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f+h fördern und heben 9/2019

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f+h fördern und heben 9/2019

F+H EXTRA ZUR FACHPACK

F+H EXTRA ZUR FACHPACK AUS RESTSTOFFEN WERDEN WERTSTOFFE Mit einem Abfallmanagement-Konzept optimiert die Hornbach Baumarkt AG Prozesse in ihren europaweit verteilten Bau- und Gartenmärkten und generiert dabei Umsatz mit der Entsorgung der anfallenden Verpackungsmaterialien. Herzstück des Konzepts sind vertikale Ballenpressen: 330 Schrankballenpressen verdichten in 180 Anfallstellen Papier, Kartonagen und Folie. Viele Produkte, die man in einem Hornbach-Baumarkt kaufen kann, kommen im Markt verpackt an. Es ist die Aufgabe der Mitarbeiter in der Warenannahme eines jedes Baumarkts die angelieferten Produkte auszupacken. Dabei fällt viel Verpackungsmaterial an. Papier, Kartonagen und Folien wurden vor dem Einsatz von Ballenpressen bei Hornbach schlicht entsorgt. Abrollcontainer pressten das Material, der Entsorger holte es ab. „Viele Fraktionen wurden in einer Restfraktion vermischt und die Entsorgung war sehr kostspielig. Recyclingmöglichkeiten haben wir nicht vollumfänglich genutzt“, berichtet Andreas Back, Leiter Qualitätsmanagement, Umwelt & CSR bei Hornbach. „Teilweise waren bis zu 70 Prozent unserer Reststoffe Wertstoffe.“ Die Verantwortlichen bei Hornbach erkannten, dass in diesen Prozessen erhebliches Optimierungspotenzial steckt. Auf Recyclingmessen informierten sie sich über Entsorgungsmethoden und geeignete Maschinen. BALLENPRESSEN ERFÜLLEN HOHE ANFORDERUNGEN Ziel war ein Abfallmanagementkonzept, das europaweit eine Abfalltrennung und ein Behälterkataster für mehr Transparenz vorsah. Darüber hinaus sollten in den Warenannahmen der Bau- und Gartenmärkte die Wege optimiert werden. Angestrebt wurde eine möglichst hohe Unabhängigkeit was das Recycling betrifft. Back und seinen Kollegen in der Hornbach-Zentrale in Bornheim war dabei schnell klar, dass es für dieses Konzept Verdichtungsmaschinen braucht, die die Wertstoffe zu direkt vermarktungsfähigen Ballen pressen und dabei nur wenig Platz in den Wareneingängen in Anspruch nehmen. Die Maschinen sollten über eine hohe Presskraft verfügen, robust sein und der Hersteller musste über ein dichtes Servicenetzwerk verfügen. Back: „Wir brauchen im Reparaturfall binnen 24 Stunden eine Lösung, alles andere würde den Betrieb aufhalten und unnötig Kosten produzieren.“ Die Hornbach-Verantwortlichen testeten in einem Baumarkt unterschiedliche Pressenmodelle verschiedener Hersteller. Überzeugt haben in puncto Qualität schließlich die vertikalen Schrankballenpressen vom Typ HSM V-Press 860 und 1160 aus dem Hause HSM (Hermann Schwelling Maschinenbau). „Das Gesamtpaket bei HSM hat gepasst“, so Back. Die Schrankballenpressen hätten eine hohe Presskraft, beanspruchten wenig Fläche, seien problemlos bedienbar und im Dauerbetrieb „unauffällig“. 24 f+h 2019/09 www.foerdern-und-heben.de

Hornbach rüstete in der Folge seine Märkte in neun europäischen Ländern und mehrere seiner Logistikzentren mit vertikalen Ballenpressen von HSM aus. Aktuell verfügt der Betreiber über 330 dieser Anlagen. Die Mitarbeiter in den Wareneingängen der einzelnen Märkte bestücken die Maschinen mit dem als Müll anfallenden Verpackungsmaterial, pressen es und lagern die Ballen. Einmal wöchentlich holt eine betriebseigene Lkw-Flotte („Wertstoffliner“) das kostbare Gut ab, transportiert die Ballen in Umschlagszentren, von wo es die Recycler abnehmen. „Die Wiederverwerter schätzen das Hornbach-Material aufgrund seiner hohen Qualität und Sortenreinheit“, so Back. EIGENE PRESSEN MACHEN UNABHÄNGIG Mit den Schrankballenpressen von HSM sei man unabhängig von Wertstoff-Abholzyklen, so der Hornbach-Qualitätsmanager. „Die Ballen werden von unseren Mitarbeitern den Maschinen entnommen und zwischengelagert.“ Dass die eigene Wertstoffliner-Flotte durch gut sichtbare Beschriftungen auch als solche identifizierbar ist, ist für Back ein Zeichen an den Entsorgermarkt, dass Hornbach in Sachen unabhängiges Recycling ernst mache. Der Bau- und Gartenmarkt-Betreiber stellte einige zusätzliche Anforderungen an die Konfiguration der neuen Pressen: Weil in den Märkten oft nasse Folien anfallen, war ein stärkerer Korrosionsschutz im Pressraum nötig. Darüber hinaus sollte die Software spezifischen Anforderungen gerecht werden. Zu Anfang, so Back, mussten sich Mitarbeiter und Marktleiter erst an die neuen Pressen gewöhnen. Grund: die bisherigen Abrollpresscontainer hatten größere Einfüllöffnungen. Doch nach einer kurzen Eingewöhnungsphase war die Handhabung der Maschinen kein Problem mehr und geht routiniert vonstatten. Ein weiteres maßgebliches Merkmal der neuen Schrankballenpressen, so Back, sei deren Mobilität. „Muss ein Wareneingang neu organisiert werden, lassen sich die Maschinen problemlos an einem anderen Standort aufstellen.“ Für den Qualitätsbeauftragten sowie für das Management von Hornbach ist die Neuorganisation der Abfall-Entsorgungsprozesse auf Basis der HSM-Produkte ein Erfolg. Heute liefert der Bau- und Gartenmarkt-Betreiber jährlich etwa 12 000 Tonnen Papier, Pappe, Kartonagen sowie 3 000 Tonnen Folie an die Wiederverwerter und erlöst damit achtbaren Umsatz. Die Recyclingquote im Unternehmen ließ sich signifikant erhöhen. Das Handling der Wertstoffe haben Back und seine Kollegen außerdem mit einem Hornbach-Recycling-Portal im Internet optimiert: Dort werden Stoffströme angemeldet, gesteuert und mit den Verwertern abgerechnet. Fotos: HSM www.hsm.eu Zur Realisierung des Entsorgungskonzepts wurden Schrankballenpressen vom Typ HSM V-Press 860 und 1160 geordert und Platz sparend im entsprechenden Wareneingang installiert

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