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f+h fördern und heben 9/2021

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F+H NACHGEFRAGT „WIR

F+H NACHGEFRAGT „WIR WOLLEN DER STEIGBÜGELHALTER FÜR UNTERNEHMEN BEI IHRER INDIVIDUELLEN DIGITALISIERUNGSSTRATEGIE SEIN“ Die Beschäftigung mit der Digitalisierung sollte für die Verantwortlichen in den Unternehmen zum Tagesgeschäft gehören. Im Interview mit André Käber, CEO der leogistics GmbH, beleuchten wir die Potenziale, die sich der Anwender in dem Zusammenhang mit der Softwareplattform myleo / dsc erschließt. Herr Käber, genießt das Thema Digitalisierung in der deutschen Wirtschaft den Stellenwert, der ihm zukommen sollte? André Käber: Die deutsche Wirtschaft verliert in vielen Schlüsseltechnologien den Anschluss, da sie zu wenig wagt und sich zu sehr auf der positiven Vergangenheit ausruht. Unternehmen müssen sich trauen, neue Wege zu gehen, Bestehendes in Frage zu stellen und mit Weitblick zu digitalisieren. Dazu gehört auch die Auswahl der richtigen Partner und Technologien. Covid-19 hat uns darüber hinaus gezeigt, wie es gehen kann, wenn der Druck nur groß genug wird. Der Zug ist also noch nicht abgefahren! Aus unserer Sicht ist es aber wichtig, die Vorteile der Digitalisierung aufzuzeigen. Das Ziel sollte es sein, mithilfe digitaler Technologien Prozesse transparenter zu machen, zu optimieren, vielleicht sogar zu automatisieren – und sich so einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Gleichzeitig verstehen wir die Sorgen unserer Kunden: Eine der größten Herausforderungen ist die Ressourcenknappheit an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Kapital, das bestehende Geschäft am Laufen zu halten und parallel dazu Neues entstehen zu lassen. Welche Ratschläge können Sie Unternehmen basierend auf Ihrer langjährigen Erfahrung als SAP-Software- und -Beratungshaus geben, damit ein Digitalisierungsprojekt zum Erfolg wird? André Käber: Das Wichtigste ist zuhören und verstehen, welche Anforderungen und vor allem Herausforderungen die Kunden haben. Für viele geht das Thema Digitalisierung viel zu schnell. Viele unserer Kunden haben ihre SAP-Systeme in der Vergangenheit mit drei bis fünf Mitarbeitern betrieben. Nun sollen sie sich auf einmal um eine immer komplexere Welt mit einem Cloud-First-Ansatz kümmern. Daher ist unsere Empfehlung eine Strategie der kleinen Erfolge. Setzen Sie sich realistische Ziele, sondieren Sie den Markt, fragen Sie andere Unternehmen, welche Ansätze diese nutzen und legen Sie los! Es gibt heute außerdem bereits unabhängige Cloud-Lösungen mit kurzen Implementierungszeiten und flexiblen Verträgen, bei denen das finanzielle Risiko um ein Vielfaches kleiner ist als bei großen Transformationsprojekten. Starten Sie mit einem einfachen Digitalisierungsprojekt, wo aus Geschäftsperspektive der größte Nutzen für das Unternehmen zu finden ist. Nehmen Sie dabei auch bewusst die Business-Anwender mit. Gehen Sie in gemeinsame Design-Thin- king- oder Prozess-Workshops und entwickeln Sie so eine „gemeinsame“ Lösung für Ihr Unternehmen. Ihre Softwareplattform myleo / dsc ist von einem internen Start-up Ihres Unternehmens entwickelt und vor gut zwei Jahren am Markt eingeführt worden. Warum bedurfte es hierfür der Gründung eines Start-ups? André Käber: Wenn man sich heute Umfragen mit Logistik- Start-ups anschaut, was sie heute anders machen würden, dann antworten diese häufig, dass sie viel früher den Kunden in die Prozesse mit eingebunden hätten. Dies haben wir von Anfang an bei unserer Idee getan. Im Mittelpunkt steht und stand immer die Lösung von Kundenproblemen. In diesem Sinne haben wir das Beste aus zwei Welten vereint: das umfangreiche Logistik-, SAP- und Prozess-Know-how der DIE SOFTWAREPLATTFORM MYLEO / DSC IST DIE DIGITALE TRANSFORMATION FÜR WERKS- UND TRANSPORTLOGISTIK leogistics GmbH und die Dynamik, den Spirit eines Start-ups in Kombination mit neuen technologischen Möglichkeiten. Auf diese Weise entstand ein Corporate Start-up, das völlig anders arbeiten darf, sogar soll und unbürokratisch ans Werk geht. Wir stellen den Status quo des Supply Chain Managements von heute in Frage und arbeiten agil in gemischten Teams, das heißt Beraterinnen und Berater, Entwicklerinnen und Entwickler, Product Owner, die eigenständig, aber immer in enger Abstimmung miteinander an einer Lösung „basteln“. Welche Ziele verfolgen Sie mit der Softwareplattform? André Käber: Wir wollen der Steigbügelhalter für Unternehmen bei ihrer individuellen Digitalisierungsstrategie sein. Aber nicht um der Digitalisierung willen, sondern um konkrete Potenziale in den Logistikprozessen zu heben. Ein Beispiel: Echtzeitdaten erheben und für die Optimierung verschiedener Prozesse nutzen. Wir wollen Unternehmen helfen, sich mit ihrem kompletten Supply-Chain-Netzwerk zu vernetzen: Zusammenarbeit heißt Informationen austauschen und Prozesse End-to-End zu denken – und zwar über Unternehmensgrenzen hinweg. Nur so gelingt es uns, ein Stück weit die Welt des Supply Chain Managements und der Werkslogistik neu zu definieren, indem wir die Grundlagen für IoT-Szenarien und KI-gestützte Prozesse bilden und den Grad der Automatisierung, Vernetzung und Integration erhöhen. Welche internen Hürden mussten Sie überwinden, damit die Zielsetzungen Realität wurden? André Käber: Selbstverständlich sind wir auf dem Weg auf Stolperfallen gestoßen. Anfangs haben wir an zu vielen Themen 16 f+h 2021/09 www.foerdern-und-heben.de

PERSPEKTIVEN GRÖSSE? Gewicht? Form? Bild? gleichzeitig gearbeitet, vornehmlich einer Plattform zur Buchung von Zeitfenstern, einer Echtzeit-Visualisierung mit Geofencing und einer Yard-Management-Lösung. Dabei haben wir nicht immer sofort die richtigen Annahmen getroffen, wodurch wir zum Beispiel bei integrierten Prozessen auf Widerstände gestoßen sind. Heute gehen wir viele Themen mit einem anderen Architekturansatz an und identifizieren lose Enden, die später zusammengeführt werden. Vor allem war transparente Kommunikation notwendig. Viele Kolleginnen und Kollegen haben die myleo / dsc zunächst als Ablösung des SAP-Geschäfts betrachtet. Hier war Fingerspitzengefühl gefragt – am Ende hat der Markt aber gezeigt, dass wir keine kannibalisierende Lösung gebaut, sondern unser Portfolio um notwendige Dinge erweitert haben. Wir bedienen heute Kunden, die ihre IT-Zielarchitektur nicht in der SAP-Welt sehen und auf der anderen Seite SAP-Kunden, die funktionale Lücken nun durch die myleo / dsc geschlossen sehen. Wie war die Resonanz seitens der Kunden auf das Ansinnen mit einer neuen Softwareplattform am Markt zu agieren? André Käber: Wie bei jedem neuen Produkt gilt es zu Anfang, die potenziellen Kunden von der Idee zu überzeugen, Vertrauen aufzubauen und gemeinsam zu wachsen. Den Ansatz, Logistiklösungen im Stile von System-as-a-Service anzubieten, haben wir bereits vor einigen Jahren verfolgt. Der Markt war jedoch noch nicht so weit und viele Interessenten zeigten sich unsicher bei dem Gedanken, zentrale und vielleicht sogar wertschöpfende Prozesse in der Cloud abzu- Messen statt Schätzen. Frachtvermessung Stammdatenermittlung Sharp Eyes For Your Logistics Boelstraße 7 57518 Alsdorf Germany Tel.: +49 (0)2741-9377-0 Fax.: +49 (0)2741-9377-29 eMail: info@akl-tec.de www.akl-tec.de

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