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f+h fördern und heben 6/2022

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f+h fördern und heben 6/2022

TIPPS ZUR AUSWAHL UND

TIPPS ZUR AUSWAHL UND ZUM EINSATZ VON TELESKOPFÖRDERERN – TEIL II An der Schnittstelle von innerbetrieblicher zu externer Logistik herrscht in den Lager- und Logistikzentren vielfach reges Treiben. Die Wechselbrücke des Transportdienstleisters an Hallentor 10 steht für die Beladung bereit. An Verladestelle 15 hat soeben ein Sprinter angedockt und muss aufgrund der auszuliefernden Expressfracht vorrangig bearbeitet werden. Wenn es die Rahmenbedingungen erlauben, können in diesem Szenario Teleskopförderer das Mittel der Wahl sein, die anstehenden Aufgaben zufriedenstellend zu erledigen. Damit dem so ist, sollte sich der Betreiber zunächst mit einigen grundlegenden Fragen zum Thema Teleskopförderer beschäftigen. Im Rahmen unserer zweiteiligen Serie (Teil I siehe f+h 5/2022) haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengestellt. WELCHE ANFORDERUNGEN STELLT EIN TELESKOPFÖRDERER AN DAS WARTUNGSPERSONAL? Regelmäßige Reinigung und Wartung verlängern die Lebensdauer der Teleskopförderer. Das Wartungspersonal des Betreibers ist normalerweise in der Lage, die Anlage zu reinigen, Förderbänder auf Verschleiß und Ausrichtung zu prüfen, Schraubverbindungen zu kontrollieren sowie alle beweglichen Teile auf Sicherheit und Funktionalität zu prüfen. Umfangreichere Arbeiten wie eine vollständige Wartung oder eine Anpassung der Fördertechnik auf andere Abläufe, die sich z. B. aus einer Erhöhung der Umschlagsleistung oder zusätzlicher ergonomischer Lösungen ergeben, sind Aufgaben für externe Fachleute. Geschultes After-Sales-Personal übernimmt vorbeugende und reaktive Wartungsarbeiten. Je nach Anzahl der eingesetzten Teleskopförderer und Organisa- tion der betreiberseitigen Wartungsmannschaft kann sich dessen Schulung als sinnvoll erweisen. Eine Überlegung wert sein kann ferner der Einsatz von On-site-Servicetechnikern. 38 f+h 2022/06 www.foerdern-und-heben.de

PRODUKTE UND SYSTEME WIE LÄSST SICH MIT TELESKOPFÖRDERERN DAS ARBEITSUMFELD VERBESSERN? Ein Teleskopförderer schafft eine ergonomischere Arbeitsumgebung für das Personal und trägt zu einer Erhöhung der Umschlagsleistung bei, indem er das Personal von körperlich anstrengenden Arbeiten entlastet. Darüber hinaus werden die Wegstrecken reduziert. Da das Förderband in den Container oder die Ladefläche des Fahrzeugs reicht, verliert der Versandmitarbeiter weder Zeit noch Energie im Zuge der Handlingaufgaben. Das Band befindet sich in ergonomischer Höhe in der Nähe des Bedieners, sodass dieser in seiner Powerzone agieren und die Last zwischen seinen Knien und Schultern anheben kann. Infolgedessen ist der Bediener in der Lage, ein hohes Arbeitstempo während der ganzen Schicht beizubehalten, und ist weniger anfällig für Muskelverspannungen. Ferner sinkt das Verletzungsrisiko. Für einen Höhenausgleich sorgt ein Hydrauliksystem oder eine Bedienerplattform. Somit kann das Verladepersonal komfortabel und schnell alle Bereiche der Lkw-Ladefläche erreichen. Eine Beleuchtung an der Vorderseite des Teleskopförderers verbessert die Arbeitsbedingungen auf der Lkw-Ladefläche oder in der Wechselbrücke. Diesen Effekt können Vosatzbänder (Bild) verstärken. WIE LASSEN SICH TELESKOPFÖRDERER IN BESTEHENDE PROZESSE INTEGRIEREN? Ein Teleskopförderer kann problemlos als Bindeglied zwischen dem Warenein- und -ausgang und dem Sortier- oder Kommissionierbereich fungieren. An der Rückseite des Teleskopförderers lassen sich z. B. angetriebene Rollenkurven installieren. Ein schwenkbarer und hochklappbarer Teil (optional) des Teleskopförderers stellt den problemlosen Einsatz von Flurförderzeugen im Warenein- und -ausgang sicher. Mithilfe eines schwenkbaren und in der Höhe verstellbaren Förderers lassen sich Pakete auf den Teleskopförderer übergeben. Über Helix- und Schrägförderer ist die Zuführung der Pakete z. B. aus einem Zwischengeschoss realisierbar. Wenn der Platz in der Verladezone begrenzt ist, bietet ein am Grundrahmen des Teleskopförderers montierter Schrägförderer Abhilfe. Der Spalt zwischen dem Band des Teleskopförderers und dem Schrägförderer muss an einem „Bandhöcker“ minimal sein. Nur so lässt sich ein störungsfreier Betrieb sicherstellen. Einige Fördertechnikhersteller haben „Bandhöcker“ mit flexibler Positionierung im Portfolio. Leistungssteigernd kann sich die Einbindung eines Etikettiersystems auswirken. Hierzu lassen sich z. B. auf die Grundsektion des Teleskopförderers entsprechende Rahmenkonstruktionen aus umprofilen installieren, die zur Aufnahme von Etikettiersystemen Alumini- dienen. WELCHE MÖGLICHKEITEN DER AUTOMATION GIBT ES? Die automatische Handhabung eines nicht homogenen Stroms von Frachtstücken (Pakete, Behälter, Polybags etc.) ist eine komplexe Aufgabe, deren Lösung Fachwissen voraussetzt. Bei einem automatisierten Beladevorgang sollte die Übergabehöhe Förderband/Lkw-Ladefläche gering sein. Somit lässt sich das Beschädigungsrisiko reduzieren. Der Einsatz eines in der Höhe verstellbaren Förderbands ist ratsam. Bei einigen Lösungen erkennt das Förderband bereits auf der Ladefläche verstautes Frachtgut und steuert automatisch eine freie Stelle an. Die optimale Ausnutzung des verfügbaren Ladevolumens ist ein wichtiges Kriterium. Ein seitlich schwenkbares Förderband schafft hierfür die Voraussetzungen. Nur wenige Systeme ermöglichen eine automatische Entladung. Vakuumunterstützte Lösungen funktionieren oftmals am besten mit einer homogenen Mischung von Paketen. Wenn die Ladung aus unterschiedlich großen und kleinen Frachtstücken, Polybags usw. besteht, könnte sich eine Lösung, bei der der Boden des Aufliegers ausfährt, besser eignen. Im Gegensatz zu Slip Sheets wird das Stückgut in diesem auf ein Förderband geleitet. E-Paper Sie möchten Teil I des Artikels lesen? Nichts einfacher als das. Geben Sie den u. s. Link ein oder scannen Sie mit Ihrem Smartphone den QR-Code ein und schon können Sie in unserem E-Paper den Beitrag studieren. Viel Spaß bei der Lektüre! bit.ly/teleskopfoerderer-teil01 Quelle/Fotos: Caljan www.foerdern-und-heben.de f+h 2022/06 39

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