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f+h fördern und heben 6/2022

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f+h fördern und heben 6/2022

PERSPEKTIVEN TITELSTORY

PERSPEKTIVEN TITELSTORY MYTHOS FAKT WIR RÄUMEN MIT MYTHEN UND UNWAHRHEITEN AUF AUTOSTORE IM FAKTENCHECK Mit steigender Bekanntheit und zunehmender Verbreitung am Markt der Automationslösungen sind wiederkehrende Fragen und Mythen rund um das automatische Kleinteilelager- und Kommissioniersystem Autostore entstanden, zum Beispiel bezüglich der Leistungs- und Kapazitätsgrenzen oder der Anzahl von Robotern (Lagerbediengeräten), die mindestens auf einem Lagercorpus (Grid) sein sollten oder ab wann es zu viele sind. Im Faktencheck klären wir auf und geben Einblicke in die technischen Hintergründe des Systems. Das Thema Lagerautomatisierung beschäftigt Unternehmen aus allen Branchen. Die Gründe dafür sind vielseitig und reichen vom Wunsch, die Leistung und/oder die Lagerkapazitäten zu erhöhen, bis hin zu Personalmangel. Roboter können bestimmte Aufgaben effizienter und konstanter erledigen als Menschen, dies wiederum erhöht die Produktivität. Je nach Lösung bietet die Automatisierung eine bis zu viermal höhere Effizienz und Geschwindigkeit im Fulfillment als eine manuelle Abwicklung. Dazu erhöhen automatisierte Lagerund Kommissioniersysteme die Auftragsgenauigkeit auf bis zu 99,9 Prozent. Im Bereich der automatischen Kleinteilelager hat sich Autostore in den vergangenen 20 Jahren als Lösung für Unternehmen etabliert, die vorhandene Räume maximal nutzen und ihre Lager- und Kommissionierprozesse automatisieren wollen. Mit der Präsenz im Markt haben sich auch Mythen rund um das System verbreitet. Was stimmt und was stimmt nicht? MYTHOS 1 Autostore ist ein Archiv-System für Lager, bei denen es überhaupt nicht auf die Leistung ankommt Primär kann die Leistung und der Umfang von Autostore-Systemen durch den Einsatz von weiteren Robotern, zusätzlichen Arbeitsstationen (Ports) und einer Erweiterung oder Reduzierung des Grids für mehr oder weniger Behälter (Bin) relativ einfach und schnell erhöht oder aber auch reduziert werden. Damit sind Autostore-Systeme in puncto Kapazität und in der Leistung gut skalierbar und lassen sich flexibel an den Bedarf des Betreibers anpassen. Das kleinste bisher realisierte System umfasst ca. 500 Bin-Stellplätze, während das größte für ca. 500.000 Behälter ausgelegt ist. Die Bandbreite, der in einem System eingesetzten Roboter reicht von 1 bis mehr als 300 und wächst immer weiter. Die Durchschnittswerte über alle Installationen weltweit in puncto Anzahl Roboter liegt aktuell bei 38 und die Anzahl Behälterbereitstellungen pro Stunde bei 1.250. Je größer das Grid mit Bins ist, desto mehr Roboter und Ports lassen sich im System installieren und desto höher wird die Leistung des Gesamtsystems, bis sie ein Maximum erreicht (Grenzleistung). Ab diesem Punkt stagniert die Leistung der eingesetzten Roboter, da Routen nicht mehr optimal geplant werden können und längere Wege oder Wartezeiten anfallen. FAKT Autostore kann auch als Archiv verwendet werden – vielfach sind aber hohe Leistungen erzielbar Für den Onlineshop von Bergfreunde ist die Systemleistung des Lagers eng verknüpft mit der schnellen Lieferfähigkeit, die im E-Commerce wettbewerbsentscheidend ist. Mit seinem System erreicht der Versender 2.800 Behälterbereitstellungen pro Stunde mit 173 R5-Robotern, die auf 160.000 Behälterstellplätze zugreifen. Für höhere Anforderungen ist der Black Line Roboter B1 verfügbar. Puma USA erreicht auf seiner An lage mit 265 B1- Robotern 11.500 Bereitstellungen pro Stunde bei 276.000 Behälterstellplätzen. Mithilfe von zusätzlichen Robotern und Ports ließe sich die Umschlagsleistung erhöhen. 14 f+h 2022/06 www.foerdern-und-heben.de

TITELSTORY PERSPEKTIVEN 01 02 01 Je größer das Grid mit Bins ist, desto mehr Roboter und Ports lassen sich im System installieren und desto höher wird die Leistung des Gesamtsystems 02 Der Onlineshop-Betreiber Bergfreunde hat sein Autostore-System bereits neun Mal um zusätzliche Behälterstellplätze, Arbeitsplätze und Roboter erweitert sowie über Fördertechnik an automatische Kartonaufrichter und -verschließer und den Versand angebunden MYTHOS 2 Autostore funktioniert nur bei 80/20-ABC-Verteilung Die Leistung jedes Systems ist abhängig von der ABC-Verteilung im Lager. Autostore bietet die Möglichkeit, basierend auf der ABC-Verteilung des Betreibers zu skalieren, d. h. zu evaluieren, wie viele Roboter auf dem System gebraucht werden. Ein Auto store hat i. d. R. 16 Ebenen, eine ungünstige ABC-Verteilung bedeutet mehr Aufwand, um die Behälter für die Andienung an den Ports vorzubereiten, sprich aus den unteren Ebenen „auszugraben“. Bei üblicher ABC-Verteilung nach der klassischen 80-zu-20-Regel (80 Prozent des Umsatzes bzw. Bestellvolumens durch 20 Prozent der Artikel) werden somit weniger, bei ungünstigerer Verteilung mit vielen gleich stark nachgefragten Artikeln mehr Roboter auf dem Grid benötigt, um die gleiche, zuvor definierte Leistung zu realisieren. Da jede Anlage vorab mit der Software simuliert wird, die später auch die Steuerung übernimmt, lässt sich somit genau bestimmen, wie viele Roboter für die individuelle ABC-Verteilung benötigt werden. Bei einer klassischen 80/20-ABC-Struktur kann ein Roboter ca. 30 Behälter pro Stunde bereitstellen, je nach Design des Systems auch mehr. FAKT Das System funktioniert auch, wenn die ABC- Verteilung von der 80/20-Regel abweicht 03 Die Anzahl der benötigten Roboter wird durch den Leistungsbedarf aber auch durch die ABC-Verteilung im Lager bestimmt 04 Der Einsatz ist auch in gekühlten Umgebungen mit Temperaturen bis +2 °C möglich 04 03

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