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f+h fördern und heben 9/2021

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f+h fördern und heben 9/2021

PRODUKTE UND SYSTEME bei

PRODUKTE UND SYSTEME bei der Verladung gekippt wird? Und zwar um bis zu 27°? Das war zuerst die Vorgabe des Herstellers. „Wir können diese Anforderung erfüllen“, sagt der Beumer Experte. „Zum Beispiel, indem wir den Stapel mit zwei dicken Folienhauben verpacken – doch das würde sowohl mehr Zeit als auch Material kosten.“ Da es nicht nur um Ladungssicherung, sondern auch um Wirtschaftlichkeit gehe, erarbeitete das Beumer Team gemeinsam mit dem Kunden in diversen Versuchen eine Lösung, bei der der Stapel bis zu 14° sicher kippen kann – was für den Anwender absolut ausreichend war. Diese Verpackungsversuche führt der Systemanbieter im hauseigenen Testcenter durch. Eine wichtige Stellschraube ist dabei die Folie. Die Experten haben in Beckum etwa 100 verschiedene Varianten von Testfolien mit diversen Eigenschaften vorliegen – dick, dünn, weich, zäh oder auch ganz anders. Falls sich die Anforderungen nicht erfüllen lassen, werden die Folienhersteller mit ins Boot genommen. Entscheidend dabei ist: Um was für ein Produkt handelt es sich, wie sind die Abmessungen und was sind die Anforderungen an die Verpackung? Der Folienhersteller findet die ideale Rezeptur mit den geforderten Eigenschaften und schlägt das optimale Folienformat vor. „Bei diesen Versuchen sind die Kunden oft anwesend, was ihr Vertrauen in uns stärkt“, hat Spiekermann festgestellt. DAS BESONDERE AM AUSGEFALLENEN Ob Schläuche und Kabelrollen oder chaotisch gestapelte Pakete – immer wieder kommen Unternehmen mit kniffligen Verpackungsfragen auf den Systemanbieter zu. Und meist hatten die Kunden vorher das Wickelstretchverfahren im Einsatz, konnten damit die Aufgabe jedoch nicht befriedigend lösen. Das war z. B. bei einem niederländischen Unternehmen der Fall, das Weihnachtsartikel verkauft, oder auch bei einem schwedischen Möbelhersteller. In beiden Fällen werden Pakete mit unterschiedlichen Abmessungen auf die Paletten gestapelt. „Das sieht schrecklich aus und ist erstmal instabil“, sagt Spiekermann. „Aber genau so sollen die Stapel zu den Abnehmern.“ Weil jedes Paket unterschiedlich schwer ist, können die beladenen Paletten von 100 kg bis zwei Tonnen wiegen. Der Beumer stretch hood A ist mit einem Messsystem ausgestattet, um komplexe Stapel wie diese mit Laser und Ultraschall zu vermessen. Die Maschine erkennt die höchsten Stellen und passt die Folienlänge entsprechend an. Je nach Anwendung setzt die Beumer Group auch auf Zweiformat-Maschinen, um mit unterschied lichen Foliengrößen oder -varianten zu arbeiten. Die Maschine erkennt eigenständig die jeweilige Palettengröße und wählt die passende Folie. KEINE NÄSSE REIN, DAFÜR RAUS Wie verschieden die Anforderungen an eine Folie sein können, veranschaulicht Spiekermann an folgenden Beispielen: Sind Dachziegel bei der Außenlagerung nicht vor Feuchtigkeit geschützt, kann sich relativ schnell Moos auf der Oberfläche bilden. Darum müssen sie verpackt werden. Die Ecken und Kanten der Dachziegel sind allerdings vielfach messerscharf. „Die Folie wird vor dem Verpacken zuerst überdehnt. Zieht sie sich dann um den Stapel zusammen, können sich an diesen scharfen Stellen Löcher bilden. Hier haben wir gemeinsam mit einem Hersteller eine durchstoßfeste Folie entwickelt.“ Doch manchmal sollen die Folien auch Löcher haben, um Feuchtigkeit aus dem verpackten Stapel entweichen zu lassen – so wie bei einem Sekthersteller. Spiekermann: „Die Flaschen kommen aus der Abfüllung. Teilweise sind sie feucht und werden JÖRG SPIEKERMANN, LEITER VERTRIEB PALETTIER- UND VERPACKUNGSANLAGEN CONSUMER GOODS, BEUMER GROUP Verpackungsversuche führen wir in unserem hauseigenen Testcenter durch, bis wir das gewünschte Ergebnis vorliegen haben in Kartons gepackt. Befindet sich eine luftdichte Stretchhaube über dem Stapel, bleibt die Feuchtigkeit in der Verpackung. Es kann sich so schnell Schimmel bilden.“ Feuchtigkeit entstehe auch, wenn die gefüllten Flaschen auf der Palette gestapelt hoher Wärme ausgesetzt sind, verursacht z. B. durch Sonneneinstrahlung während des Transports. „Gemeinsam mit dem Hersteller haben wir eine Folie mit winzigen Löchern entwickelt, die überall verteilt sind.“ AN ERSTER STELLE STEHT DIE WIRTSCHAFTLICHKEIT So wichtig der Schutz der Ware beim Verpacken ist, die Lösung muss sich am Ende immer für den Betreiber rentieren. Das ist wie bei dem Marmeladenhersteller. Der Systemanbieter kann genau berechnen, wie viel Folie sich mit dem Stretchhaubenverfahren im Vergleich zum Wickelstretchverfahren einsparen lässt. Dazu kommt: Wie oft muss die Folienrolle in einer Schicht gewechselt werden? Denn auch das kostet Zeit. Wie wirtschaftlich ein Umstieg sein kann, zeigt das Beispiel eines Logistikunternehmens, das die Distribution für diverse Kunden übernimmt. Um die Vielzahl an palettierten Stapeln zu verpacken, waren zwölf Wickelstretchanlagen im Einsatz. Die Stapel mussten auf die Maschine fahren, die Folie wurde an der Palette befestigt, der Verpackungsvorgang eingeleitet, die Folie abgeschnitten und der Stapel schließlich zum Versand gefahren. Das waren etwa 1 000 Paletten am Tag. Jede Palette benötigte rund drei Minuten, bis sie verpackt war. Die Beumer Group ersetzte die zwölf Maschinen durch eine Haubenstretchanlage – und der Logistiker konnte ca. 3 000 Arbeitsminuten am Tag sparen. Fotos: Beumer Group www.beumer.com 8 f+h 2021/09 www.foerdern-und-heben.de

MARKTPLATZ TC PALGRIP ZEIGT SICH VIELFÄLTIGEN HERAUSFORDERUNGEN GEWACHSEN Das komplett geschlossene, vollflächig antirutsch-beschichte Oberdeck und das glatte Unterdeck der TC-Palgrip-Kunststoffpaletten von Craemer (Fachpack, Halle 7, Stand 7-154) zeichnen sich durch gute Reinigungseigenschaften aus. Darüber hinaus bietet die hohlraum- und rippenfreie Konstruktion der Ladungsträger einen zuverlässigen Schutz vor Verunreinigungen oder Wassereintritt. Die Antirutschbeschichtung wird aus Polyethylen gefertigt, wie auch die Palette selbst, und ist mit dieser fest verbunden – aufgrund der Herstellung in einem einzigen Produktionsgang. Die formstabile TC-Palgrip-Palette hält Temperaturen von -30 bis +40 °C stand, kurzzeitig auch bis +90 °C, und ist für den Einsatz auf Rollenbahnen, Kettenförderern und in automatisierten Hochregallagern geeignet. Mithilfe optionaler, integrierter, korrosionsgeschützter Versteifungsprofile aus Metall lässt sich die Tragfähigkeit im Regal auf bis zu 2 000 kg erhöhen. Beidseitige Anfahrschrägen der unverschweißten Kufen ermöglichen zudem den Transport mit Flurförderzeugen. Aufgrund des vollflächigen Antirutschdecks bietet die Palette dabei selbst bei Feuchtigkeit und Schräglage der Ladung einen sicheren Halt. Eine optionale Ausstattung mit RFID-Transponder rundet die Hygienepalette ab. Verfügbar ist die TC Palgrip im Euromaß von 1 000 × 800 mm mit drei Kufen (TC1) sowie im Industriemaß von 1 000 × 1 200 mm mit drei (TC3) oder fünf Kufen (TC3-5). Die Höhe der Paletten beträgt 160 mm. www.craemer.com TEMPERATURBE- STÄNDIGE RADSERIE Zur Motek bringt das Unternehmen Torwegge (Halle 1, Stand 1905) eine Neuheit mit, die bisher nur virtuell vorgeführt wurde: die HSK-Radserie. Da ihre Körper aus Kunststoff und die Laufflächen aus hitzebeständigem Silikon-Gummi bestehen, halten die Räder Temperaturen von -25 bis +250 °C aus. Je nach Ausführung variiert die Tragfähigkeit pro Rad zwischen 80 und 220 kg, bei maximaler Erwärmung ca. 30 Prozent weniger. Verfügbar sind die Räder mit Durchmessern zwischen 80 und 200 mm sowie einer Breite zwischen 27 und 46 mm. Verbaut werden können die Räder in Lenkrollen ohne oder mit Doppelstopp und in Bockrollen aus diversen Materialien. Im Produktportfolio des Herstellers finden sich auch verzinkte und Edelstahl- Gehäuse. www.torwegge.de SPOT

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