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f+h fördern und heben 5/2022

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f+h fördern und heben 5/2022

PRODUKTE UND SYSTEME

PRODUKTE UND SYSTEME SIMULATION LIEFERT WICHTIGE INFORMATIONEN FÜR OPTIMIERTE AUSLEGUNG VON INTRALOGISTIKSYSTEMEN VOR DER PHYSISCHEN REALISIERUNG WISSEN WAS LÄUFT Taschensortiersysteme liegen derzeit hoch im Kurs, woran die Beumer Group mit einer neuen Lösung partizipieren möchte. Der Clou dabei ist – neben der technischen Realisierung – der Einsatz der Software Tecnomatix Plant Simulation von Siemens. Durch die Erstellung eines digitalen Zwillings der Anlage lassen sich gute Lösungen noch effizienter machen. Das Kerngeschäft der Beumer Group GRZ GmbH mit Sitz in der Steiermark sind Taschensortiersysteme. Pro Carrier sind die Anlagen auf ein Gewicht von 7 kg ausgelegt. „Und mit der gleichen Technik, die wir heute schon einsetzen, wollen wir mittelfristig noch einen weiteren Schritt in puncto Gewicht wagen“, so Adrian Kachelmaier, Managing Director der Beumer Group GRZ GmbH. Interessant sind Taschensortiersysteme aufgrund des vergleichsweise platzsparenden Aufbaus und die mit ihnen möglichen logistischen Finessen. In Verbindung mit einem entsprechenden Algorithmus wird im Matrix-Sorter eine hundertprozentige Sequenzierung erreicht. Das heißt, die Kommissionierung einzelner Aufträge folgt einem definierten Ablauf, sodass die Waren auch in einer sinnvollen Reihenfolge verpackt und dann später verschickt werden können. Das bringt in gewissen Fällen Vorteile im Shop-Delivery und beim E-Commerce-Geschäft. Diese 1:1-Beziehung von Produkt und Ladungsträger macht nicht nur den Picking-Prozess effizient, sondern vereinfacht auch die Integration von Retouren-Ware in den Kommissionierprozess, was vor allem für Unternehmen aus dem Bereich Fashion interessant ist. „Unsere Technik ist eine andere“, erklärt Kachelmaier, und verweist damit auf das jahrelange Know-how, das er und seine Mitarbeiter mitunter auch bei anderen Logistikunternehmen sammeln konnten. Dies beginne bei der gezielten Auswahl und Dimensionierung von Laufschienen, Traversen, Antrieben etc. und schließe die systematische Prozesskontrolle mit Tecnomatix Plant Simulation ein. Die am Firmensitz in der Steiermark aufgebaute Pilotanlage mit einer Streckenlänge von ca. 350 m zeige alle Kundenprozesse im kleinen Test-Set-up. In Dauertests werde nicht nur die Technik auf Herz und Nieren geprüft, sondern alle Logistikprozesse optimiert und dabei die Gesamtkonstruktion en Detail weiter verbessert. LOGISTISCHE PROZESSE AM BILDSCHIRM OPTIMIEREN Mithilfe von Tecnomatix Plant Simulation lassen sich Erkenntnisse gewinnen, wie sie nur durch ein systematisches Analysieren der Logistik möglich sind. So hat Siemens z. B. als „Simulation as 34 f+h 2022/05 www.foerdern-und-heben.de

PRODUKTE UND SYSTEME a Service“ mit Tecnomatix Plant Simulation, einen digitalen Zwilling mit zwei Sortiermodulen aufgebaut. Die Anlage besteht dabei aus 45.000 Taschen, die über Förderstrecken von ca. 8.000 m verfahren werden. Die Projektarchitektur der virtuellen Anlage besteht aus Einlagerungs- und Entnahmeplätzen, Matrix-Sorter, Batch-Puffer und dynamischem Puffer. Damit lassen sich im Vorfeld alle logistischen Prozesse durchspielen und gewissermaßen am Bildschirm optimieren. Aufgrund des generischen Aufbaus der Software lassen sich Grundaufbau und Anpassungen von Anlagen bzw. Logistikprozessen leicht programmieren. Dabei ist die Syntax so aufgebaut, dass die Anlagen- oder Logistikparameter in Listenform beschrieben werden. Diese übernimmt die Software und zeichnet daraus die entsprechenden Abbilder und Modelle. „Das funktioniert in der Praxis entsprechend schnell und komfortabel“, so Kachelmaier. Mit Unterstützung von Tecnomatix Plant Simulation kann er das Taschensortiersystem also nicht nur problemlos an komplexe Aufgabenstellungen anpassen, sondern ist damit auch in der Lage, die Leistungsfähigkeit der Lösungen schon vor Konstruktions- und Produktionsbeginn zu belegen. SOFTWARE SORGT FÜR WERTVOLLE „AHA-EFFEKTE“ ADRIAN KACHELMAIER, MANAGING DIRECTOR, BEUMER GROUP GRZ GMBH Durch Einsatz von Tecnomatix Plant Simulation haben wir wichtige Erkenntnisse bezüglich der technischen Realisierung und der Effizienzsteigerung logistischer Abläufe erhalten Selbst Praktikern wie Kachelmaier können solche Softwaresimulationen noch echte „Aha-Effekte“ entlocken. Ein Beispiel dafür ist die Verteilung der einzelnen Carrier. Welcher Träger befindet sich wo und wie lange dort? Die Antwort auf diese Frage liefert Tecnomatix Plant Simulation auf Knopfdruck. So hat sich im Verlauf der ersten Prozessanalysen z. B. gezeigt, wie lange sich Ladungsträger in unterschiedlichen Lastsituationen befinden. Auch die Maximalleistung einer Vereinzelung ist innerhalb einer Simulation ein interessanter Hotspot. Denn es hat sich gezeigt, dass die gemittelte Leistung einer Vereinzelung weit niedriger liegen kann als das üblicherweise erwartet wird. Auch die Gegenüberstellung von Systemleistung und technischer Leistung zeige Fachleuten, wo richtig und wo überdimensioniert werde. Denn nicht selten folgten Unternehmen der Faustformel, wonach die Systemleistung mit 20 Prozent beaufschlagt werde, um Reserven für die technische Leistungsfähigkeit bereit zu stellen. Erstklassige Logistik braucht erstklassige Paletten Die Craemer EURO L1 ® DIE ULTIMATIVE LOGISTIKPALETTE AUS KUNSTSTOFF Baugleich zur Euroholzpalette (150 mm Bauhöhe) Ebenflächig geschlossene Kufen und abriebfeste Palgrip ® - Antirutschstreifen auf dem Oberdeck Anlagenkompatibel in automatisierten Hochregallägern Halle 6, Stand B30 www.craemer.com www.foerdern-und-heben.de f+h 2022/05 35

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