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f+h fördern und heben 6/2022

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f+h fördern und heben 6/2022

FORSCHUNG UND

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG 03 Lösungsauswahl mit Priorisierung Identifizierte Störung Unbekannte oder gleichwertige Lösungsstrategie Priorisierung Kongruenz zwischen Abweichung und Lösung Erfahrungen zur Behebung der Abweichung bekannt Kosten der Anwendung Zeitaufwand für Lösungserfolg Lösungsauswahl im Wimasys sind an dieser Stelle wiederum verschiedene Prozesse möglich. Zunächst ist festzuhalten, wie sich Lösungsstrategien in der Software hinterlegen lassen. Die Optionen orientieren sich hierbei an denen der Abweichungserfassung. So ist es auch bei den Lösungsstrategien möglich, die Eingabe während der Systemerstellung oder betriebsparallel und anlassspezifisch an menschliche Experten auszulagern, wobei hier sowohl eine direkte Eingabe nach Aufforderung des Wimasys als auch eine indirekte Erfassung denkbar ist. Indirekt bedeutet, dass die Lösung nicht explizit in das Wimasys eingegeben wird, sondern dass die Software die Eingaben und Maßnahmen beobachtet, als Lösungseingabe interpretiert und als Strategien erlernt. Unabhängig von menschlichen Einflüssen lässt sich das Wimasys dazu befähigen, aus Abweichungen neue Lösungsstrategien zu entwickeln. In einigen Fällen entspricht die Lösungsstrategie de facto einer vorsätzlich induzierten Abweichung. Insofern ist das Wimasys in der Lage, aus den bekannten Abweichungen jene zu identifizieren und als Lösungen zu verwenden, die einer aktuellen Störung im System erwartungsgemäß entgegenwirken. Für die verschiedenen Lösungsstrategien wird jeweils, manuell oder vom selbstlernenden Wimasys, die Auswirkung auf alle verwendeten Kennzahlen dokumentiert und laufend optimiert. Wie werden die Lösungsstrategien ausgewählt? Im einfachsten Fall wurde eine Abweichung in der Vergangenheit schon bekämpft. Daher ist bereits die richtige Strategie im Wimasys bekannt, mit der sich das logistische System stabilisieren lässt. Ist eine Abweichung neu oder existieren gleichwertige Lösungsstrategien, so ist unter Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen des logistischen Systems eine Priorisierung durchzuführen. Bei der Auswahl einer Lösung wird unterschieden nach: n Kongruenz zwischen Abweichung und Lösung (wie exakt passt die Lösung zum Problem) sowie n Kosten der Lösungsanwendung und n Zeitaufwand für Lösungserfolg. Auch an dieser Stelle ist es möglich, diese Regeln gemischt zur Anwendung zu bringen. Die Auswahl der effizientesten Lösungsstrategie ist der Schlüsselaspekt des Wimasys. Vor diesem Hintergrund wird der Prozess der Auswahl einer stetigen Entwicklung und Verbesserung unterzogen. EVALUIERUNG DES SYSTEMERFOLGS Die Beobachtung des Systemerfolgs findet über einen zweigleisigen Feedbackloop statt. Die Software beobachtet das Verhalten des logistischen Systems nach der Anwendung einer Lösungsstrategie unter verschiedenen Aspekten. Dazu zählt nicht nur das Verhalten aller Systemkennzahlen, sondern auch eine Zeit- und Ressourcenmessung. Die Kennzahlen zeigen nur den Erfolg oder Misserfolg der Lösungsanwendung auf. Sowohl die Zeit, die bis zu einem potenziellen Erfolg vergangen ist, als auch die benötigten Ressourcen (menschliche, technische etc.) erlauben eine tiefere Bewertung der Effizienz von Problemidentifikation und Lösungsfindung. Daneben lässt sich eine menschliche Feedbackkomponente einflechten. Indem Nutzerinnen und Nutzern des Systems erlaubt wird, die Strategien anlassbezogen zu bewerten, sammelt das Wimasys zusätzliche Informationen. Diese Informationen dienen wiederum dazu, die Strategien und Parameter der Auswahlprozesse zu verbessern und die Abweichungsbekämpfung insgesamt zu optimieren. In der Zukunft findet der Aufbau solch eines Wimasys in beispielhaften Systemen der Intralogistik statt. An dieser Stelle sei für den weiteren Verlauf des Projekts an die Projektpartner der Flexus AG aus Würzburg verwiesen. Autoren: Philipp Wuddi, M. Sc. ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml) der Technischen Universität München. Prof. Dr.-Ing. Johannes Fottner ist Inhaber des Lehrstuhls für Fördertechnik Materialfluss Logistik der Technischen Universität München Grafiken: Autoren www.mec.ed.tum.de/fml 12 f+h 2022/06 www.foerdern-und-heben.de

MARKTPLATZ 2-SEITEN-PALETTEN ETIKETTIERUNG NACH GS1-STANDARD Das Etikettiersystem Logomatic 715 PF des Unternehmens Logopak ist für die 2-Seiten-Palettenkennzeichnung nach GS1-Standard konzipiert. Ausgelegt auf Standardanwendungen lassen sich bis zu 120 Paletten pro Stunde kennzeichnen – wahlweise auf Vorder- und Seitenfläche oder auf Rück- und Seitenfläche der Palette. Verarbeitet werden können (in Thermodirekt- oder in Thermotransfer-Druckverfahren mit bis zu 300 dpi) Etiketten bis Format DIN A5 bei einer Etikettenrollen-Lauflänge bis 600 m. Bei der Erzeugung von SSCC- und NVE-Kennzeichnungen erfüllt der Etikettierautomat ebenso die Vorgaben des GS1-Standards wie bei der Positionierung und Anbringung der beiden identischen Etiketten auf der Palette. Serienmäßig integriert sind in das System u. a. eine Artikeldatenbank für den Offline- oder Stand-alone-Betrieb sowie ein Fehlerdiagnose-Tool. Bei Bedarf lassen sich weitere Optionen integrieren, z. B. eine manuelle Höhen- und Seitenverstellung – für den Fall wechselnder Einsatzorte des Etikettierautomaten mit unterschiedlicher Höhe oder Tiefe der Fördertechnik. Nutzt der Anwender die Softwarelösung Logosoft für sein zentrales Daten- und Prozessmanagement, unterstützt dieses Tool u. a. die Synchronisation des Etikettiersystems mit Artikelstammdaten in einem ERP-System. www.logopak.de FLEXIBILITÄT FÜR ZEITGEMÄSSE LOGISTIKSYSTEME Aufgrund des motormontierten Konzepts befindet sich der Inveor-Frequenzumrichter aus dem Hause Kostal direkt auf dem Motor und bildet mit diesem ein vollintegriertes mechatronisches Antriebsmodul. Die schnelle und einfache Inbetriebnahme der einzelnen Module wird mithilfe von steckbaren Anschlüssen unterstützt. Die Umrichter schaffen zudem die Möglichkeit, in einem Feldbusnetz die Daten der Bediensoftware Inverterpc parallel zur Feldbuskommunikation zu tunneln. So lassen sich alle vernetzten Umrichter in einem System von einem zentralen Computer aus ansprechen. Untergebracht ist die Technik in einem Aluminium-Druckgussgehäuse. Dies und die Schutzklasse IP 65 sorgen für mechanische Unempfindlichkeit. Das Regelungsverfahren der Frequenzumrichter kommt ohne Geber aus. www.kostal-drives-technology.com

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