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f+h fördern und heben 6/2022

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f+h fördern und heben 6/2022

GEBHARDT IMPLEMENTIERT

GEBHARDT IMPLEMENTIERT ERSTEN SPEEDSORTER LOOP IM LOGISTIKZENTRUM VON FLACONI SKALIERBAR SORTIEREN AUF HÖCHSTEM NIVEAU Die internationale Expansion vorantreiben, ohne Mehraufwand und mit maximalem Durchsatz sortieren; diese Anforderungen hat Gebhardt mit dem ersten Speedsorter-loop-Projekt bei flaconi, einer der führenden Online Retailer für Beauty- Produkte in Deutschland, realisiert. Bis zu 11.150 Sendungen pro Stunde sortiert die Anlage und stellt ein schonendes Handling der Pakete sicher. Highlight des neuen Logistikzentrums ist die Anbindung des Sorters an das Materialflusssystem inklusive SPS. Das Portfolio von flaconi besteht aus 55.000 Produkten von mehr als 900 internationalen Marken. Täglich werden bis zu 850.000 Artikel angeliefert. Mit den Kategorien Parfum, Pflege, Make-up, Haarpflege und Accessoires deckt das Unternehmen, von Drogerie über Naturkosmetik bis Premium alle Produktsegmente ab. Mit dem Neubau des Logistikzentrums wurden die Voraussetzungen geschaffen, das anhaltende Wachstum weiter auszubauen und sich flexibel den zukünftigen Marktanforderungen entgegenzustellen. DIE HERAUSFORDERUNG Die Aufgabenstellung, mit der flaconi an Gebhardt herantrat, klang nach einer Herausforderung: Innerhalb kürzester Zeit sollte die neu entwickelte Sortiertechnik aus dem Hause Gebhardt zusammen mit einem großen Verpackungsbereich und der Paketfördertechnik mit Anbindung an das Materialflusssystem realisiert werden. Dabei galt es, das starke Wachstum in das Intralogistikkonzept mit einzuplanen und so eine flexible und skalierbare Lösung zu bieten. Der Liefer- und Leistungsumfang der Gebhardt-Produkte besteht aus Fördertechnik, dem neuen Crossbelt-Sorter Gebhardt Speedsorter loop, dem Gebhardt Storeware MFS und der SPS. 22 f+h 2022/06 www.foerdern-und-heben.de

PRODUKTE UND SYSTEME DIE LÖSUNG In nur neun Monaten wurde das Projekt realisiert. Seitdem ist der schnell wachsende Retailer in der Lage, flexibel und rasch auf kundenbezogene Bestellungen zu reagieren. Auf der Teilfläche von ca. 9.000 m², des 28.000 m² großen Fulfillmentcenters, entstand hauptsächlich ein großer Verpackungsbereich, der 305 m Paketfördertechnik und automatisierte Sortiertechnik sowie 274 Arbeitsplätze beinhaltet, um die Bestellungen kundenbezogen zu kommissionieren und zu versenden. DAS HERZSTÜCK DER ANLAGE Mittelpunkt der Anlage bildet der Gebhardt Speedsorter loop mit einer Baulänge von 136 m. In Kombination mit den verschiedenen Systemkomponenten Wareneingang, Lager, Kommissionierung und Versand ermöglicht der Sorter ein durchgängiges Materialflusskonzept. Bisher mussten die verschiedenen Prozessschritte durch mehrere parallellaufende Förderstrecken miteinander verknüpft werden. Mit der Implementierung des Sorters lassen sich der innerbetriebliche Materialfluss optimieren und die vorhandene Fläche effektiv nutzen. Im Onlineshop ausgelöste Aufträge werden vor Ort in Kommissionieraufträge umgewandelt. Die Mitarbeiter verpacken die bestellte Ware in Versandkartonage und geben die Pakete auf die automatische Sortieranlage auf. „Insgesamt verfügen wir über einen Verpackungsbereich mit fünf Linien und in Summe 140 Packplätzen. So realisieren wir einen Durchsatz pro Verpackungslinie von 1.750 Paketen pro Stunde“, erläutert Kurt-Alexander Westphal, Team Lead Operations Excellence bei flaconi. Die Gegebenheiten vor Ort zeichnen sich durch einen begrenzten Raum aus. Daher musste bei der Realisierung des Sorters mit Steig- und Gefällebändern gearbeitet werden. Damit die Versandpakete immer nur ein vorgegebenes Fenster treffen, bestand die Herausforderung darin, die zwei getrennten Zuführlinien zu synchronisieren. Nachdem die Pakete auf die Zuführlinie aufgegeben wurden, werden diese über die Infeeds auf den Sorter aufgeschossen. Bei einer Geschwindigkeit von 1,9 m/s sortiert der Gebhardt Speedsorter loop pro Stunde bis zu 11.150 Pakete eines breiten Produktspektrums. Pakete in den Abmessungen von 150 × 80 × 5 bis 600 × 600 × 500 mm und einem Gewicht von bis zu 35 kg werden transportiert. Der Transport größerer Pakete findet durch die Belegung zweier Carrier statt. Das auf dem Sorter installierte Kamerasystem erkennt am Barcode, an welche der sieben Endstellen das Paket ausgeschleust werden muss. Sechs der sieben Endstellen sind dabei einem spezifischen KEP-Dienstleister zugeordnet. Am Ende nimmt ein Mitarbeiter die Pakete in Empfang und verlädt diese auf eine Wechselbrücke oder direkt in einen Lkw. Die siebte Endstelle ist eine Nicht-in-Ordnung- (NiO)Endstelle, hier werden Sendungen, die etwa aufgrund fehlerhafter Barcodes nicht erkannt werden konnten, entnommen und bearbeitet. Aufgrund der praxiserprobten mechanischen Komponenten und einer präzisen Steuerung basierend auf den neuesten Gebhardt-Technologien ist das Gesamtsystem des Sorters robust und bedarf wenig Wartungen. Die Zuverlässigkeit der Gesamtanlage wird durch das innovative Kettenspannsystem, das adaptive und automatische Minimalmengen-Schmiersystem sowie Condition Monitoring sichergestellt. Der modulare Aufbau und das flexible Baukastensystem ermöglichen es, bestehende Anlagen beliebig zu erweitern oder an verändernde Rahmenbedingungen anzupassen und dabei die verfügbare Fläche optimal auszunutzen. Dies wurde auch bei dieser Lösung berücksichtigt und so die Voraussetzungen geschaffen, flexibel und schnell auf weiteres Wachstum zu reagieren. So wurde z. B. schon jetzt eine Erweiterung der Lösung um fünf weitere vollautomatische Infeeds sowie fünf Verpackungslinien mit den entsprechenden Arbeitsplätzen einkalkuliert. Darüber hinaus lassen sich 13 zusätzliche Endstellen für KEP-Dienstleister integrieren, wobei fünf über Teleskopgurtförderer angebunden sind. Der Anlagenzustand des Sorters wird kontinuierlich überwacht. Die Daten des Condition Monitoring werden zur vorbeugenden Wartung verwendet und so eine optimale Verfügbarkeit des Systems sichergestellt. FAZIT Für Gebhardt war dies das erste Projekt, bei dem die neu entwickelte Sortiertechnik implementiert wurde. „Wir freuen uns sehr, dass unser Produktportfolio und das entwickelte Konzept für sich gesprochen haben und wir den Weg gemeinsam gehen durften“, so Hans Kratz, Teamleiter Vertrieb Sortiertechnik der Gebhardt Intralogistics Group. Auch Westphal zieht ein positives Fazit. „Was mich am meisten an diesem Projekt begeistert hat, ist, dass wir es geschafft haben, innerhalb kürzester Zeit diesen Sorter zu realisieren. Die Zusammenarbeit mit allen Projektbeteiligten hat sehr viel Spaß gemacht. Mit Gebhardt hatten wir einen proaktiven und innovativen Partner an der Seite, auf den ich jederzeit wieder setzen würde.“ Foto: Gebhardt Intralogistics Group www.gebhardt-group.de Wir schaffen logistische Verbindungen. Individuelle Planung und Konstruktion direkt vom Hersteller – Made in Germany www.butt.de Mobile Verladerampe BKV BUTT GmbH Tel.: +49(0)4435 9618-0 Zum Kuhberg 6–12 Fax: +49(0)4435 9618-15 D-26197 Großenkneten butt@butt.de, www.butt.de · www.foerdern-und-heben.de f+h 2022/06 23 Butt.indd 1 09.10.2014 07:38:58

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