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f+h fördern und heben 9/2021

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f+h fördern und heben 9/2021

F+H NACHGEFRAGT „WIR

F+H NACHGEFRAGT „WIR SIND BEREIT FÜR NEUE HERAUSFORDERUNGEN“ Im Jahr 2017 hat das Unternehmen Bito das Fahrerlose Transportsystem LEO Locative präsentiert. Wir haben uns für Sie bei Dennis Ramers über die Entwicklungsgeschichte des Systems informiert. Im Gespräch mit dem Leiter FTS der Bito-Lagertechnik Bittmann GmbH kamen aber auch aktuelle Überlegungen rund um die FTS-Technik im Allgemeinen und die zukünftigen Ziele, die man in Meisenheim mit dem System verbindet, im Speziellen nicht zu kurz. Am Markt ist Bito als Unternehmen mit langer Tradition im Bereich Regalbau und Behälter bekannt. Was gab den Ausschlag, sich mit dem Thema Fahrerlose Transportsysteme zu beschäftigen? Dennis Ramers: Die Motivation sich im Jahre 2012 dem Thema Fahrerlose Transportsysteme zuzuwenden, fand vor dem Hintergrund statt, sich ein vielversprechendes Terrain, jenseits unserer angestammten Geschäftsfelder, wie Sie richtig erwähnten des Regalbaus und der Fertigung von Behältern, zu erschließen. Im Fokus der Überlegungen stand, nach dem die Entscheidung seitens der Inhaber und der Geschäftsführung in 2015 gefallen war, das Thema weiterzuverfolgen, ein Komplettsystem für den fahrerlosen Behältertransport zu schaffen, das sich durch einfache Funktionsweise, kurze Projektlaufzeiten und überschaubare Investitionskosten auszeichnet. Das Go habe ich damals übrigens in der Woche vor meiner Hochzeit erhalten. Wenn Sie so wollen hat man Ihnen ein besonderes Hochzeitsgeschenk gemacht. Dennis Ramers: (lacht) Ja, das haben Sie nett formuliert und finde ich auch. Ende 2017 wurde das System dann am Markt 26 f+h 2021/09 www.foerdern-und-heben.de

PRODUKTE UND SYSTEME eingeführt und 2019 um eine eigene dezentrale Zielsteuerung erweitert. Das Systemmerkmal Einfachheit resultiert aus der simplen Realisierung des Fahrkurses. Das System kommt ohne WLAN und IT aus. Die Steuerung des Fahrzeugs findet über eine auf dem Hallenboden aufgeklebte optische Spur und ebenfalls auf dem Hallenboden angebrachte Marker statt. Diese Markierungen kann der Betreiber bei Änderungen des Layouts problemlos selbst anpassen. Verfügbar ist das System ferner mit dezentraler Zielsteuerung: Der Betreiber kann Ware von einem Startpunkt an ein beliebig ausgewähltes Ziel schicken, das zuvor zum Beispiel über ein Tablet angegeben wurde. Gesendet wird die Zielinformation via Tablet per Bluetooth an eine Smart-Box, die an der LEO-Station als Behälterübergabestation angebracht WIR HABEN MIT DEM SYSTEM LEO LOCATIVE EINE EVOLUTIONS- STUFE ERREICHT, DIE ES UNS NUN ERLAUBT, DAS ANWENDUNGS- SPEKTRUM SUKZESSIVE AUSZUBAUEN ist. LEO Locative fährt mit der Ware den vorgegebenen Parcours bis zur Haltestation. Halt und somit Ziel sind wiederum über einen entsprechenden Marker am Hallenboden definiert. Das Fahrerlose Transportfahrzeug gibt am Ziel den Behälter mit der Ware an der gewünschten Station ab. Die Station ist neben der Einfachheit ein entscheidender Kaufgrund für die Kunden. Die automatisierte Auf- und Abgabe von Behältern ohne Zeitverlust, zusammen mit der Option Pufferbahnen zu integrieren, ist in dieser Form einmalig auf dem Markt. Wie Sie meinen Ausführungen entnehmen können, lässt sich mithilfe unseres Systems eine einfache, aber effektive Entkopplung von Mensch und Transport in der Produktion realisieren. Kurze Projektlaufzeiten und geringer Invest ergeben sich dadurch, dass es sich beim LEO Locative, wie bereits ausgeführt, um ein Standardfahrzeug handelt. Der Wirtschaftlichkeit zugutekommt die Skalierbarkeit des Systems. Der Betreiber kann also bei positivem Geschäftsverlauf, den ich an dieser Stelle einmal mit einem höheren Produktionsvolumen gleichsetze, seine Materialflussanlage den neuen Gegebenheiten durch die Integration weiterer Fahrzeuge anpassen. Und dies ohne ein IT-Projekt starten zu müssen. Somit bieten wir dem Betreiber ein hohes Maß an Flexibilität im Ablauf des Materialflusses. Dieses Jahr haben Sie den LEO custom auf den Markt gebracht. Was war die Motivation? Dennis Ramers: Historisch gesehen, decken wir mit dem LEO Locative den Behältertransport von A nach B in einer Produktion ab oder komplexe Anwendungen im Bereich der Produktionsmontage, um zum Beispiel Montagestationen in der Fertigung mit Einzelteilen aus dem Supermarkt-Lager zu versorgen. Nachdem sich das Potenzial unseres Systems in der Branche herumgesprochen hatte, traten Anlagenbetreiber mit der Fragestellung an uns heran, ob wir ihnen auch Fahrzeuge für andere Ladehilfsmittel als Behälter zur Verfügung stellen könnten. Nach der Entwicklung von LEO custom kann ich diese Frage mit ja beantworten. Entstanden ist, lassen Sie es mich so formulieren, ein individualisierbares Standardfahrzeug jenseits des Behältertransports. Dieses Standardfahrzeug weist also einige betreiberspezifische individuelle Merkmale auf. Dazu gehören offene Schnittstellen, also freie Ein- und Ausgänge, sowohl digital als auch analog. Damit ermöglichen wir dem Betreiber zum Beispiel an definierten Stellen des Materialflussparcours Strom aus dem Fahrzeug für andere Geräte zu nutzen. Des Weiteren lässt sich das Fahrzeug mit definierten Montagepunkten für das Lastaufnahmemittel ausstatten. Somit kann der Betreiber die Individualisierung des LEO custom selbst vornehmen beziehungsweise wir können dies für ihn im gewissen Rahmen tun. Was können wir von Bito LEO darüber hinaus erwarten? Dennis Ramers: Wir stehen im engen Austausch mit den Betreibern und hören genau zu, wo sie der Schuh in Sachen Materialfluss drückt. Und so gibt es noch eine ganze Reihe von Anwendungen, die sich mit dem LEO abdecken lassen und für die wir zurzeit Lösungen entwickeln. Dabei geht es unter anderem um den Vorstoß in andere Traglastklassen und Anwendungen. Wir arbeiten parallel an neuen Produkten, Produktfeatures, zum Beispiel in puncto Lastaufnahmemittel, aber auch an Technologien, die unser System weitervoranbringen. Kurzum: Wir haben mit dem System in der Zwischenzeit eine Evolutionsstufe erreicht, die es uns nun erlaubt, das Anwendungsspektrum sukzessive auszubauen und damit quasi auch immer mehr potenzielle Kunden für das System zu gewinnen. Im vierten Quartal dieses Jahres planen wir die Markteinführung des LEO Flow genannten dritten Mitglieds der LEO-Produktfamilie. LEO Flow verfügt als Lastaufnahmemittel über eine angetriebene, automatisch höhenverstellbare Rollenbahn anstatt unseres bekannten Übergabesystems. Impulsgeber für diese Lösung war ebenfalls eine konkrete Anforderung bei einem Kunden, der aufgrund der Rahmenbedingungen in der Produktion nach einem platzeffizi- Charge & Connect Die digitale Vernetzungslösung für maximale Transparenz & Kostenkontrolle Ihrer Ladeinfrastruktur. Mehr Informationen unter: www.fronius.at/charge-connect

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