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f+h fördern und heben 7-8/2022

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f+h fördern und heben 7-8/2022

VALUE CHAIN SOFTWARE

VALUE CHAIN SOFTWARE VIADAT STEUERT INNERBETRIEBLICHE LOGISTIK UND PRODUKTION LOGISTIK-EFFIZIENZ FÜR 10.000 KÜCHENMÖBEL PRO TAG Das Unternehmen Häcker Küchen hat mit seinem Werk 5 eine der modernsten Produktionsstätten für Küchenmöbel realisiert. Die Value Chain Software viadat zeigt dabei, dass sie weit mehr als ein Warehouse Management System ist: viadat bindet nicht nur eine Vielzahl von Logistik- Systemen ein, sondern managt darüber hinaus alle Prozesse der Produktionsversorgung. Die Software übernimmt klassische Aufgaben eines Manufacturing Execution Systems (MES) und schafft damit die Basis für die Produktion einer variantenreichen, designorientierten Küchenlinie zu marktfähigen Preisen. Venne im Osnabrücker Land – ein Dorf zwischen Berg und Moor. Der Weg dorthin führt durch viel Grünland, entlang plätschernder Bachläufe, durch gelbe Kornfelder, vorbei an weidenden Kühen. Bis am Horizont plötzlich ein großer Industriebau erscheint, der nicht so recht in das idyllische Bild passen will. Es handelt sich um den neuen Standort von Häcker Küchen, dem Werk 5. Häcker ist mit mehr als 2.000 Mitarbeitern an den Standorten Venne und Rödinghausen und einem Umsatz von 646 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2020 einer der großen Küchenhersteller in Deutschland. Im August 2020 ging das Werk 5 nach weniger als zwei Jahren Bauzeit in Betrieb. Rund 300 Mitarbeiter auf einer Produktionsfläche von rund 110.000 m² fertigen hier Möbel für Einbauküchen. „Die Investition in das neue Werk war die größte in der Firmengeschichte“, erklärt Dirk Krupka, Geschäftsführer Technik bei Häcker. „Die Kapazitäten unseres Standorts Rödinghausen waren komplett ausgelastet, etwaige Störungen in der Fertigung dort hätten sich direkt auf den Liefertermin beim Kunden ausgewirkt.“ Allein aus diesem Grund sei eine Ausweitung der Fertigungskapazitäten notwendig gewesen. 24 f+h 2022/07-08 www.foerdern-und-heben.de

TITELSTORY PRODUKTE UND SYSTEME 01 01 Friedbernd Bartels (l.), Leiter Abteilung Technische Projekte bei Häcker Küchen, und Dirk Krupka (Bildmitte), Geschäftsführer Technik Häcker Küchen, sowie Peer Leemhuis, Projektverantwortlicher seitens viastore, haben mit viadat eine effiziente Steuerung aller Prozesse in der Fertigung des Werks 5 von Häcker Küchen umgesetzt 02 viadat versorgt alle Arbeitsplätze und Maschinen mit den jeweils aktuell benötigten Bearbeitungsinformationen für jedes einzelne Bauteil 02 PRODUKTION EINER NEUEN VARIANTENREICHEN KÜCHENLINIE „Zudem haben wir eine neue Produktlinie auf den Markt gebracht, die wir in keinem unserer bisherigen Werke so hätten fertigen können.“ Krupka spricht von der Produktlinie systemat 3.0, einer hochwertigen, designorientierten Küche, die in einem 13er- Raster noch mehr Möglichkeiten bei der Küchenplanung bietet. Schon beim Designkorpus können Kunden zwischen drei Farben wählen. Die Fronten lassen sich in 192 RAL-Farben lackieren oder können mit Kunststoff- und Echtholzfronten gewählt werden. Zudem stehen unterschiedliche Beschlagsysteme zur Wahl. VIADAT IST MEHR ALS EIN KLASSISCHES WAREHOUSE MANAGEMENT SYSTEM Das bedeutet: Keine Küche gleicht der anderen. „Der logistische Anspruch ist extrem. Wir fertigen ausschließlich kundenauftragsbezogen, das heißt, wir haben eine komplette Losgröße-1-Fertigung“, betont Krupka. Um dies zu erreichen, war das Ziel bei der Planung des neuen Werks, den Materialfluss komplett durchzusteuern. „Es gibt keinen nicht-definierten Materialzustand“, erläutert Friedbernd Bartels, Leiter der Abteilung Technische Projekte bei Häcker. „Jede Materialbewegung wird nach dem Quelle-Ziel-Prinzip gesteuert und jede Bewegung, jeder Arbeitsschritt, an das System zurückgemeldet.“ Die Besonderheit dabei: Diese Steuerung der Materialflüsse im ganzen Werk findet mithilfe der Software viadat des Unternehmens viastore, Stuttgart, statt. „Wir kannten viastore und die Möglichkeiten der Software, die weit über ein Lagerverwaltungsund Materialfluss-Management-System hinausgehen. Schon unser erstes Hochregallager hatten wir 1999 mit viastore gebaut“, berichtet Krupka. In zahlreichen Gesprächen und Workshops kam Häcker zur Überzeugung, dass viadat auch die Aufgaben einer klassischen Produktionssteuerung übernehmen soll, die von der Materialverfolgung bis hin zum Monitoring der Bewegungen reicht. „Die von Häcker geforderte Produktionsver- und -entsorgung sind für viadat eine übliche Anforderung“, betont Peer Leemhuis, der das Projekt seitens viastore betreute. Auch die Kopplung mit den Steuerungen von unterschiedlichen Logistik- Systemen und -Technologien sei Alltag für das System – auch wenn es davon im Werk 5 einige mehr gibt als üblich: Neben einem 16-gassigen Hochregallager sind auch eine Elektrohängebahn, ein Shuttle-Lager, eine Portal-Kommissionierung sowie fünf „Pick by Light“- und zwei „Put to Light“-Lagerbereiche eingebunden. Darüber hinaus fungiert die Software als Stapler- und FTS-Leitsystem mit neun Fahrerlosen Transportfahrzeugen. KOMPLEXE PROZESSE ZEITGENAU GESTEUERT Zudem schließen die Materialflüsse bei dem Küchenhersteller Anforderungen und Strukturen ein, die einzigartig sind. Dies liegt zum einen daran, dass der Aufwand der Fertigung und die Varianz der verschiedenen Bauteile der Küchenschränke – Korpus, Front, Schubkästen – sehr unterschiedlich sind. Zum anderen muss die Fertigung einer Küche und der zugehörigen Schränke so getaktet sein, dass alle benötigten Komponenten pünktlich zum geplanten Liefertermin im Versand zusammenkommen – und das in der Reihenfolge, in der sie auf den Lkw zum Kunden, sprich Küchenhändler, geladen werden. Der ganze Prozess beginnt damit, dass die Fertigung vom Ende her geplant wird. Ausgehend von der Lieferzeit wird der Auftrag für eine Küche aufgelöst und berechnet, wann der Fertigungsprozess welcher Komponente starten muss, sodass alles am Ende des Gesamtprozesses pünktlich zusammenläuft. Krupka: „Die Aussteuerung unseres Fuhrparks – wir haben zurzeit etwa 100 Lkw – bestimmt unser Produktionsprogramm.“ Dabei finde das Management der Prozesse so statt, dass sie in genau der Reihenfolge ablaufen, in der sie erforderlich sind. Dies sorge für schlanke Betriebsabläufe, kurze Durchlaufzeiten und eine allgemein hohe Effizienz. VERSCHIEDENE PROZESSSTRÄNGE BEI DER KORPUS-MONTAGE Um den unterschiedlichen Varianzen und damit Fertigungsaufwände der verschiedenen Bauteile eines Schranks gerecht zu werden, hat Häcker die Fertigung in verschiedene Prozesse auf- www.foerdern-und-heben.de f+h 2022/07-08 25

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