Prozent KI- Microservices für die Lageroptimierung oder Mobile Apps nutzen, sind diese Anwendungen bei mehr als der Hälfte nicht mit anderen IT-Systemen verbunden. Infolge der mangelnden Datenintegration liegen viele Optimierungsmöglichkeiten brach. Die Einführung von Scanner-Technologie ist ein wichtiger erster Schritt. Dabei sind allerdings einige Hürden zu nehmen, zum einen bei der Hardware-Auswahl, zum anderen beim Change- Management für Mitarbeiter. Doch die automatisierte Erfassung einzelner Prozesspunkte möglichst in Echtzeit ist die wichtigste Voraussetzung, um zu mehr Prozesstransparenz und einer besseren Vorhersagequalität zu gelangen. VOM PAPIER ZU GESCHLOSSENEN LOOPS Wichtig sind dabei leicht und intuitiv zu bedienende Systeme, die keine lange Einarbeitung erfordern: Die Logistikbranche hat traditionell mit einer hohen Fluktuation unter den Mitarbeitern zu kämpfen. Vor allem während der Corona-Krise fallen diese noch häufiger aus; oft wird ohnehin am Minimum operiert. Umso flexibler muss ein Prozess durch Optimierung werden, damit sich auch mit weniger Personal die Arbeitsabläufe problemlos umverteilen lassen. Die Basis für moderne Logistikkonzepte, die auf IoT 32 f+h 2022/05 www.foerdern-und-heben.de

PERSPEKTIVEN und Data Analytics setzen, ist eine Technologieplattform, die flexibel auch neue und kommende Anforderungen abdecken kann. In der Praxis sind allerdings vielfach noch Lösungen anzutreffen, die entweder am Ende ihres Lebenszyklus stehen oder nicht nachhaltig ausgerichtet sind. Manuelle Baustellen mit Zettelwirtschaft und aufwendige, lange Suche gehören dabei zum Alltag. Oftmals fehlt die tagesaktuelle Bestandsübersicht, von Echtzeittransparenz ganz zu schweigen. Diese wird jedoch immer wichtiger, denn in den vergangenen Jahren hat sich vieles verändert: In der Regel gibt es heute mehr Prozessbeteiligte. Anders als früher üblich, beliefert nicht mehr ein zentraler Lieferant das Lager, stattdessen findet die Anlieferung durch diverse Partner für unterschiedliche Waren statt. KOMMISSIONIERUNG OPTIMIEREN Bei der Kommissionierung setzen viele Unternehmen nach wie vor auf veraltete und nicht digitalisierte Prozesse, die keine Transparenz bieten und eine hohe Fehleranfälligkeit mit sich bringen. Eine beliebte Variante ist weiterhin die ausgedruckte Kommissionierliste, die als Arbeitsanweisung für das Lagerpersonal dient. Erst nach vollständiger Abarbeitung werden die Entnahmen manuell im System nachgepflegt. Als Resultat existiert in dieser Zeitspanne weder eine Transparenz über den Arbeitsfortschritt noch über die aktuelle Bestandssituation. Abhilfe schaffen mobile Endgeräte, z. B. Scanner oder Datenbrillen, die in Echtzeit mit dem System kommunizieren und somit für eine Datenfortschreibung sorgen. Darüber hinaus können STAMMDATENQUALITÄT IST EINER DER ULTIMATIVEN TREIBER FÜR GELUNGENE DIGITALISIERUNGSPROJEKTE Verifikationsprüfungen stattfinden, um die Fehleranfälligkeit zu minimieren. Allerdings bestehen mit einem intelligenten Lagerverwaltungssystem noch viel größere Optimierungspotenziale. So kann mithilfe von Algorithmen eine Berechnung der nahezu optimalen Auftragsbündelung inklusive Wegoptimierung und Verpackungsplanung auf Basis von mehrdimensionalen Entscheidungsgrundlagen geschehen. DATENVERNETZUNG IST WICHTIG FÜR EFFIZIENZ UND RÜCKVERFOLGBARKEIT Eine Lagerverwaltungsplattform, die auf KI setzt, lebt allerdings auch davon, das Know-how des Personals ins System einzubeziehen, um flexibel reagieren zu können: Die Lagerexperten wissen schließlich oft am besten, wo was steht und welche Sonderbehandlung jeder Kunde erwartet. Das System entscheidet u. a. auf Basis dieser Kriterien, wie die Arbeit verteilt wird, und muss entsprechend mit Wissen gefüttert werden. Stammdatenqualität ist daher einer der ultimativen Treiber für gelungene Digitalisierungsprojekte. Dazu zählen unterschiedliche Infos, z. B. welcher Lieferant sich häufig verspätet oder am falschen Hallentor steht, wie Packstücke angeliefert werden oder wie groß die Gebindeeinheiten sind. Die Frage, wie die Lagerwirtschaft mit angrenzenden Prozessen vernetzt ist, wird auch in einem anderen Punkt immer wichtiger. Die unterbrechungsfreie Rückverfolgbarkeit von Gütern und Paletten steht für viele Unternehmen mittlerweile weit oben auf der Agenda. Dazu tragen nicht zuletzt zunehmende gesetzliche Vorgaben und Regularien bei. Aus diesen Gründen wird das Tracking einer Bestellung immer häufiger als Funktion von Kunden nachgefragt. DIE ANFORDERUNGEN AN DAS LAGER- MANAGEMENT STEIGEN Immer regelmäßiger fordern Kunden auch zusätzliche Parameter beim Tracking der Waren ein. So will vielleicht ein Lackhersteller entlang der kompletten Lager- und Transportkette die Temperatur nachweisen, um die Qualität zu garantieren. Dafür sind Sensorik und IoT-Connectivity nötig. Ähnliches gilt bei der Erfassung von Chargenwerten, die auf einer integrierten Plattform dann im Chargenstammsatz automatisch an das Qualitätsmanagement weitergeleitet werden. Die Anforderungen steigen auch dort, wo mit neuen, wertschöpfenden Services oder Sonderprozessen im Lager den vor- oder nachgelagerten Prozessen Arbeit abgenommen werden soll. Dazu können Vormontagen gehören, Reinigungsarbeiten oder z. B. die Vorbehandlung von Stahlrohren mit Korrosionsschutzmittel. Logistische Zusatzleistungen, „Just in Time“-Anforderungen und eine stärkere Individualisierung je nach Vorgaben der Kunden werden immer wichtiger und erfolgsentscheidender. Das Lager wird stärker als Teil der Supply Chain wahrgenommen. Kann ein Partner im digitalen Informationsfluss nicht mit den passenden Echtzeitinformationen mithalten, entstehen Brüche in der Kette. Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) kann das zum Problem werden, etwa wenn sich genügend andere Wettbewerber nahtloser in die digitale Supply Chain einfügen. Daher lohnt es sich, die digitale Transformation auch im Lager anzugehen. Autor: Matthias Kraus, Consulting Director SAP EWM, leogistics GmbH, Hamburg Foto: stock.adobe.com www.leogistics.com LaseAFM AUTOMATISCHE FRACHTVERMESSUNG Die laserbasierten LaseAFM-Systeme messen hochpräzise das Volumen und die Dimensionen der Fracht. Die Laserscanner erzeugen eine 3D-Punktwolke vom Messobjekt. Als Ergebnis wird die Größe des minimal umschließenden Volumenkörpers ermittelt. Zeitgleich können die Module Gewicht, Identifikation und Zustandskontrolle eingesetzt werden. Die Vermessung erfolgt innerhalb weniger Sekunden und wird direkt an das Warenwirtschafssystem übermittelt. 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