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f+h fördern und heben 6/2022

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f+h fördern und heben 6/2022

PRODUKTE UND SYSTEME

PRODUKTE UND SYSTEME TRANSPORT VON GASISOLIERTEN MITTELSPANNUNGSSCHALTANLAGEN FTS SORGT FÜR MEHR EFFIZIENZ UND SCHLANKE PROZESSE BEI ABB ABB steht für Sicherheit, Qualität und eine nachhaltige Zukunft. Dieser Firmenphilosophie folgend automatisiert das Technologieunternehmen bis zum Jahr 2023 die innerbetriebliche Transportlogistik der Produktion am Standort in Ratingen. In einer ersten Ausbaustufe wird der Transport von gasisolierten Mittelspannungsschaltanlagen durch Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) aus dem Hause Safelog optimiert. ABB gehört zu den weltweit führenden Technologieunternehmen. In mehr als 100 Ländern werden rund 110.000 Mitarbeiter in den vier Geschäftsbereichen Robotik und Fertigungsautomation, Antriebstechnik, Elektrifizierung sowie Prozessautomation beschäftigt. Am Fertigungsstandort in Ratingen, einem der größten in Deutschland, produzieren über 1.200 Angestellte u. a. gasisolierte Schaltanlagen, Vakuumschaltkammern sowie digitale Steuerungs- und Schutztechnik für den Mittelspannungsbereich. Die Besonderheit des Werks in Ratingen: Neben dem Seriengeschäft mit gasisolierten Mittelspannungsschaltanlagen werden auch kundenindividuelle Lösungen hergestellt. Dadurch sind die Stückzahl und die Wiederholbarkeit hoch. Da gasisolierte Mittelspannungsschaltanlagen zur wirtschaftlichen und sicheren Energieverteilung in Mittelspannungsnetzen eingesetzt werden, ist eine permanente Nachfrage vorhanden. Die Qualitätsanforderungen sind dabei hoch, da ein Ausfall solch einer Anlage z. B. zum Stillstand eines ganzen Betriebs führen kann. Im Zuge ihrer Zukunftsstrategie richtet die ABB AG die Fertigung in Ratingen stufenweise neu aus. Dabei sollte u. a. der Materialfluss zwischen den Arbeitsstationen innerhalb der Endmontage automatisiert werden. Bei der Entscheidung, die Fertigungsprozesse technologisch auf den neuesten Stand zu bringen, lag der Fokus auf den Themen Sicherheit und Ergonomie am Arbeitsplatz. Weitere Faktoren waren die Verbesserung, Leistungssteigerung sowie Kostensenkung der innerbetrieblichen Logistik. Das Unternehmen verfügt bei der Herstellung der Mittelspannungsschaltanlagen durch einen gerichteten Materialfluss über eine hohe operative Leistungsfähigkeit. Die Produktion der kundenspezifischen Anlagen von der Vorfertigung über die Endmontage bis hin zur Qualitätsprüfung benötigt aufgrund einer Reihenfertigung nur wenige Tage. Nachdem die Gehäuse der Schaltanlagen in der Vorfertigung hergestellt wurden, übernahmen in der Endmontage sowie der Qualitätsprüfung bisher die Werker mit einem Handhubwagen den Transport zwischen den Arbeitsstationen. „Eine Herausforderung des Projekts waren das Ge- 32 f+h 2022/06 www.foerdern-und-heben.de

PRODUKTE UND SYSTEME wicht und die Größe der Schaltanlagen“, berichtet Maximilian Scherbauer, Projektleiter der Safelog GmbH, Markt Schwaben. „Einzelne Schaltanlagen können bis zu 1.500 Kilogramm wiegen und eine Höhe von bis zu zwei Metern erreichen.“ Nicht zum Guten habe es bei den manuellen Transporten um die Ergonomie gestanden. Ferner habe der manuelle Transport die Monteure immer wertvolle Arbeitszeit gekostet. FTS-ANBIETER ÜBERZEUGT MIT BERATUNGSKOMPETENZ Um die Sicherheit und Effizienz der Abläufe zu erhöhen, plante ABB eine Automatisierung der manuellen Transportprozesse mithilfe eines Fahrerlosen Transportsystems (FTS). Die Kapazität des FTS sollte so ausgelegt sein, dass sich mit dem System auch für die Zukunft zu erwartende Nachfragesteigerungen bewältigen lassen. Für die Planung und Umsetzung suchte das Unternehmen nach einem strategischen Partner. Nach ausgiebigen Recherchen fiel die Wahl auf Safelog. „Das kompetente und professionelle Auftreten vor Ort, gepaart mit einer hohen Lieferbereitschaft und einem technisch ausgereiften Produkt, hat zu unserer Entscheidung für das Unternehmen aus Markt Schwaben geführt“, so Maximilian Gersch, Projektleiter bei ABB. Ein weiterer Pluspunkt sei die Safelog-Software Intelliagent gewesen. Diese Software ermögliche eine direkte Inbetriebnahme und Einbindung der über Schwarmintelligenz verfügenden mobilen Transportroboter in die bestehenden Produktionsabläufe ohne einen übergeordneten Leitstand. In Vor-Ort-Terminen in Ratingen und Online-Workshops erarbeiteten die Projektteams von Safelog und ABB ein detailliertes Vorgehen für die Umsetzung. Für die Automatisierung der Transportaufgaben in der Endmontage wurde der Einsatz von zwei automatisierten Fahrzeugen des Typs AGV L1 empfohlen. Nach der Lieferung folgten eine mehrwöchige Inbetriebnahme und eine Testphase für das System. Im Anschluss daran waren die Transportroboter vollkommen in die Produktionsabläufe integriert. Beim neu implementierten Automationsprozess ordnet ein Werker bereits zu Beginn der Fertigung einer Mittelspannungsschaltanlage einen Barcode mit einer Seriennummer zu. Über diese Kennzeichnung lässt sich jede Schaltanlage jederzeit eindeutig identifizieren. Nachdem die Schaltanlagen im Anschluss an die Vormontage auf Transporthilfsmitteln platziert wurden, nehmen die mobilen Transportroboter diese auf und bringen sie zu den Arbeitsstationen oder Pufferstellplätzen. Die Mitarbeiter an diesen Stationen fordern die Anlage über den Barcode und die Seriennummer zur Bearbeitung an oder wählen den Zielort des Weitertransports aus. Neben dem Gewicht der Schaltanlagen war die Komplexität des Streckennetzes eine große Herausforderung bei der Projekt umsetzung. Das Streckennetz der Transportroboter in der Endmontage umfasst über 30 Ziele, die durch mehr als 850 Routen miteinander verbunden sind. Die Zielprozesse sind dabei Dichteprüfkabine, Antriebsmontage, Widerstandsmessung und Reparaturstation. Wird eine Anlage nicht direkt weiterbearbeitet, kann sie auf Pufferplätzen zwischengelagert werden. Sind alle Arbeitsschritte absolviert, schleust der Werker die Anlage aus und informiert die nachgeordneten Abteilungen Endabnahme, Verpackung und Versand über den neuen Status. SAFELOG INTELLIAGENT MACHT DIE FERTIGUNG TRANSPARENT Die Fahrauftragsannahme des FTS geschieht nach festgelegten Prioritäten – Arbeitsstationen, die die Ausbringung der Fertigung beeinflussen, werden auch zuerst bedient. Nach Abschluss der Arbeiten an der Anlage wählt der Mitarbeiter einen neuen Zielort. Der direkte Transport zwischen Arbeitsstationen ist dabei nicht möglich. Die Anlage kann nur zurück in den Puffer oder zur Abgabeposition gesendet werden. Das System arbeitet nach dem Pull-Prinzip. Alle Bewegungen der einzelnen Schaltanlagen werden in der Datenbank festgehalten. So kann immer nachvollzogen werden, wo sich eine Anlage aktuell befindet oder welche Stationen blockiert sind. Diese Prozesse werden von der Software Intelliagent geleitet. Dadurch und durch den gerichteten Materialfluss entsteht eine bessere Übersicht über die Fertigung. Durch die Zusammenarbeit mit Safelog ist ABB in seinem Vorhaben bestärkt, das Potenzial von FTF auch für die Intralogistik in anderen Bereichen zu nutzen. Weitere Ausbaustufen bis zum Jahr 2025 sind in der Planung oder bereits in der Umsetzung. Foto: ABB www.safelog.de Ideen • Prozesse • Lösungen Transport- und Handlingstechnik Pressenautomation Rundschienensystem waverail ® 4,5 4,5 3 3 43,5 43,5 Ø40 Ø40 28 28 Ø25 Ø25 84 84 54 54 Lager- und Materialflusssysteme Sondermaschinenbau Rundschienensystem waverail ® Horstkemper Maschinenbau GmbH · Löfkenfeld 65 · 33397 Rietberg · Fon: +49 2944 97020 · Fax: +49 2944 970233 · info@horstkemper.de · www.horstkemper.de Horstkemper Anzeige 185x90.indd 1 19.04.22 12:04 www.foerdern-und-heben.de f+h 2022/06 33

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